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Inzwischen wären wir ja schon voll in der Festivalsaison, würden permanent auf irgendwelchen Ackern umhergammeln und feiern. Wurde uns allerdings alles genommen und stattdessen machen wir heute einfach wieder unser eigenes Festival. Mit der Crew, mit der wir eigentlich bei Rock am Berg nun wären, treffen wir uns heute einfach auf einem Campingplatz an der Grenze zu Bayern.

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Am frühen Morgen kommen wir an und bauen auf – die nächsten vier Tage verbringen wir dann mit Musikhören, Saufen, Sonnenbaden und anregenden Gesprächen. Es herrscht schon nach kürzester Zeit absolutes Festivalfeeling und dank der guten Campingplatzwahl ist Lautstärke auch kein allzu großes Thema – Parzellen und anderen Spießerquatsch gibt es hier nämlich nicht und wir wurden extra ins letzte Eck verfrachtet, sodass wir niemanden nerven.

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Die Tage verlaufen dann wie geplant, wir Essen oftmals, bewegen uns nur wenig und machen selbst ein wenig (fürchterliche) Musik, bis ich schließlich am Sonntag Abend abreise und dieses tolle Festival „Rock am Ringle“ hinter mir lasse. Wir hatten eine schöne Zeit, hatten Unmengen Spaß aber ein richtiges Festival können unsere Partys eben nicht ersetzen – hoffentlich kommen hier möglichst schnell vernünftige Lockerungen.

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Heute geht es bei strahlendem Sonnenschein nach Ludwigsburg. Die Blühendes Barock Gartenschau lockt bei diesem tollen Wetter – ich glaub sogar noch gar nie dort gewesen zu sein. In Ludwigsburg angekommen möchten wir zuerst etwas Essen, werden in einem Café am Marktplatz aber leider nicht glücklich. Aufgrund Corona ist die Speisekarte auf ein winziges Minimum geschrumpft und so gehen wir ein paar Straßen weiter zum Italiener. Der nimmt auch die Coronamaßnahmen nicht so genau und das Essen schmeckt fantastisch.

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Nun geht es weiter zum Residenzschloss – das Schloss selbst habe ich schon öfter von außen erkundschaftet – hat mir allerdings nie gefallen, die Gärten jedoch sind Neuland und so freue ich mich schön auf die umfangreiche Sammlung an Flora.

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Besonders die Kräutergärten haben es mir angetan – es duftet atemberaubend und es sieht klasse aus – für meine Gattin ist auch viel geboten, denn wir gehen auch in den Märchenpark, fahren in einem Boot, lesen einige Märchen und schlendern durch den kleinen Irrgarten. Da kann man gern einen ganzen Tag für einplanen und hat hinterher das Gefühl nicht alles gesehen zu haben.

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Nach vielen Stunden in der Anlage gehen wir noch Gegenüber zum Favoriteschloss, schlendern durch den Park und gucken uns die alten Gemäuer an um im Anschluss auf dem Heimweg noch in einer Bikerbar köstlich zu Essen.

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Die Normalität hat uns allmählich wieder – endlich! Gestern gingen wir mit Freunden ins Restaurant und hatten einen geselligen Abend – ganze ohne Gesichtsbedeckung, Einschränkungen und all den Firlefanz. Dafür mit Wein, leckerem Essen und anderen Unfug. Da leider die Kneipen noch immer geschlossen haben müssen, sind wir einfach bis Zapfenstrich im Restaurant geblieben – ist ja dann irgendwie auch eine Kneipe und die Getränke mindestens genauso lecker.

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Pünktlich zur fortgeschrittenen Stunde haben wir den Abend dann beendet um heute fit zu sein, denn Herr T. kommt mit seiner Frau zu Besuch und wir möchten Wandern gehen. So fahren wir gemeinsam nach Murrhardt und haben uns vorgenommen, das Hörschbachtal zu durchstreifen.

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Dort angekommen marschieren wir auf dem oberen Wanderweg bis zu den Sägmühlen und kämpfen uns dann entlang des Baches durchs Gestrüpp bis zum hinteren Wasserfall. Hier ist gerade gesperrt, weil Rettungskräfte eine Person bergen, die wohl gestürzt ist. So laufen wir einen großen Bogen und kommen hier wieder an, als der Trubel vorbei ist. Beim Abstieg in die kleine Schlucht wird mir dann auch klar, wieso dort jemand gestürzt ist. Es ist furchtbar matschig, steil und unwegsam. Unten angekommen geht es dann und wie kleine Bergziegen wuseln wir zum nächsten Wasserfall und kommen nach einigen Stunden dann wieder am Auto an.

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Dort erwartet uns dann – wie soll es auch anders sein – ein Strafzettel und wir fahren direkt weiter zum nächsten Biergarten. Hier herrscht nun Selbstbedienung und ansonsten glücklicherweise keine bescheuerten Coronamaßnahmen, sodass wir den Tag gemütlich ausklingen lassen können.

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Nach dem Frühstück ist dann auch klar, dass wir abreisen – geöffnet hat nun nichts mehr und es macht wenig Sinn noch hier herumzulümmeln. Ist ganz schön schade, aber so ist es eben jetzt.

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So fahren wir jetzt rüber nach Oostende, werfen einen Blick auf die hässliche Küste, bekommen am Imbiss leckere Pommes und fahren schließlich zurück nach Karlsruhe. Die Grenzen sind noch offen, es finden keinerlei Kontrollen statt und ich hoffe inständig, dass sich durch diesen Virus daran nichts ändert.

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In Karlsruhe angekommen verbringen wir den Abend mit Essen und TV schauen, müssen uns jetzt aber Gedanken machen über den weiteren Verlauf unserer Tour. Die Veranstaltungen, die wir besucht hätten, sind gestern abgesagt worden – nun haben wir noch einige Hotelbuchungen und die Ungewissheit, wann Deutschland mit der Abschottung nachzieht.

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Wir entscheiden uns schließlich für den Abbruch unserer Reise, denn 2.000km und horrende Hotelkosten dafür, dass wir selbst kochen müssen, alles geschlossen hat und die Konzerte am Ende unserer Tour ohnehin abgesagt sind, sind es nicht wert. So kann ich zwei der drei Hotels kostenlos stornieren und für eines zahlen wir nun eben die Gebühren.

Am Morgen verlassen wir dann die Eheleute R., spazieren noch kurz am Karlsruher Schloss und knattern dann nach Hause.