durchbruch #1

Der Bus ist nun durchrepariert und bereit zum Einsatz. Wie schon vor zwei Jahren gehen wir wieder auf Liedfett-Tour! Die Hamburger Band versteht es uns zu begeistern und so habe ich im Sommer unendlich viele Tickets für die bevorstehende Tour geordert. Wie auch schon vor zwei Jahren starten wir die Tour in Heidenheim mit dem berüchtigten Tag Null. Ich vermute, der wird wieder am schlimmsten und mit Sicherheit werde ich Recht behalten.

Neben Marc ist noch Ben aus Mühldorf am Start und Selena wird morgen zu uns stoßen – die ist clever genug Tag Null ausfallen zu lassen.
Am Abend gehen wir zusammen mit meiner besseren Hälfte zu Kochlöffel, stopfen uns mit Unfug voll und stolpern dann geradewegs nebenan in die Kneipe „Zum Alten Hut“. Es kommen noch weitere Freunde und so eskalieren wir bis spät in die Nacht, trinken feuchtfröhlich um die Wette und wie vor zwei Jahren artet es mit Ben dermaßen aus, dass ich am liebsten schon jetzt die Tour abblasen würde.

Am Morgen, nach wenigen Sekunden Schlaf, wackeln wir zum Metzger, ordern zwei Bier und ein paar Leberkässemmeln. Den Verkäuferinnen haben wir sicher den Tag versüßt! Und nun wird es endlich Zeit loszufahren. Unser ersten Konzert heute findet in Wiesebaden statt uns bis dahin ist es ein weiter Weg. Marc fährt, Ben & Ich trinken. In völliger Bierlaune vom gestrigen Abend schieße ich übers Ziel hinaus und als wir irgendwo auf der A3 auf Selena mit ihrem Ducato-Camper treffen, bin ich längst betrunken.

unfug tut gut

Marc von Whatabus ist zu Besuch in Heidenheim – natürlich nicht ganz ohne Grund. Nächste Woche möchten wir uns um seinen Bus kümmern und heute geht es nach Ulm zu Frittenbude. Frittenbude machen so etwas wie, öhm – Elektropunk. Nach unzähligen Jahren habe ich die Jungs im Sommer auf Rock am Berg gesehen und so hatten wir kaum eine Wahl uns das Konzert in Ulm anzusehen.

Im Bus fahren wir nun also nach Ulm, ich schlürfe gemütlich Jack Daniels und direkt vorm ROXY parkieren wir, machen ein klein wenig Parkplatzrave und schauen auch bei unserem Stammtürken in Ulm vorbei. Dort schmeckt es wie gewohnt vorzüglich und am Abend begeistert uns Frittenbude aufs Neue. Was für ein Abriss! Tolles Konzert, super Stimmung und weil wir grundsätzlich einfach ziemlich doof sind, fahren wir nach dem Konzert zurück nach Heidenheim und besuchen noch die ein oder andere Kneipe.

Den verkaterten Sonntag nutzen wir dann für eine kleine Wanderung auf der schwäbischen Alb. Leider ist keiner so recht begeistert von meinem Wunsch Pilze zu sammeln und diese dann zu verspeisen. Liegt es daran dass wir alle keinen Plan davon haben? Vermutlich.

Für die nächsten Tag steht dann der Whatabus auf dem Programm. Es sind einige Arbeiten daran zu erledigen, er schreit nach neuer Hauptuntersuchung und für das, das anschließend passiert, muss er schließlich gerüstet sein. Ich ziehe nämlich für 11 Tage in den Bus, lasse den Kadetten zurück und gemeinsam gehen wir in Kürze dann auf Tour.

wellness erwünscht

Heute starten wir schon am frühen Morgen in den Süden, denn Wellness dürfte uns kaum schaden und der Kadett braucht mal wieder etwas Auslauf. So kommen wir mittags auf der französischen Rheinseite an, schlendern durch Chalampé und glotzen aufs rheinische Nass, ehe wir weiter ins schwarzwälderische Badenweiler fahren. In diesem beschaulichen Nest zieht mich zuerst das Panacée Grand Hotel Römerbad in seinen Bann. Das ehemalige 5-Sterne Hotel steht seit einigen Jahren leer, nachdem es seine thailändische Hotelgruppe heruntergewirtschaftet hatte. Das über 200 Jahre alte Gebäude wurde zu Teilen bereits renoviert und steht nun vor dem Problem Brandschutztüren und Denkmalschutz, sodass Insolvenz angemeldet wurde. Die Angestellten wurden entlassen und seither ist dort Stille.

