katzenklo, katzenklo

Heute geht es für uns nach Perast, einem kleinen Städtchen an der Bucht von Kotor. In seiner Blütezeit hatte Perast beinahe 2000 Einwohner – heute sind es noch rund 300 und wahnsinnig viele Touristen. Denn Perast kennt man wegen seiner beiden Inseln unf auf die Gospa od Skrpjela fahren auch Schiffche. Die Insel wurde vor hunderten Jahren künstlich angelegt, indem man gesunkene Schiffe mit Steinen belud und das Ganze weiter auftürmte. 1452 wurde dann eine Kirche auf dieser errichtet und heute werden unzählige Touristen mit Bussen und Schiffen dorthin gekarrt. Auch wir fahren auf die Insel und da wir keiner Busgruppe angehören haben wir das Boot sogar für uns alleine.

Die Insel ist ein netter Fleck, die Kirche aber kaputtrestauriert und gefällt mir nur wenig. Das „Museum“ lassen wir aus, denn auf Knochen und andere Habseligkeiten von irgendwelcher Heiligen habe ich keine Lust.

Wir spazieren noch etwas durch Perast und fahren dann weiter nach Herceg Novi. Hier gibt es leckeres Essen und wir spazieren am Meer entlang in die Altstadt, sehen uns ein wenig um und spielen dann in einer Kneipe Kartenspiele.

Gemütlich fahren wir zurück nach Kotor und kaufen noch in einem Supermarkt Katzenfutter. Kotor nämlich ist voll von streunenden Katzen. Viele Gassen in der Altstadt riechen auch recht unangenehm nach Katzentoilette und weil die Tierchen nunmal auch nix für ihr Schicksal können, füttern wir sie eben. In Kotor gibt es auch ein Katzenmuseum – es hat momentan geschlossen, klärt aber die Besucher auf, an welchen Plätzen man die Katzen füttern kann.

lustvoll durch lustica

Wir genehmigen uns heute ein leckeres Frühstück in einem nahgelegenen Hotel und kapern dann den Kadett um auf die Halbinsel Lustica zu fahren. In den kleinen Bergdörfern ist alles wie ausgestorben und man hat jederzeit einen wundervollen Blick aufs Meer. Wir fahren durch die vielen Dörfchen bis nach Rose und täten hier furchtbar gerne etwas essen. In dem schönen Städtchen hat aber leider alles geschlossen. Die Saison beginnt erst in einigen Wochen, sodass wir außer Bauarbeitern und viel Ruhe hier nichts weiter bekommen.

Irgendwann haben wir genug von der Oliveninsel und fahren zurück nach Kotor umd die Mittagshitze für ein kleines Selbstmordkommando zu nutzen.
Es ist furchtbar heiß und wir marschieren hoch auf die Festung, die über der Altstadt auf den Berg gebaut wurde. Eindrucksvoll schlingelt sich die Stadtmauer um den Stadtkern und auf den Berg. Unzählige Treppenstufen führen hinauf und offenbaren einen unglaublichen Blick auf die Bucht und Umgebung.

Erschöpft kommen wir zurück, gehen Essen und genießen dann unser Zimmer, denn Morgen ist auch noch ein Tag.

die bucht

Nun ist es nicht mehr weit – einige Kilometer zur Bucht von Kotor und bei Bijela geht es auf die Fähre. Das spart einige Kilometer und macht wie immer auch ein wenig Spaß. Wir fahren weiter an der Küste und halten an der Gospa od Andjela, einer wunderhübschen Kirche direkt an der Bucht.
Schon hier beeindrucken die Berge, in die sich die Adria vor langer Zeit hineingefressen hat und die vielen venezianischen Bauten.

In Kotor angekommen parkieren wir den Kadetten und bringen unsere Habe zu unserer Ferienbude. Die liegt inmitten der Altstadt hinter der romanischen Sankt-Tryphon-Kathedrale. Die Kathedrale ist ein herausragendes Werk der Romanik und wurde in ihrer tausendjährigen Geschichte von manchem Erdbeben heimgesucht, erfreut sich heute aber bester Verfassung.

Nun stellen wir den Kadett noch etwas außerhalb der Altstadt und genehmigen uns hier bei einem Imbiss ein paar Cevapcici. Die 21 Stunden Fahrt hatten es in sich und so ist für heute nichts mehr geplant. Wir lassen uns durch die Altstadt und die vielen verwinkelten Gassen treiben, bis wir schließlich in unser Bett fallen.

balkanblues

Ich habe zur Zeit wahnsinnig viel Arbeit und entsprechend wenig Zeit für schwachsinnige Reisen. Nichtsdestotrotz soll es heute ein wenig in die Ferne gehen. Der Kadett bekommt ein paar Galllonen Unverbleites und unser Gepäck findet im Inneren platz.
Nachmittags fahren wir schließlich los, pappen vor Salzburg Vignetten in die Frontscheibe und brettern ein paar Stunden später durch den Karawankentunnel. Slowenien durchqueren wir in der dunklen Nacht und weiter geht es nach Kroatien. Die Grenze kostet allerdings Nerven, denn die Kroaten kontrollieren heute, als sei es eine Außengrenze. Immerhin kommen diesmal keine Fragen auf, bezüglich meines gestohlenen Führerscheins.

Jetzt geht es der Küste entlang in den Süden, noch vor Sonnenaufgang packt mich die Müdigkeit und wir dösen ein Stündchen im Auto ehe es weitergeht. Am Morgen reisen wir dann in Bosnien & Herzegowina ein und ich raffe allmählich, dass die Route so garkeinen Sinn macht. Denn eigentlich möchten wir nach Montenegro und die letzten 200km durch Bosnien würden bedeuten, dass wir nur auf miesen Pisten fahren.
Also kehre ich um – an einer anderen Grenzstation geht es wieder nach Kroatien. Der bosnische Grenzbeamte ist etwas verwundert über unseren langen Aufenthalt in seinem Land und der kroatische Zoll zerpflückt das ganze Auto – ein herrlicher Spaß!

Nun fahren wir die etwas klügere Route entlang der Küste, fahren nochmals ein Stück durch Bosnien und landen schließlich in Montenegro – unserem Ziel.