wanderschaft

Heute geht es bei herrlichem Sommerwetter auf die Autobahn. Ich sammle Frau E. ein und anschließend treffen wir auf der Autobahn auf Herrn K. Ein paar Stunden später sind wir dann auch schon auf dem Fernpaß, decken uns in Imst mit Fressalien ein und fahren dann weiter nach Längenfeld zu Familie O.

Hier gibt es neben der Begrüßung einige Kaltgetränke und bis spät in die Nacht sitzen wir beisammen. Eigentlich wären wir nun auf dem Wacken Open Air – pandamiebedingt findet das Festival natürlich nicht statt und so nutzen wir die freie Woche für die Berge.

Am nächsten Morgen geht es schon zeitig los, beim Bäcker holen wir Frühstück und quetschen uns dann in einen Bus. Der bringt uns durch Sölden und schließlich bis nach Vent. Hier ist Schluss, wir steigen aus und abgesehen von unserem Wanderführer-Kompagnon ahnt wohl keiner, was uns da erwartet. Noch trennen uns von unserer Schlafmöglichkeit rund 1.700 Höhenmeter und viele viele Kilometer.

Gleich zu Beginn ist die Steigung enorm, das Gepäck schwer und die Sonne gnadenlos – immerhin kühlt es mit jedem Höhenmeter ein wenig ab und Stunde um Stunde kommen wir voran. Die starken Steigungen machen wir eingerosteten Bengel ganz schön zu schaffen aber irgendwie geht es schon und wir queren die ersten Schneefelder. Zwischenzeitlich ist es Zeit für den Pullover geworden, wir marschieren am Rand eines Gletschers und haben das Ziel noch lange nicht in Sichtweite.

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Nun geht es wieder nach Bayern – die Ausgangsbeschränkungen sind aufgehoben, so fehlt nun der Reiz des Verbotenen und die Genugtuung den Söder zu nerven, die Landschaft aber lässt sich gut aushalten und so starten wir am frühen Morgen ins südöstliche Bayern.

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In Bayrischzell angekommen ist schnell klar – wir sind nicht die Einzigen. Sämtliche Parkplätze sind verstopft, an den Land- und Bundesstraßen wird wild geparkt und zu meinem Glück bekomme ich einen Ehrenparkplatz direkt vor einem Verbotsschild. Alle anderen haben am Abend dann ein Knöllchen, ich lach mir ins Fäustchen.

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Unser Ziel für heute ist der Soinsee – uns stehen rund 800 Höhenmeter und viele Kilometer bevor, das dürfte aber für uns blutige Anfänger locker zu schaffen sein. Der Anstieg ist recht heftig, die Steigung enorm aber dann wird es etwas einfacher, sodass wir nach 2,5 Stunden auf den See blicken. Der Abstieg hat es nochmal in sich und dann erholen wir uns, schauen den Fischen beim fischeln zu und vespern zünftig, ehe wir uns auf den Rückweg machen.

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Nach ein paar Stunden Wanderung kommen wir zurück, natürlich bin ich der einzige ohne Strafzettel und in Bayrischzell essen wir in einem Biergarten, ehe wir uns einreihen in den fetten Heimfahrerstau. Irgendwie schön, stand ich doch seit Monaten in keinem Stau mehr.

die leiche des pontius pilatus

Wir sind irgendwie in der Schweiz gestrandet und stehen nun zu Füßen des Pilatus. Der Pilatus ist ein Bergmassiv südlich von Luzern und liegt im Grenzbereich der Kantone Luzern, Nidwalden und Obwalden. Ich wollte schon immer einmal hierher kommen um mit der Zahnradbahn nach oben zu fahren. Die Fahrt soll spektakulär und fesselnd sein. Daran gedacht dass wir uns mitten im Winter befinden habe ich natürlich nicht und die Bahn fährt erst im Frühling wieder.

Auf den Berg mögen wir nun aber trotzdem und so kaufen wir uns Tickets für die Lifte, welche uns auch nach oben bringen werden. Berg- und Talfahrt für zwei Personen kosten vergünstigt über 100,- Franken und das soll uns nun egal sein. Wir möchten jetzt ein wenig Fernsicht und Schnee. Im Lift klären uns Einheimische über die Wandermöglichkeiten und die Umgebung des Pilatus auf und stellen auch fest, dass sich unser Hotel im Reichenviertel Luzerns befindet. Das passt hervorragend, wo auch sonst gehören wir hin? Nach einer langen Fahrt kommen wir in Fräkmüntegg an und müssen umsteigen. Nun geht es in einem großen Lift weiter bis Pilatus Kulm – einer Bergstation auf über 2100m.ü.M. mit Hotels, einer Aussichtsterrasse und einer Panoramagalerie.

Wir genießen bei herrlichen Sonnenschein die Aussicht und watscheln ein wenig umher, bis wir schließlich zurück nach Fräkmüntegg fahren um dort zu Dinieren. Im Restaurant gibt es Rösti mit Würstchen – schmeckt grottig und kostet wahnsinnig viel. Satt spazieren wir dann etwas durch den Schnee und genießen auch hier die Aussicht, bis es mir schließlich zu kalt wird und sich meine Socken langsam mit Wasser füllen. Nun werde ich ungehalten und möchte zurück in die Zivilisation.

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Von Holzgau aus fahren wir an den Bodensee – natürlich gemütlich quer durch die Alpen und halten in Au im Vorarlberg an um uns die Mägen zu füllen.

Ein nettes Restaurant direkt am Straßenrand und wir finden sogar ein Plätzchen draußen in der Sonne. Die glüht heute so gnadenlos runter, dass meine Stirn nun rot leuchten dürfte. Hier sitzen wir ein ganz schön langes Weilchen – zum einen wegen des langsamen Personals und zum anderen weil wir es glücklicherweise nicht eilig haben.

Eigentlich wollten wir noch den Pfänder erkundschaften und ein paar vage Blicke auf den Bodensee werfen. Die Zeit aber wird knapp, schließlich wird es früh dunkel und so recht Lust hat auch niemand mehr. Also schauen wir kurz in Lindau nach einem Parkplatz, finden um’s Verrecken nichts und waschen stattdessen noch fix Herrn B’s Bus, schließlich wird der nun in den Winterschlaf geschickt – während richtige Fahrzeuge die kalten Monate über hart arbeiten müssen.