geurlaubt

Die letzten Tage haben wir zwischen Merzouga und Zagora verbracht, in der Sonne geschwitzt, sind mitten in der Sahara in einem Pool geschwommen und haben einfach mal die Seele baumeln lassen.

In Zagora ging es für uns ähnlich weiter. Wieder unter Palmen – Bücher lesen und ganz arg viel Relaxen. Dort haben wir auch direkt die Wäsche gewaschen und im Kadetten für etwas Ordnung gesorgt.
Vor Ort habe ich auch ein kleines Miniaturmodell vom Kadett anfertigen lassen und war überrascht, dass der Erbauer das Auto so gut getroffen hat, obwohl er es nur kurz in Augenschein nahm. Tags drauf fanden wir uns in einem klapprigen Renault R4 wieder, geplagt von Zündaussetzern und der verrückten Fahrweise des Besitzers.
Mein Modell holten wir in dem Haus des Modellbauers ab und bekamen einen kurzen Einblick hinter die Fassaden – ausgesprochen interessant.

Anschließend – ich habe nichts anderes erwartet – fuhren wir zur Verwandschaft des Renaultfahrers. Dass hier keiner miteinander verwandt ist, war mir natürlich direkt klar. Dennoch freute ich mich sehr, denn schon länger wollte ich mir ein Teeservice kaufen. Schnell entdeckte ich die Objekte meiner Begierde – eine große Kanne, zwei Gläser und ein Tablett. Nichts davon made in China. Die Unterschiede habe mich mir zeigen lassen und wir nahmen platz um über den Preis zu feilschen. Es dauerte lange bis wir uns einig waren & ich denke der Preis war dann für beide fair. Ich bekam viel Lob & Anerkennung für mein Verhandlungsgeschick und der Verkäufer meinte dass man an Europäern normalerweise besser verdient.

weiter gen süden

Wir möchten ja noch immer in den Süden und so machen wir nun wieder einige Kilometer. Durchs Gebirge fahren wir in aller seelenruhe bis nach Midelt. Frau M. Möchte ja ganz gern Campingplätze und ein wenig Infrastruktur – ich beklage mich überhaupt nicht, schließlich genieße ich den Luxus auch in vollen Zügen. In Midelt kommen wir zeitig an, ich plaudere ein wenig mit dem Chef und frage mal wieder nach Brot.

Er bietet mir an uns zu einem Supermarkt zu bringen und ich nehme das Angebot natürlich dankend an. Als ich mich in seinem VW Golf anschnallen möchte staunt er nicht schlecht, spricht von hohen Strafen in Deutschland und versichert mir dass das hier nicht so sei. Von Sicherheit natürlich keine Rede.
Er lässt uns am Supermarkt aussteigen und verspricht in zehn Minuten wieder da zu sein – sein Versprechen hält er natürlich und erkundigt sich mehrmals ob wir auch alles bekommen hätten.

Nun machen wir Essen und einer der Mitarbeiter des Platzes bestellt mich zum Teetrinken in sein Zimmer. Erst freue mich auf leckeren Minztee und höre dann doch nur die immerselbe Geschichte von Toten und kranken Familienmitgliedern. Wunderschöne Teppiche zeigt er uns und ehe er sie alle auspackt unterbreche ich, erkläre ihm dass ich nicht ohne Grund mit einem solchen Schrottauto unterwegs bin und all mein Geld für die Fahrt in sein schönes Land ausgebe. Auch Platz habe ich keinen und er zeigt sich verständnisvoll.

volubilis

Die Sonne brennt vom Himmel. Nur merk ich nix davon. Spürbar gesättigt weckt uns der Muezzin und ich schlafe prombt weiter. Zwei Stunden später – solange schlafe ich eigentlich nie – weckt uns dann der Koch. Mit einem doppelten „Guten Morgen“ und zaghaften Klopfen serviert er uns Minztee. So darf in Zukunft jeder Tag beginnen!

Wir packen in Ruhe zusammen und fahren dann zur Ausgrabungsstätte. Auf dem Parkplatz stehen eine Menge Busse ich befürchte volle Wege. Das Gelände aber ist recht weitläufig und wir können uns in Ruhe umsehen. Wir schlendern ein Weilchen an den Monumenten der römischen Antike vorbei, schießen einige Fotos und suchen uns dann aber ein schattiges Plätzchen.

Es ist ganz schrecklich schlimm heiß – binnen Sekunden ändere ich meine Hautfarbe von schimmelweiss zu magmarot. Also flüchten wir in den Schatten und essen zusammen mit einer isrealischen Reisegruppe. Der Herr neben mir entpuppt sich als recht witziger Zeitgenosse, als er in gebrochenen Deutsch eine Weisheit von sich gibt: Gott beschütze uns vor Sturm, Wind und Weibern die pfälzisch sind.
Er habe da mal gewohnt…

verwoehnprogramm

Der junge Mann kommt gerade vom Einkaufen zurück als wir entzückt einer Schafsherde hinterherblicken und bittet um Entschuldigung für die Verspätung – kein Problem, wir haben doch Zeit!

Der Raum neben der Rezeption entpuppt sich als kleines, orientalisches Restaurant – nur ohne kitschig zu wirken. Während wir eintreten begleitet uns eine Katze – kurzerhand säuft sie den Springbrunnen leer und unser Koch wird ihn in Kürze verwundert auffüllen. Der kleine Tiger scheint nicht dumm – als er seinen edlen Wasserspender hört versteckt er sich ganz schnell und sucht dann das Weite.

Ein spanisches Pärchen kommt auch zum Essen und bestellt sogar Rotwein. Die Reste davon – schließlich ist die Flasche entkorkt – bekommen wir angeboten und natürlich lasse ich mich da nicht zweimal fragen. Zur Vorspeise gibt’s Brot, Oliven und dazu eine wunderbar frische Gemüsesuppe. Erst halte ich es für den Hauptgang – die Menge nämlich ist nahezu genau richtig. Dann jedoch erscheint wieder unser Koch mit einem vor Vielfalt platzenden Teller Gemüse. Alles scheint ganz frisch zu sein und es schmeckt ganz vorzüglich. Ich fühle mich völlig überfressen und staune nicht schlecht, dass uns auch ein Desert aufgetischt wird. Obstsalat. Kurzzeitig schmelze ich dahin, bedanke mich ganz herzlich für das fantastische Essen und hieve meinen müden Körper in das Dachzelt.