inselaufkommen

Bei heftigen Regen fahren wir heute nach Lindau an den Bodensee, parken auf dem Festland und treffen uns nun mit Freunden aus Augsburg. Noch ist das Wetter halbwegs durchwachsen, sodass wir uns auf der Maximilianstraße in ein Restaurant setzen, Kaltgetränke schlürfen und den Regen aussitzen. Scheinbar ist die ultrawichtige Insidenz derart niedrig, dass wir uns ganz ohne Coronablödsinn hier aufhalten dürfen.

Nachdem die Sonne zu uns gefunden hat, spazieren wir durch den Stadtkern und sitzen auch schon im nächsten Restaurant um uns die Mägen füllen zu lassen. Im Anschluss schlendern wir durch den Stadtkern und kommen irgendwann am Hafen an. Am Kiosk gibts wieder ein Bier und wir genießen für eine Weile das bunte Treiben der vielen Touristen, schnabulieren Eis und machen uns dann wieder auf den Weg zum nächsten Kiosk. Auch hier werden wir mit Bier versorgt und laufen dann am Bahnhof hinunter von der Insel, um uns vom Schloss Holdereggen beeindrucken zu lassen.

Das Schloss im Neurenaissance-Stil wurde 1890 erbaut, lies einige Besitzerwechsel über sich ergehen, fungierte im ersten Weltkrieg als Lazarett und 1937 sorgte die NSDAP für einen Verkauf an die Stadt Lindau. Seit den 50ern hat die Musikschule der Stadt ihren Sitz in dem Gebäude. Der Park mit zwei Mammutbäumen ist öffentlich zugänglich und unbedingt sehenswert.

Wir haben nun schon wieder Hunger und haben diesmal leider kein Glück. Etwas außerhalb haben die meisten Biergärten geschlossen, der eine der geöffnet hat verlangt einen negativen Test und so landen wir letztlich bei einer Fastfoodkette. Denen scheint unser Geld gut genug.

wandern, what else

Während des Lockdowns gibt es ja nicht allzu viele Möglichkeiten, sofern es nicht weiter weg gehen soll. Man kann ständig bei Kumpels in den Buden abhängen, saufen oder alternativ Wandern gehen. Nur hierbei fehlt ganz klar die Komponente des wo Einkehrens. Trotzdem sitzen wir nun im kleinen Volvo und düsen gen Süden, um nach zwei Stunden Fahrt in Füssen zu parken.

Wir marschieren los am hohen Schloss, durchstreifen die Innenstadt und watscheln am Lech entlang bis zum Lechfall. Der Lechfall ist eine rund zwölf Meter hohes Stauwehr etwas südlich von Füssen und tatsächlich ganz nett anzusehen, jedoch zieht es uns rasch weiter in den Wald. Am Fluss entlang entkommen wir den Menschenmassen, krempeln die Hosenbeine hoch und waten durch den Lech auf eine kleine Insel. Das Wasser ist eisig kalt und bringt bei 30 Grad Außentemperatur den Kreislauf derart in Schwung, dass wir ganz ausversehen die Grenze zu Österreich überschreiten. Zwei Wochen Quarantäneblabla verkürzen wir auf 5 Minuten Aufenthalt im Wald und überqueren dann den Lech, um auf der Nordseite den Mitter- und Obersee zu umrunden.

Zurück in Füssen durchkämmen wir noch einmal die Innenstadt, blicken wehmütig auf geschlossene Restaurants und holen uns noch eine Pizza to go – fressen müssen wir die Dank Bundesdummbremse auf dem Boden, wie das halt inzwischen so üblich ist. Ehe wir nachhause fahren, treffen wir uns noch mit unserem Lieblingspaar aus Augsburg auf ein kühles Radler an der Tankstelle – die waren heute unweit von uns ebenfalls Wandern und ich werde das Gefühl nicht los, dass das heute beim ersten Sommertag jeder tat.

sommeropening

Nachdem wir uns neulich in Ansbach und Ingolstadt umgesehen haben, geht es heute schon wieder nach Bayern. Herr Whatabus kam vor Kurzen zurück aus Albanien und wir sollten uns unbedingt mal wiedersehen. Also brettere ich am frühen Morgen gen Süden und bin nach ein paar Stunden in Mühldorf. Hier wohnt Herr B., – der ist allerdings noch Wandern und so gehen der Whatabus und Ich eben nach Eggenfelden.

