Rallye 2020 #6

Wir fahren und fahren und fahren und fahren. Nach einigen Stunden auf der A7 lassen wir den Daewoo auf einen Park & Ride Parkplatz zurück und fahren weiter in den Süden. McDonald’s versorgt uns mit Fressalien und kurz vor Mitternacht stehen wir schließlich in Friedrichshafen am Bodensee. Es ist kalt, ungemütlich und so fahren wir am See entlang an die Grenze zur Schweiz. Wir möchten uns Glück nicht überstrapazieren, immerhin wurden wir in Polen nicht erwischt und nun siegt die pure Vernunft, wir fahren weiter nach Freiburg und sehen uns die Stadt wieder durch die Autoscheiben an.

Nun fahren wir am Rhein entlang Richtung Norden und nutzen einen kleinen Grenzübergang nach Frankreich. Nahe Daubensand machen wir lediglich ein Foto – Hauptsache dort gewesen und Verbote ignoriert. Über Karlsruhe fahren dann nach Pforzheim, schließen für einen Moment die Augen und dann geht es über die schwäbische Alb zurück zum Daewoo. Auf der Alb haben wir sogar einen Hauch Schnee und die Rallye ist hiermit beendet.

Rund 3.000km haben wir mit dem Fiesta zurückgelegt, rund 1.500 mit dem Daewoo. Wir haben zwei Nächte im Fiesta verbracht und 3 Nächte bei anderen Rallyeteilnehmern, die dieses Jahr wegen Pandemie nicht teilnehmen konnten. Aber immerhin konnten wir ein paar der fröhlichen Gesichter auf diesem Wege sehen, hatten jede Menge Spaß und ich hoffe, dass wir nächstes Jahr die Rallye wieder auf normale Weise durchziehen können. Den Fiesta werde ich jetzt abstellen, abmelden und möglichst schnell loswerden. Ich bin erstaunt, dass er die Tour durchgehalten hat, macht ihn allerdings nicht zu einem besseren Auto.

rallye 2020 #2

Treffpunkt ist heuer bei mir zuhause, Herr M. reist an und dann kann es schon losgehen. Unser erstes Ziel erreichen wir schon nach lediglich 30 Kilometern. In Aalen kaufen wir einigen Unfug, Gastgeschenke und fahren dann weiter zum heutigen Ziel – das nur noch 20km entfernt liegt.

Eine so kurze Etappe hatten wir garantiert noch nie. Bei anderen Rallyeteilnehmern nahe Abtsgmünd verbringen wir heute den Abend, schon bei Ankunft gibt es Kaltgetränke und Frau S. versorgt uns mit Linsen & Spätzle. Wir feiern bis spät in die Nacht, schlafen auf dem Sofa und das Frühstück fällt dann etwas mager aus.

Wir verabschieden uns bei unseren Gastgebern und sollten so langsam wirklich los. Immerhin ist ja Rallye und wir müssen unbedingt Kilometer fressen – was macht das Ganze sonst für einen Sinn? Wegen diverser Mängel am Daewoo war eigentlich geplant, dass wir ab sofort nur mit dem Ford fahren, aber irgendwie steht das ja auch nicht im Sinne der Rallye und außerdem soll man ja Fahrgemeinschaften vermeiden – wegen Pandemie und so. Also machen wir uns mit beiden Autos auf und verlassen nun endlich Baden-Württemberg.

Im Mini-Konvoi fahren wir über Landstraßen nach Nördlingen und landen schließlich in Schrobenhausen. Hier haben wir ein Date mit Herrn F. – bei ihm kaufen wir immer heiße Importware aus Fernost und holen diese heute ab. Nach einem kurzen Plausch geht es dann auch weiter – die Sonne geht schon wieder bald unter und wir haben noch ein Stückchen vor uns.

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Inzwischen wären wir ja schon voll in der Festivalsaison, würden permanent auf irgendwelchen Ackern umhergammeln und feiern. Wurde uns allerdings alles genommen und stattdessen machen wir heute einfach wieder unser eigenes Festival. Mit der Crew, mit der wir eigentlich bei Rock am Berg nun wären, treffen wir uns heute einfach auf einem Campingplatz an der Grenze zu Bayern.

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Am frühen Morgen kommen wir an und bauen auf – die nächsten vier Tage verbringen wir dann mit Musikhören, Saufen, Sonnenbaden und anregenden Gesprächen. Es herrscht schon nach kürzester Zeit absolutes Festivalfeeling und dank der guten Campingplatzwahl ist Lautstärke auch kein allzu großes Thema – Parzellen und anderen Spießerquatsch gibt es hier nämlich nicht und wir wurden extra ins letzte Eck verfrachtet, sodass wir niemanden nerven.

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Die Tage verlaufen dann wie geplant, wir Essen oftmals, bewegen uns nur wenig und machen selbst ein wenig (fürchterliche) Musik, bis ich schließlich am Sonntag Abend abreise und dieses tolle Festival „Rock am Ringle“ hinter mir lasse. Wir hatten eine schöne Zeit, hatten Unmengen Spaß aber ein richtiges Festival können unsere Partys eben nicht ersetzen – hoffentlich kommen hier möglichst schnell vernünftige Lockerungen.

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Heute geht es bei strahlendem Sonnenschein nach Ludwigsburg. Die Blühendes Barock Gartenschau lockt bei diesem tollen Wetter – ich glaub sogar noch gar nie dort gewesen zu sein. In Ludwigsburg angekommen möchten wir zuerst etwas Essen, werden in einem Café am Marktplatz aber leider nicht glücklich. Aufgrund Corona ist die Speisekarte auf ein winziges Minimum geschrumpft und so gehen wir ein paar Straßen weiter zum Italiener. Der nimmt auch die Coronamaßnahmen nicht so genau und das Essen schmeckt fantastisch.

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Nun geht es weiter zum Residenzschloss – das Schloss selbst habe ich schon öfter von außen erkundschaftet – hat mir allerdings nie gefallen, die Gärten jedoch sind Neuland und so freue ich mich schön auf die umfangreiche Sammlung an Flora.

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Besonders die Kräutergärten haben es mir angetan – es duftet atemberaubend und es sieht klasse aus – für meine Gattin ist auch viel geboten, denn wir gehen auch in den Märchenpark, fahren in einem Boot, lesen einige Märchen und schlendern durch den kleinen Irrgarten. Da kann man gern einen ganzen Tag für einplanen und hat hinterher das Gefühl nicht alles gesehen zu haben.

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Nach vielen Stunden in der Anlage gehen wir noch Gegenüber zum Favoriteschloss, schlendern durch den Park und gucken uns die alten Gemäuer an um im Anschluss auf dem Heimweg noch in einer Bikerbar köstlich zu Essen.