bietigheim in württemberg

Ich stehe auf und wundere mich über das beinahe frühlingshafte Wetter. Also hinaus mit uns – ab in den Kadetten. Zum Ziel erkore ich Bietigheim-Bissingen. Abgesehen von einem Punkfestival war ich dort noch nie und es gibt mit Sicherheit, wie überall, Sehenswertes. Über Landstraßen bummeln wir gemütlich dorthin und am Rande der Altstadt parkiere ich kostenfrei das Auto.

Zuerst möchte ich auf das Bietigheimer Eisenbahnviadukt starren. Erbaut um 1850 und hoffnungslos beschädigt beim Abzug der deutschen Truppen im zweiten Weltkrieg steht die Brücke heute wieder da wie eine Eins. Nach dem Krieg wurde der Schienenverkehr umgeleitet und der Viadukt behelfsmäßig instandgesetzt. Schon schnell merkte man, dass eine komplette Restauration nötig ist und montierte fix nebenan eine neue Brücke, sodass der Viadukt in aller Ruhe wiederaufgebaut werden konnte. Nun poltern wieder Züge über das Enztal und Bietigheim-Bissingen hat ein Wahrzeichen – schön.

Anschließend schlendern wir ein wenig durch die Altstadt und machen uns auf die Suche nach Futter. Gegenüber des Hornmoldhauses – meine Begleitung weiss noch garnicht dass ich dort hineinmöchte – finden wir ein Restaurant und bequemen uns hinein. Es gibt eine höllisch leckere Kichererbsensuppe und italienisches Arme-Leute-Essen. Gesättigt und zufrieden stapfe ich in Richtung des Hornmoldhauses. Erfreulich! Geöffnet. Keinen Eintritt. Worauf warten?!

Das Hornmoldhaus wurde 1535 erbaut und ist eines der besterhaltenen Bürgerhäuser der Renaissance im Süden der Republik. Vor einiger Zeit stand es frei zum Abriss und während der Arbeiten entdeckte man die teilweise unglaublich gut erhaltenen Deckenmalereien, sodass ein Abriss nicht mehr in Frage kam. Das gesamte Haus wurde so gut es geht und mit nur ganz wenig Kitsch restauriert und erhielt für den authentischen Wiederaufbau sogar viel Lob. Im Haus befindet sich heute das Stadtmuseum, der Eintritt ist kostenfrei und aktuell ist dort eine Sonderausstellung über Hunde und Füchse zu finden. Ich befasse mich in den oberen Stockwerken lieber mit dem Haus und der Geschichte des Herrn Hornmolds, wir schlendern durch alle Räume und stolpern nach gefühlten Stunden wieder zur Tür hinaus.

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