Eggenfelden wirkt auf den ersten und auch auf den zweiten Blick ziemlich überschaubar, in der Innenstadt bekommen wir Pizza „to go“ und Essen diese wie es sich gehört direkt vor dem Restaurant. Anschließend noch ein Eis und dann spazieren wir ein bisschen durch die Stadt. Weit kommen wir allerdings nicht, denn wir haben einen Hof gefunden, der mit Ess- und Getränkeautomaten ausgerüstet ist. Ganz zufällig stehen direkt ums Eck Tische & Stühle, sodass wir einfach für einige Stunden in der Sonne sitzen, Bier trinken und Gastrofeeling genießen können. Die Besitzer empfehlen uns einfach zu behaupten, dass wir hier wohnen falls die Grünen kommen. Wunderbar!

Mit etwas Sonnenbrand geht es dann schließlich zurück nach Mühldorf zu Herrn B. Der ist noch nicht da, wir aber haben seinen Schlüssel und können anfangen zu kochen bzw. zu trinken. So feiern wir bis spät in die Nacht und verbringen den Sonntag mit Ausschlafen, Fernsehschauen und Essen, bis ich zum späten Nachmittag wieder abreise.

retard tour

Das Frühstücksbuffet habe ich ganz für mich alleine – irgendwie gespenstisch, aber ich genieße die Ruhe. Vollgefressen sehe ich mich ein bisschen in Hoyerswerda um, merke aber früh dass es gar nicht allzu viel zu sehen gibt und gehe dann ein bisschen einkaufen. Zwischenzeitlich hat mir Herr S. aus Berlin geschrieben, was ich denn im Osten täte und dass er morgen nach München fährt um sich ein Auto anzusehen. Da könnte ich ja mit. Also fahre ich nach Bad Freienwalde östlich von Berlin, sehe mir die Messihalle des Herrn S. an, mit dem Auto gibt es eine kurze Stadtführung und dann fahren wir gemeinsam nach Berlin. Dort angekommen herrscht Verkehrschaos, weil die Coronaschwurbler eine Autodemo abhalten. Ich bin ja ein entschiedener Gegner der Coronamaßnahmen, aber müssen diese Querlenker mir nun sprichwörtlich im Weg stehen? Es nervt.

In Friedrichshain holen wir uns eine handvoll Pizzen, quatschen in die Nacht hinein und dann geht es ins Bett um noch vor Sonnenaufgang die Autos zu besteigen. Wir fahren mit zwei Autos im Konvoi bis nach Hof und lassen dort meine Karre zurück, schippern nun zusammen mit dem Diesel-Meriva nach Landshut und sind pünktlich beim Händler. Probefahrt, Anschauen, Verhandeln und kaufen – alles erledigt und kein Problem, so genau nimmt es auch hier in Söderistan keiner mit den Verboten. Das Auto nehmen wir aber nicht mit, Herr S. holt es dann in Kürze und wir fahren nun nach Dorfen zu Herrn Whatabus. Es gibt leckeres Essen und dann müssen wir auch leider schon wieder los, denn uns stehen noch einige Kilometer bevor. Wir gondeln durch Landshut und nach vielen Stunden stehen wir in Hof bei meinem Auto. Herr S. düst nun weiter nach Berlin und ich kehre um in Richtung Süden – in ein paar Stunden bin ich dann auch zuhause und falle sicher ermüdet in mein Bett.