auf nach frankreich

Uns dürstet es nach so vielen schlechten Nachrichten dieses Jahr nach einer Reise. Wohin wussten wir bis vor Kurzen nicht so recht und haben uns jetzt einfach mal für Spanien & Frankreich entschieden. Nicht weil dort kein tödlicher Killervirus auf uns wartet, sondern weil die Maßnahmen im Kampf gegen diesen dort eher halbwegs lasch erscheinen.

Nach ein paar Stunden Autobahn sind wir auch schon in Frankreich und fahren einmal quer durch, um am späten Nachmittag uns eine günstige Unterkunft zu suchen. Ich bin horrend müde und habe keine Lust die kommende Nacht durchzufahren. In Bellac in der Region Nouvelle-Aquitaine sehe ich am Straßenrand ein kleines Hotel, wir fragen nach dem Preis und schon wissen wir, wo wir schlafen werden. Corona scheint es hier nicht zu geben, außer einzelnen Gästen trägt hier niemand Maske und das Zimmer ist wirklich nichts Besonderes, ist aber perfekt um eine Nacht durchzuschnaufen. Am Abend spazieren wir noch ein wenig durchs Dorf, lassen uns vom Friedhof bezaubern, blicken auf ein wunderschönes Viadukt und streifen durch die Gassen.

Am Morgen ist das Hotel verriegelt und es ist niemand da, obwohl ich ankündigte dass wir früh (07.00 Uhr) abreisen wollen. Selbst die Fenster lassen sich nicht öffnen, sodass wir keine Möglichkeit für eine Flucht haben. Die Feuerpolizei in Deutschland würde völlig durchdrehen. Ich versuche immer wieder die Besitzerin aus ihrem Schlaf zu klingeln und irgendwann klappt es schließlich, sodass wir loskönnen. Vor uns liegt noch ein Stückchen bis Spanien und mautfrei zieht sich das natürlich immer so ein klein wenig.

covidfestival

Inzwischen wären wir ja schon voll in der Festivalsaison, würden permanent auf irgendwelchen Ackern umhergammeln und feiern. Wurde uns allerdings alles genommen und stattdessen machen wir heute einfach wieder unser eigenes Festival. Mit der Crew, mit der wir eigentlich bei Rock am Berg nun wären, treffen wir uns heute einfach auf einem Campingplatz an der Grenze zu Bayern.

c1

c2

Am frühen Morgen kommen wir an und bauen auf – die nächsten vier Tage verbringen wir dann mit Musikhören, Saufen, Sonnenbaden und anregenden Gesprächen. Es herrscht schon nach kürzester Zeit absolutes Festivalfeeling und dank der guten Campingplatzwahl ist Lautstärke auch kein allzu großes Thema – Parzellen und anderen Spießerquatsch gibt es hier nämlich nicht und wir wurden extra ins letzte Eck verfrachtet, sodass wir niemanden nerven.

c3

c4

Die Tage verlaufen dann wie geplant, wir Essen oftmals, bewegen uns nur wenig und machen selbst ein wenig (fürchterliche) Musik, bis ich schließlich am Sonntag Abend abreise und dieses tolle Festival „Rock am Ringle“ hinter mir lasse. Wir hatten eine schöne Zeit, hatten Unmengen Spaß aber ein richtiges Festival können unsere Partys eben nicht ersetzen – hoffentlich kommen hier möglichst schnell vernünftige Lockerungen.

soinsee

Nun geht es wieder nach Bayern – die Ausgangsbeschränkungen sind aufgehoben, so fehlt nun der Reiz des Verbotenen und die Genugtuung den Söder zu nerven, die Landschaft aber lässt sich gut aushalten und so starten wir am frühen Morgen ins südöstliche Bayern.

q1

q2

In Bayrischzell angekommen ist schnell klar – wir sind nicht die Einzigen. Sämtliche Parkplätze sind verstopft, an den Land- und Bundesstraßen wird wild geparkt und zu meinem Glück bekomme ich einen Ehrenparkplatz direkt vor einem Verbotsschild. Alle anderen haben am Abend dann ein Knöllchen, ich lach mir ins Fäustchen.

q3

Unser Ziel für heute ist der Soinsee – uns stehen rund 800 Höhenmeter und viele Kilometer bevor, das dürfte aber für uns blutige Anfänger locker zu schaffen sein. Der Anstieg ist recht heftig, die Steigung enorm aber dann wird es etwas einfacher, sodass wir nach 2,5 Stunden auf den See blicken. Der Abstieg hat es nochmal in sich und dann erholen wir uns, schauen den Fischen beim fischeln zu und vespern zünftig, ehe wir uns auf den Rückweg machen.

q4

Nach ein paar Stunden Wanderung kommen wir zurück, natürlich bin ich der einzige ohne Strafzettel und in Bayrischzell essen wir in einem Biergarten, ehe wir uns einreihen in den fetten Heimfahrerstau. Irgendwie schön, stand ich doch seit Monaten in keinem Stau mehr.

kräuterfee

Heute geht es bei strahlendem Sonnenschein nach Ludwigsburg. Die Blühendes Barock Gartenschau lockt bei diesem tollen Wetter – ich glaub sogar noch gar nie dort gewesen zu sein. In Ludwigsburg angekommen möchten wir zuerst etwas Essen, werden in einem Café am Marktplatz aber leider nicht glücklich. Aufgrund Corona ist die Speisekarte auf ein winziges Minimum geschrumpft und so gehen wir ein paar Straßen weiter zum Italiener. Der nimmt auch die Coronamaßnahmen nicht so genau und das Essen schmeckt fantastisch.

lb1

lb2

Nun geht es weiter zum Residenzschloss – das Schloss selbst habe ich schon öfter von außen erkundschaftet – hat mir allerdings nie gefallen, die Gärten jedoch sind Neuland und so freue ich mich schön auf die umfangreiche Sammlung an Flora.

lb3

Besonders die Kräutergärten haben es mir angetan – es duftet atemberaubend und es sieht klasse aus – für meine Gattin ist auch viel geboten, denn wir gehen auch in den Märchenpark, fahren in einem Boot, lesen einige Märchen und schlendern durch den kleinen Irrgarten. Da kann man gern einen ganzen Tag für einplanen und hat hinterher das Gefühl nicht alles gesehen zu haben.

lb4

Nach vielen Stunden in der Anlage gehen wir noch Gegenüber zum Favoriteschloss, schlendern durch den Park und gucken uns die alten Gemäuer an um im Anschluss auf dem Heimweg noch in einer Bikerbar köstlich zu Essen.