metropolenhopping

Wir verlassen die Schweiz über die Autobahn und ich erfreue mich auch hier an offenen Grenzen. Kontrolliert wird nicht und so muss ich immerhin keine Beamten rotzfrech anlügen, wo wir denn herkommen und was wir da taten. Bei Rottweil machen wir einen Halt und ich sehe mir den ThyssenKrupp Testturm an. Mit 232m Höhe bietet er die höchste Besucherplattform Deutschlands und ist weltweit der zweithöchste Testturm für Aufzuganlagen. Momentan ist für Besucher leider geschlossen, macht es aber nicht weniger imposant von hier unten hochzublicken.

Anschließend geht es nach Frankfurt, denn die völlig verblödete Coronapolitik erlaubt es uns heute, das Senckenbergmuseum zu besuchen. Karten haben wir online gekauft, parkieren den Volvo wieder in einer Tiefgarage und stolpern dann durch das Museum. Das Senckenberg Naturmuseum präsentiert eine der umfangreichsten Ausstellungen von Großgruppensauriern in Europa und darum sind wir heute da. Sonst verbrennen wir die Dinosaurier ja, aber immerhin ein paar haben es ins Museum geschafft. Ich war schon in einigen großen Naturkundemuseen und irgendwann lässt das Interesse dann doch nach, sodass wir nach ein paar Stunden wieder herausströmen, im Shop noch ein Kuscheltier kaufen und dann durch Frankfurt marschieren. Wir lassen uns ein wenig durch die Innenstadt treiben, ich wundere mich wieso sich hier alle an die Maskenpflicht im Freien halten und wir gehen noch ein bisschen einkaufen, ehe es wieder zurück in die Heimat geht.

schweizer metropole

Wir sind unterwegs in die Schweiz, Ich hoffe auf unkontrollierte Grenzen und mit dem Volvo tuckern wir gemächlich entlang, bis wir schließlich über die Landstraßen im Schwarzwald in der Schweiz ankommen. Die Grenze ist auf beiden Seiten unbewacht. Perfekt! So muss man keinen nutzlosen Test machen, muss in keine Quarantäne und kann sich frei bewegen, ähnlich einem freien Menschen.

In Zürich angekommen, stellen wir den Volvo in eine Tiefgarage und glotzen dann auf den Zürichsee, werfen einen Blick aufs Großmünster und lassen uns durch die Altstadt entlang der Limmat treiben. Die Schweiz befindet sich momentan auch in einem strengeren Lockdown, sodass gerade Restaurants, Kneipen usw. geschlossen haben müssen. Nervt natürlich, aber satt werden wir an einem Imbiss trotzdem.

Wir spazieren noch zur technischen Hochschule, blicken von hier auf Zürich herab und werfen einen kurzen Blick auf die Liebfrauenkirche, sie gilt als bedeutendste Nachbildung einer altchristlichen Basilika der Schweiz. Wir haben uns nun sattgesehen und fahren rüber nach Kyburg, ein Dorf nordöstlich von Zürich. Kyburg ist zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahezu vollständig ausgebrannt, wurde dann wiederaufgebaut und hält heute etliche stattliche Gebäude bereit. Neben dem Schloss Kyburg gibt es viele schöne Wohnhäuser, die Kirche mit Pfarrhaus und das Gasthaus Hirschen.

Von Kyburg fahren wir nach Neftenbach und sehen uns das Schloss Wart an. Im Stil der Neugotik wurde es vor rund 130 Jahren errichtet, lies viele Besitzerwechsel über sich ergehen und gehört heute einer philanthropischen Gesellschaft – irgend so ein Männerbund, sicher ein ganz toller Verein für richtig gute Jungs.

retard tour

Das Frühstücksbuffet habe ich ganz für mich alleine – irgendwie gespenstisch, aber ich genieße die Ruhe. Vollgefressen sehe ich mich ein bisschen in Hoyerswerda um, merke aber früh dass es gar nicht allzu viel zu sehen gibt und gehe dann ein bisschen einkaufen. Zwischenzeitlich hat mir Herr S. aus Berlin geschrieben, was ich denn im Osten täte und dass er morgen nach München fährt um sich ein Auto anzusehen. Da könnte ich ja mit. Also fahre ich nach Bad Freienwalde östlich von Berlin, sehe mir die Messihalle des Herrn S. an, mit dem Auto gibt es eine kurze Stadtführung und dann fahren wir gemeinsam nach Berlin. Dort angekommen herrscht Verkehrschaos, weil die Coronaschwurbler eine Autodemo abhalten. Ich bin ja ein entschiedener Gegner der Coronamaßnahmen, aber müssen diese Querlenker mir nun sprichwörtlich im Weg stehen? Es nervt.

In Friedrichshain holen wir uns eine handvoll Pizzen, quatschen in die Nacht hinein und dann geht es ins Bett um noch vor Sonnenaufgang die Autos zu besteigen. Wir fahren mit zwei Autos im Konvoi bis nach Hof und lassen dort meine Karre zurück, schippern nun zusammen mit dem Diesel-Meriva nach Landshut und sind pünktlich beim Händler. Probefahrt, Anschauen, Verhandeln und kaufen – alles erledigt und kein Problem, so genau nimmt es auch hier in Söderistan keiner mit den Verboten. Das Auto nehmen wir aber nicht mit, Herr S. holt es dann in Kürze und wir fahren nun nach Dorfen zu Herrn Whatabus. Es gibt leckeres Essen und dann müssen wir auch leider schon wieder los, denn uns stehen noch einige Kilometer bevor. Wir gondeln durch Landshut und nach vielen Stunden stehen wir in Hof bei meinem Auto. Herr S. düst nun weiter nach Berlin und ich kehre um in Richtung Süden – in ein paar Stunden bin ich dann auch zuhause und falle sicher ermüdet in mein Bett.

bramborska

Jetzt schaue ich mir Cottbus an, parke an der Oberkirche und streife zu Fuß durch die Stadt. Ich latsche durch die Fußgängerzone, werfe einen Blick auf den Spremberger Turm und sehe mir die Wilhelmsmühle und das Elektrizitätswerk an. Auch den Schlossberg erklimme ich und habe dann nach einigen Kilometern genug. Cottbus schaut gar nicht mal so übel aus, nur fehlt es mir gewaltig ein Bierchen zu trinken, durch Museen und Läden zu streifen oder einfach mal etwas zu Essen.

Zurück am Auto fahre ich in Richtung Sachsen, mache eine Pause in Groß Oßnig um mir die tolle Dorfkirche anzusehen. Der schlichte, aus dem 15. Jahrhundert stammende Rechteckbau brannte im 2. Weltkrieg aus und wurde anschließend vereinfacht wiederaufgebaut. Statt des ursprünglich barocken Turmes, wurde ein freistehender Glockenturm errichtet.

Einige Kilometer weiter habe ich Sachsen erreicht, mache wieder eine ausgiebige Pause und spaziere am Ufer des Spreetaler Sees. Heute ist es mit 13 Grad schon beinahe frühlingshaft und trotzdem freue ich mich nun auf eine warme Dusche und ein gemütliches Bett. Freudentaumelnd erreiche ich mein Hotel und stelle mit Begeisterung fest, dass ich weder jetzt noch vorab bei Reservierung nach meinem Grund für die Übernachtung gefragt werde und nehme mir fest vor, mich persönlich bei Herrn Karl Lauterbach dafür zu entschuldigen.