Ein trauriger Anblick inmitten der Stadt und wir marschieren weiter. Nach einigen Höhenmetern sind wir schließlich auf der Burg Baden – zerstört im Jahre 1678 ist sie heute ein Ausflugsziel und entlohnt mit einer fantastischen Aussicht, die wir ein wenig genießen und anschließend unser Hotel aufsuchen. Neben all den Luxuskarossen macht sich der Kadett ganz wunderbar und wir köpfen fix eine Flasche Secco, ehe es zur Paarmassage geht.

Die restliche Zeit verbringen wir Spa und sehen und den wunderschönen Kurpark etwas genauer an. Die Anfänge des Kur- und Schlossparks reichen bis in das Jahr 1758 zurück und heute kann man hier orientalische Platanen, japanische Lebensbäume, kaukasische Mandeln, Schwarznüsse aus Nordamerika, Zwergmandeln aus südrussischen Steppen, kalifornische Flusszedern, Zuckerahorne aus Kanada, Blauglockenbäume aus China und Urweltmammutbäume bewundern. Die ältesten Mammutbäume in Badenweiler sind ca. 160 Jahre alt und wir wirken verflucht klein neben diesen Riesen.

miles miles miles

Der BMW ist wieder fit für zwei weitere Jahre und ich bringe ihn jetzt zurück in seine Heimat. Morgen muss ich ohnehin an den Bodensee und so bietet es sich direkt an dem Herrn O, einen Besuch abzustatten. Den habe ich zuletzt im Winter gesehen und die Sehnsucht ist groß. So komme ich am Abend an, liefere den BMW ab und steige wieder in den Kadett. Bei Herrn O. dann gibt es traditionell Wein und wir bestellen uns Pizza.
Leider scheine ich krank oder soetwas zu werden, fühle mich recht unwohl und trotzdem sitzen wir bis in die Morgenstunden beisammen, haben viel Unfug zu erledigen und zu reden.

Nach einem kurzen Powernap und einer wohltuenden Dusche verlasse ich dann die Pfalz. Mein erstes Ziel ist Sindelfingen bei Stuttgart – hier treffe ich Herrn A. – für den liegen auf der Rückbank schicke Alufelgen für seinen Volvo. Ich brauch die nicht und seinem stehen die sicher ganz hervorragend. Weiter geht es es an den Bodensee nach Konstanz. Frau E. möchte abgeholt werden und diesem Ruf komme ich natürlich gerne nach. Eigentlich hatte ich für uns noch einiges an Programm in petto, aber noch immer fühle ich mich nicht gut und täte am liebsten direkt einschläfern lassen.
So fahren wir nach Hause, machen bei Ravensburg in einem Biergarten Pause und kommen früh nach Hause.

Nach einer ruhigen Nacht ist es dann soweit die Notaufnahme aufzusuchen. Schon in der Pfalz sagte ich spaßeshalber, dass bestimmt mein Blinddarm explodiert sei. Das sage ich schon immer wenn mir irgendetwas weh tut. Nur diesmal habe ich blöderweise Recht und werde direkt für die OP vorbereitet. Damit hat sich dann auch unsere Fahrt nach Ungarn auf das Balaton Sound Festival erledigt. Die Tickets liegen bereit und Freunde sind bereits in Ungarn und warten sehnsüchtig auf unser Erscheinen. Ich aber liege jetzt ein paar Tage im Krankenhaus und hoffe dass ich bis zu unserer Tour nach Schweden wieder fit bin. Denn die sollte planmäßig nach unserer Rückkehr von Ungarn starten.