mission ready #1

Nachdem uns das Mission Ready Festival letztes Jahr so gut gefallen hat, haben wir uns schon vor Monaten Tickets für die diesjährige Auflage gekauft und nun ist es soweit. Aber zuerst bringen wir noch eben dem Gatten von Frau J. ein Auto vorbei, sodass er während unserer Abwesenheit mobil bleibt. Nicht gerade der kürzeste Weg und auch noch die falsche Himmelsrichtung, aber es macht ja nichts.
So folge ich nun Frau J. unauffällig bis nach Ravensburg, wo wir bei Ankunft leider nicht auf Herrn F. treffen und stattdessen eben einen saftigen Döner vertilgen. Wie er eintrifft werfen wir geschwind unsere Schlafseligkeiten in das Wohnzimmer und köpfen fix eine Flasche Prosecco, ehe es dann auf eine Studentenparty geht. Weiter geht es noch zu einer zweiten Party und nach ein paar Stunden Feierei haben wir schließlich genug und gehen zu Bett.

Am Morgen klingelt schon recht zeitig der Wecker und wir müssen nun recht widerwillig los aufs Festival. Schnell ist klar – eine Preparty direkt vor einem Festival ist absolut grober Unfug und macht einem nur das Leben schwer. Muss ich mir unbedingt für die Zukunft merken. Etwas müde, verkatert und lustlos düsen wir nun also von Ravensburg nach Würzburg auf das Festival und kommen sogar pünktlich zur Eröffnung dort an. Ein paar Bekanntschaften von vergangenen Festivals sind auch schon da, uns ist aber im Moment überhaupt nicht nach Reden und Gesellschaft. Also liegen wir recht verwahrlost im Schatten herum, bis auch der Whatabus eintrifft.
Bändchen sind schnell geholt und dann machen wir uns auf dem Wohnmobilplatz breit um direkt unser Camp für die nächsten Tage aufzubauen.

Mit literweise Brand-Wasser gelingt der Aufbau auch ganz hervorragend und wir können direkt eine Premiere feiern. Ein Festivalstart ganz ohne Alkohol – stattdessen Wasser – gab es so glaube ich noch nie. Das Camp steht und dann trudelt auch schon Frau T. ein – mühsam hat sie ihre Habseligkeiten hergeschleppt und baut nun ihr Zelt auf. Ich hingegen sterbe im Schatten vor mich hin und Herr M. überzeugt uns endlich zum Schnaps, sodass die Party starten kann.

rockamberg #3

Nach einer kurzen Mütze Schlaf geht es auch schon wieder weiter. Die Whatabussies bereiten wieder ein schmackhaftes Frühstück zu, ich koche mir ein paar Erbsen und Herr L. wirkt noch nicht so frisch. Scheint so als habe er schlecht geschlafen. Für heute steht glücklicherweise nichts auf dem Programm und abgesehen von Turbostaat wollen auch keine weiteren Bands gesehen werden. So beginnt der Tag mal wieder mit Schnaps, einiger Musik und zum Mittag gibt es selbstgemachte Kässpätzle. Luxuscamping neu definiert.

Nach dem gelungenen Essen feiern wir mal wieder weiter, lümmeln viel bei diversen Nachbarn herum und ich übe mich weiter im Bierdosenstechen. Meine Bemühungen daraus eine deutsche Meisterschaft zu machen, werden quasi im Keime erstickt. Live zugeschalten per Videoanruf ist uns nämlich Herr B. und zeigt kurzerhand in der heimischen Badewanne, wie das echte Kerle machen. Da kann ich überhaupt nicht mithalten. Selbst Nachbarin M. zeigt mir wo der Hammer hängt und resigniert schreibe ich das Dosenstechen einfach ab. Sollen andere das machen, ich kann es wohl nicht.

