quer durch schweden

Der Wecker klingelt heute besonders früh. Ich schäle mich aus dem Bett, springe zum Frühstück und wir lassen die anderen wissen, dass pünktlich abgefahren wird. Auf die Alkoholleichen und Unzuverlässigen wollen wir nun wirklich keine Rücksicht mehr nehmen. So kommt es dass wir pünktlich zum Morgengrauen mit nur drei Fahrzeugen das Parkhaus verlassen. Der Rest kann ja nachkommen – die Adressen stehen schließlich im Roadbook.

So machen wir einige Kilometer auf der Autobahn und verlassen sie dann um den restlichen Weg auf Schwedens wunderbaren Landstraßen zu verbringen. Mitten im Nichts machen wir eine Pause, beraten uns bezüglich der Route und werfen bei der Gelegenheit den Bewohnern direkt eine Postkarte mit lieben Grüßen in den Briefkasten. Wenige Kilometer später schreibe ich mit den Zurückgebliebenen, wir geben unseren Standort durch und plötzlich tauchen die fehlenden 4 Fahrzeuge im Rückspiegel auf. Perfekt! Nun sind es noch rund 70km Landstraße die uns von unserem ersten Ziel trennen.
Einen kurzen Halt machen wir noch an einer alten Fabrik. Dass das offensichtlich Privatgelände ist scheint keiner zu merken (wollen) und so stehen plötzlich 7 groteske Fahrzeuge auf dem Hof eines alten Schweden. Der kommt auch sofort hinaus, guckt ungläubig und zusammen mit Herrn P. kann ich ihm erklären dass wir gleich wieder weg sind, wer wir sind und was wir machen. Gegen ein wenig deutsches Bier hat er auch überhaupt nichts einzuwenden und so dürfen wir Bilder von der Fabrik und unseren Autos machen. So recht geheuerlich scheint ihm das ganze trotzdem nicht zu sein.

Permanent läuft mir der Sabber den Mundwinkeln herunter. Denn neben der landschaftlichen Herzerwärmung fahren hier so unglaubliche tolle Volvos umher – ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Einen Tankstop später erreichen wir auch langsam das Moor Kyrkö Mosse. Hier gibt es für uns einen besonderen Leckerbissen in Form eines „Lost Places“.

storebæltsbroen

Wir pausieren noch etwas am Meer, gucken auf die Brücke und vertreten uns etwas die Beine. Und nun geht es mangels Alternativen auf die Autobahn und über die Beltbrücke. Die Meerenge Großer Belt wurde früher mittels Fähren bezwungen und kann seit bereits 18 Jahren einfach überfahren werden. Die 7km vergehen wie im Flug und man sieht aus dem Auto heraus natürlich nichts – von einem Schiff oder eben vom Festland sieht das ganze sehr viel spektakulärer aus. Umgerechnet kostet der Spaß rund 30,-€ und wir können die Autobahn bei Ankunft auf der Insel Seeland dann auch wieder verlassen.

An einer Tankstelle sammeln wir uns und anschließend möchten wir die Autobahn nördlich umfahren. Die Route macht so einen großen Bogen und landschaftlich kommt schon viel mehr Freude auf. Die großen Hauptstraßen sind nun auch weniger Teil der Route und so kommen wir durch wunderschöne Dörfer und bekommen die unmöglichsten Sraßen unter die Räder. An einer Tankstelle machen wir Halt und ich bin überglücklich, dass es dort auch Essen gibt – undzwar selbstgemachtes, wirklich gutes Essen. Ich esse Fischbrötchen, schlabbere Majonaise und an den Mundwinkeln kleben Salatblätter. Herrlich!

Die Truppe ist sich einig, alle scheinen die Lust am Fahren verloren zu haben und so fahren wir auf die Autobahn. Ich finde es horrend schade, füge mich dann aber natürlich und so werden die Navis mit unserer Zieladresse gefüttert und weiter geht’s. Auf der Autobahn ist es natürlich sauöde und in windeseile erreichen wir Kopenhagen um dann über die Öresundbrücke zu fahren. Diese kostet rund 50,-€ für einen PKW und ist genauso spektakulär wie die Beltbrücke. Nämlich garnicht, sofern man darauf ist.

mehr regen

Ein neuer weiterer Regentag und wir sind klug genug um nicht schon wieder im Wohnzimmer zu sitzen – so beschließen wir die Region abzufahren, gehen schick Kebab essen in Schiefling und kommen nicht umhin, nochmals in Klagenfurt Halt zu machen. Herr O. benötigt unbedingt ein paar süße Schuhe und die bekommt er dann auch im Nike-Outlet.

Herr O. ist überglücklich und wir düsen noch nach Reifnitz – hier findet demnächst das berühmte GTi-Treffen statt und die Aufbauarbeiten sind in vollem Gange. Schon seit Jahren nehme ich mir vor dort mal hinzufahren, bin aber insgeheim doch froh einfach vor dem ganzen Trubel die Gegend zu besuchen.

So klappern wir nach und nach, begleitet von einer leichten Sehnsucht nach dem Wohnzimmer, die ganze Region ab und werden dabei sogar weniger nass als gedacht. Der Regen scheint ein Ende zu finden, man glaubt es kaum.

opels in the snow

Zuallererst schenke ich mir einen Longdrink ein – anschließend bauen wir Grill, Pavillon und sonstigen Campingmist auf, wir sind schließlich nicht zum Spaß hier.

Das Camp steht – und nun? So recht wissen wir es auch nicht, denn anders als erwartet sind wir beinahe alleine. Vermutlich liegen die meisten im Graben oder sind bei dem suboptimalen Wetter erst garnicht losgefahren. Zum zweiten mal findet in Oschersleben an der Rennstrecke ein kleines Opel-Wintertreffen statt. Schön mit Campen, Glühwein und Gemütlichkeit. Schade nur, dass heuer kaum jemand da is. Die meisten Teilnehmer sind im nahegelegenem Hotel untergebracht und auf dem Campingplatz ist es recht ruhig. Die Ruhe stören wir so gut es geht, feiern bereits in den Morgenstunden, Grillen was das Zeug hält und lassen es uns so richtig gut gehen.

Viel mehr gibt es für mich auch nicht zu tun, denn für die angebotenen Workshops interessiere ich mich überhaupt nicht und schöne Fahrzeuge sind leider auch nicht da, die man bewundern könnte. Das MDR nutzt zur Mittagszeit die Gunst der Stunde und filmt ein wenig den Kadetten und auch Herr H. kann einem kurzen Interview nicht widerstehen.

Irgendwann zu etwas späterer Stunde gehen wir ins Bett und wachen erstaunlich spät am nächsten Morgen auf. Wir beschränken uns auf Frühstück und dem Wiederfinden diverser verlorener Gegenstände, sodass wir Mittags auch schon wieder die Heimreise antreten können.
Diese verläuft beinahe etwas langweilig, uns überrascht weder überfrierende Nässe, noch Schnee geschweigedenn Regen.