messewahnsinn

Ich hole Herrn R. ab um dann gemeinsam mit ihm Herrn M. samt seiner sehr viel besseren Hälfte einzusammeln. Über die Autobahnen geht es nach Stuttgart auf die Retro Classics – inzwischen Europas größte Oldtimermesse. Schon beim Parkplatzstau graust es mir und ich werde nicht enttäuscht. Das Messegelände platzt aus allen Nähten. Als die Retro Classics vor vielen Jahren zum ersten mal stattfand, war das noch alles ganz gemütlich und überschaubar.

Nun quälen wir uns durch die überfüllten und ohnehin viel zu engen Gässchen. Wer nun denkt dass zwischen diesen Gassen alte Autos stehen, hat weit gefehlt! Mir kommt es so vor dass nur noch Aussteller und Firmen vor Ort sind, die nur mit viel Fantasie artverwandt mit der Oldtimerscene sind. Über allmöglichen Firlefanz kann man sich informieren und im Idealfall kauft man natürlich ganz viel. Besonders faszinierend finde ich den Stand „Reisen mit dem Oldtimer“ – hier kann man Pauschalreisen buchen mit der Empfehlung „Eigenanreise mit seinem Oldtimer“.
Meine Blicke jedoch huschen in der Regel von Auto zu Auto. Das ist dieses Jahr leider auch wenig spannend. Es sind wie immer dieselben hochkarätigen Oldtimer ausgestellt, langweilig.

Noch viel schlimmer aber finde ich, dass gefühlt 50% aller Fahrzeuge 10-15 Jahre alt sind und stets derselben Baureihe entstammen. Vonwegen Oldtimer und vonwegen Vielfalt. Eben weil ich so gerne meckere, möchte ich direkt ein Feedback über das Essen miteinfließen lassen. Das war nämlich an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Schlechtes Essen für wahnwitzige Preise. Für mich somit, nun aber wirklich, der letzte Besuch auf „Europas größter Oldtimermesse“. Meine Freikarten landen in Zukunft besser im Altpapier.

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tausche nebel gegen sonne

Bewaffnet mit VW Bus und dem Opel Kadett düsen wir heute noch vor Sonnenaufgang ins schöne Lechtal nach Österreich. Denn Herr. B. hat unsinnigerweise ein Saisonkennzeichen an seinem Bus und so ist in Kürze Schluss mit Lustig. Der Wüstenluft frisch aus der Sahara sei Dank haben wir im Moment nicht nur Staub auf den Autos, sondern auch herrliches Wetter. Grund genug für einen kleinen Ausflug ins Grüne!

Die Autobahn in den Süden hat nun statt Verkehr einiges an Nebel zu bieten und pünktlich im Allgäu wird dieser von der Sonne gnadenlos hinfort gejagt. Im Tannheimer Tal betanke ich den Kadetten und erfreue mich an 1,18€ pro Liter Super. Nun geht es weiter bis nach Holzgau im Lechtal. Hier wollen wir waghalsig und abenteuerlustig Wandern.

Im Tal parkieren wir die Autos und marschieren munter drauf los. Nun geht es trotz klirrender Kälte nach oben und ich freue mich schon auf tolle Ausblicke!

globetrottertreffen schwarzach

Die glühende Sonne mag noch immer nicht erträglicher werden und unser Nachbar verrät uns, wo man im Bach sogar beinahe Schwimmen kann. Nichts wie hin! Mit der Kühlbox bewaffnet geht es erneut an den Bach und dort scheint sogar richtig was los zu sein. Platz ist noch genug für uns und so sitzen wir gefühlte Stunden im kalten Bach und quatschen was das Zeug hält. Anschließend gehe ich mit Herrn C. aus Thüringen zum Vortrag des Orangetrotters, brechen aber hitzebedingt schon früher ab – in der Hütte ist es kaum auszuhalten.

Anschließend besuchen wir noch zwei aus dem Allrad-LKW Forum und sitzen lang beisammen, genießen einige Kaltgetränke und die aufkeimende Nacht bringt endlich Abkühlung mit sich. Ehe die Beine schwer werden geht es ab ins Dachzelt, die Augen fallen zu und ein erholsamer Schlaf holt uns ein. Am Morgen brennt bereits um 08.00 Uhr die Sonne ungnädig durch das Dachzelt – diverse Finnen erblassen vor Neid! So krabbeln wir schnell raus und beschließen mit Herrn C. möglichst zeitnah den kalten Bach aufzusuchen.

Am Nass angekommen geht es schnell hinein, ich wasche mich, putze mir die Zähne und freue mich über diese grandiose Abkühlung. Nun aber die Mägen füllen – ein Frühstück später sitzen wir wieder im Schatten des Kadetten, quatschen noch ein wenig und dann packe ich zusammen, denn Herr H. schrieb mir, dass er zufällig in der Nähe sei. Treffpunkt ausgemacht und dann ab dafür, wir verabschieden uns von den neuen Bekanntschaften, sagen bis Bald und ich steuere die Autobahn an.

entdecket belgien

Noch heute Nacht soll es nach Belgien gehen, Abfahrt habe ich mir für Punkt Mitternacht ausgedacht um den ollen Ferienverkehr zu umgehen. So lege ich mich noch fix hin, döse ein wenig und hab um 00.00 Uhr dann so überhaupt keinen Bock. Also wird es 03.00 Uhr – der Kadett läuft, ohne Umschweife direkt nach Brügge.

Nach gemütlichen 9 Stunden sind wir da und ich steuere direkt einen Campingplatz in Nähe der Stadt an. Ein einfacher Platz mit sanitären Anlagen, Ver- und Entsorgung sowie Strom. Mehr gibt es nicht & mehr braucht nun wirklich kein Mensch.

Brügge noch heute zu erkunden fällt sprichwörtlich ins Wasser – bei einigem Wein und etwas Vodka sitzen wir den Regen unter’m Dachzelt aus und nehmen gegen Abend dann doch noch den Fußmarsch in die Innenstadt in Angriff.