Am Abend geht es dann zu Turbostaat und nach ein paar Liedern verziehe ich mich an den Rand, lümmle in der Wiese und schau mir das Konzert einfach so an. Gefallen finde ich nur wenig an den immer gleich klingenden Liedern und so suche ich anschließend das Weite und gehe sogar relativ zeitig zu Bett.
Am Morgen ist dann auch schon wieder Aufbruchsstimmung. Der Platz leert sich langsam und auch wir verabschieden uns von den neu gefundenen Freunden und uns selbst. Noch 300km und dann ist erstmal Erholung angesagt – absolut nötig nach einem solch schönem Wochenende.

rockamberg #2

Kurzer Blick aus dem Dachzelt – es scheint hell zu werden. Geschlafen habe ich furchtbar schlecht, denn überall hat es die ganze Nacht furchtbar schrecklich gelärmt. Zu allem Übel hat es über Nacht auch sehr abgekühlt und wie so oft habe ich mal wieder keinen Schlafsack dabei, sodass ich massiv gefroren habe. Der dürre L. hat als Heizung auch nicht sonderbar gut fungiert und so verschwende ich nun keinen Gedanken daran, weiterzuschlafen. Stattdessen möchte ich die Ruhe nutzen und den Körper wieder auf Vordermann bringen. Bei den Duschen bin ich natürlich der Erste, runderneuere mich einmal und stolpere dann gemütlich zurück zum Camp.

Die süßen Whatabüsser kümmern sich derweil ums Frühstück, ich beschalle uns mit annehmbarer Musik und Herr L. liegt noch im Koma. Quasi der ideale Zeitpunkt für Schnaps. So verläuft dann der ganze Tag – wir feiern wildentschlossen, reden und treiben allerlei Unfug und starten am Nachmittag dann zu einer kleinen Wanderung. Die bereitet auch furchtbar viel Spaß und zurück am Camp strippen wir um uns anschließend zu lausen. Läuse finden wir zwar keine, dafür einige Zecken die glücklicherweise noch nicht gebissen haben.

So genießen wir weiter unser Luxuscamp, üben uns im Bierdosenstechen und ich freue mich schon tierisch auf Egotronic. Die spielen heute irgendwann gegen Mitternacht und dürfen keinesfalls verpasst werden. Am Festivalgelände angekommen ist es dann auch schon soweit und wie erwartet liefern Egotronic so richtig ab. Was ein Spaß und wie gut es doch tut auf einem Festival viele Bands zu sehen! Im Anschluss spielen noch Cafespione, nach ein paar Liedern reicht es mir aber und ich stolpere zurück zum Camp. Der Rest dürfte schon dort sein und mit Blick ins Zelt bewahrheitet sich das. Alles schläft. Die Nachbarn aber sind noch wach und wie ich meine Zähne putze habe ich schon Gesellschaft. Zusammen feiern wir lautstark eine ganz andere Party bis in die Morgenstunden, vermutlich zum Leidwesen aller anderen. Selbst Herr L. kriecht irgendwann aus dem Bett, erwacht von der lauten Musik.

rockamberg #1

Vergangenes Wochenende saß ich mit Herrn L. am Biertresen und wie das immer so ist, hatten wir einen grandiosen Einfall. Tickets für das bevorstehende Rock am Berg waren schnell erworben und heute geht es auch schon los. Der Kadett ist schnell beladen, ich hole Herrn L. ab und nun trennen uns nur noch 300km vom Festival. Die Autobahnen bis Thüringen sind herrlich leer, Whatabus ist auch schon da und zu unserem Glück haben die beiden unser Camp soweit schon aufgebaut. In Sekundenbruchteilen steht auch schon das Dachzelt und wir finden uns beim Genuss diverser Kaltgetränke wieder.

Sehr lange können wir uns hier nun aber nicht aufhalten, denn in Kürze spielen Schnipo Schranke und wir wollen es nicht verpassen. Die habe ich letztes Jahr auf Rock im Park gesehen und fand es grauenvoll, sodass es heute theoretisch nur besser werden kann. Zu meinem Glück ist es sogar deutlich besser und macht richtig Laune, ein grandioser Zeitvertreib bis zu Dritte Wahl, die spielen nämlich gleich im Anschluss. Früher hab ich die oft gehört und auch einmal live gesehen, seither aber sämtliche neuen Alben verpasst und nun bin ich recht gespannt.
Auch hier kommt ordentlich Spaß auf, so sehr dass wir sogar irgendwann zum Wasser greifen und saufen wie die Schweine.
So neigt sich ein gelungener Festivalstart dem Ende entgegen und ich bin so richtig stolz auf uns. Beide sehenswerte Bands gesehen, lecker gegrillt und ausreichend gefeiert, sodass wir uns den Schlaf nun redlich verdient haben.