wampentreff

Schon seit geraumer Zeit möchte T. dass ich mal auf einem Kuhle Wampe Treffen vorbeikomme und heute soll es endlich so weit sein. Der Motorradclub Kuhle Wampe unterscheidet sich von anderen Motorradvereinigungen vorallem darin, dass sich der Club schon seit seiner Gründung in den 70er Jahren politisch engagiert und ganz klar antifaschistisch ist. Schonmal eine gute Sache und ich bin schon gespannt auf die netten Gesichter.
Dieses Wochenende lädt der MC Kuhle Wampe Augsburg ein zu einem kleinen treffen nähe Zusmarshausen und ich befinde mich bereits auf der Autobahn.

Wie ich ankomme sitzt da eine recht gesellige Runde, ich begrüße die Leute und frage ganz beiläufig, wo sich denn T. aufhält. Liegt noch um Zelt. Und das um 12.30 Uhr. Ohweia. Das Wecken geht recht fix und schon gibt es Frühstück. Dazu gehört neben Omelett natürlich einiger Pfefferminzlikör und gegen später finden wir uns am Kadetten wieder. Die Mopedfahrer nämlich sind gerade auf einer Ausfahrt und ich nutze die Gunst der Stunde um mein Dachzelt auf dem benachbarten Wanderparkplatz aufzuschlagen. Nebenbei hören wir erstklassige Musik und vergreifen uns an der Kühlbox. Eben eine ganz normale Parkplatzparty.

Gemeinsam unternehmen wir noch eine kleine Wanderung durch das umliegende Gestrüpp und kommen dann rechtzeitig zum Essen auf dem Campingplatz zurück. Gesättigt geht es ans Lagerfeuer und ich merke recht schnell, dass ich heute nicht mehr allzu alt werde. Die Müdigkeit steckt mir tief in den Knochen, ich lasse die Mannschaft wissen dass ich morgen zur Verabschiedung nicht mehr da sein werde und gehe schlafen. Wie erwartet bin ich zeitig wach, die Sonne sauniert das Dachzelt und ich baue gemütlich zusammen. Drüben schläft noch alles und ich verschwinde wie angekündigt so leise wie ich gekommen bin. Das war ein nettes Treffen mit noch viel netteren Leuten und mein Versprechen nach Leipzig zu kommen versuche ich 2019 dann auch wirklich einzuhalten!

bildungsreise

Den Jahreswechsel haben wir gut über die Bühne gebracht – es gab neben Filmen ganz viel Pizza und eine Menge Gelassenheit. Heute verabrede ich mich spontan mit Herrn R. – der ist noch immer in der Gegend und hat einfach viel zu viel Zeit. Also gehen wir lecker Essen und beschließen dann in der Kneipe unseres Vertrauens, dass wir morgen ein Museum besuchen. Die Wahl fällt auf das im letzten Jahr eröffnete Mazda-Museum in Augsburg. Herr P. kommt auch noch mit und zu dritt düsen wir los, ich erfreue mich des Beifahrerseins und knabbere Unfug auf der Rückbank.

Angekommen stehen wir auf einem ehemaligen Betriebshof der elektrischen Straßenbahn, errichtet Ende des 19. Jahrhunderts. Ein toller Bau und ideale Heimat für das Automuseum. 2011 hat die Familie Frey das Gebäude erworben, es restauriert und umgebaut zum Museum bis es schließlich 2017 eröffnet wurde. Nun blicken wir auf ca. 40 Exponate aus dem Hause Mazda der vergangenen Jahrzehnte. Neben Young- und Oldtimern für den europäischen Markt gibt es auch einige Leckerbissen von Übersee zu sehen, die Auswahl ist perfekt und gerade bei den Designikonen aus den 80er Jahren fällt es recht schwer sich satt zu sehen. Mit 5,-€ Eintritt [2,50€ ermäßigt] ist man dabei – lohnenswert wie ich meine.
Als wir dann genug gesehen haben, ist es Zeit für einige Burger, die wir uns in Dasing bei Mrs Pepper einverleiben. Von dort wäre es auch nicht mehr weit bis Schrobenhausen – hier hat Herr W. seinen Heimathafen und wann immer ich in der Nähe bin, habe ich entweder keine Zeit oder vergesse es einfach. Heute aber nicht, schnell ist ausgemacht dass wir uns in seiner heiligen Halle treffen und dort wieder auf ein paar alte Autos gucken. Neben einem Opel Manta i3000 schlummern etliche Volkswagen in den vier Wänden und warten auf besser Wetter.

Wir plaudern bis die Beine frieren und treten dann die Heimreise an – es schlummert sich ganz herrlich auf der Rückbank und unseren abendlichen Kneipenbesuch sparen wir uns heute – stattdessen falle ich dann einfach ins Bett.

fleischkäse & currywurst

Mein Iphone ist leider mal wieder kernschrott und ich habe einen Termin zur Reparatur in Augsburg. Als der nette Applemensch mir gerade verklickert, dass das Handy irreparabel zerstört ist und ich mir ein neues kaufe, steht plötzlich Frau G. neben mir. Sie hat dasselbe Problem und auch denselben Termin & ich lache über die doch recht winzige Welt. Geübt richte ich mir mein neues Telefon ein und gehe dann Fleischkäse frühstücken und lasse den Kadett prombt hier stehen.

Einen Fußmarsch weiter komme ich an der Fuggerei an. Das ist die älteste bestehende Sozialbausiedlung der Welt. Der horrend reiche Fugger stiftete die Siedlung im 16. Jahrhundert und seither ist sie bewohnt. Allerdings nur von Katholiken, die unter anderem jeden Tag das Vaterunser sprechen. Ob das überprüft wird weiss ich nicht, ich aber würde bei einer Kaltmiete von 0,88€ liebendgern ein Vaterunser, das Ave Maria und anderen Mist auswendig lernen. Die 0,88€ entsprechen dem Rheinischen Gulden – damals die Miete für eine Wohnung in der Siedlung. Inflation hat man außer Acht gelassen und so sind die Wohnungen heute doch recht erschwinglich. Hinzu kommen lediglich die Nebenkosten, welche die Mieter selbst tragen.

Für Besucher ist die „Stadt in der Stadt“ natürlich auch zugänglich. Die hübsch restaurierten Gebäude kann man zwar nicht von innen sehen, schließlich wohnen hier Menschen, aber auf dem Gelände befindet sich das Fuggermuseum, ein Luftschutzbunker und zwei Wohnungen.
Die beiden Wohnungen zeigen einmal den Zustand von vor hunderten Jahren und einmal das aktuelle Aussehen. Ganz nett anzusehen, aber richtig interessant wird es erst im Luftschutzbunker. Der wurde 1943 erbaut und dient heute uns Besuchern als Information, wie denn die Bombardierung im Weltkrieg aussah, der Wiederaufbau und das Leben in der Fuggerei zu dieser Zeit. Im Fuggereimuseum hingegen geht es in erster Linie um die Stifter und deren Geschichte. Nicht so meins und drum schlendere ich nun noch ein wenig durch die Gassen und gönne mir im Anschluss eine ziemlich eklige Currywurst.

first aid & vegan food

Bratislava haben wir hinter uns gelassen und unterwegs kurz nach Salzburg noch Herrn M. getroffen. Der war auf dem Heimweg von Kärnten und die Erde bewies erneut ihre wahre Größe. Es folgte ein kurzer Schwatz aufm Rasthof und dann ging es nach Hause.
Nun bin ich auf dem Weg nach Augsburg – hier findet heute eine Fortbildung für Ersthelfer statt. Das schadet nicht und ich habe mal wieder Gelegenheit all das längst Erlernte aufzufrischen. Der Kurs verschlingt beinahe den ganzen Tag und anschließend düse ich fix zur Universität Augsburg und hole dort Frau J. ab.

Ich hatte sie beauftragt uns eine schöne Location zur Nahrungsaufnahme zu suchen – für die N8stallung hat sie sich entschieden und erntet viel Lob. Untergebracht ist das Restaurant in einem alten Schlachthof und bietet aber auch ganz viel Fleischfreies an. Es schmeckt fürchterlich hervorragend und am Abend fahre ich sie noch nach Hause um dann den Heimweg anzutreten.
Das war nun ein langer sowie lehrreicher Tag und ich bin ganz froh dass mich und mein Bett nur noch 100km Autobahn trennen.