brauereibegehung #1

1903 hatte eine Brauerei am Heidenheimer Stadtrand ein imposantes Gebäude errichtet. Vom damaligen Glanz ist 113 Jahre später leider nichts geblieben, nur eine Ruine. Der Standort am Rande der Stadt wurde bewusst gewählt, so befindet sich hinter dem Gebäude ein Tunnelsystem von rund 200m Länge zum Lagern und Kühlen des Bieres. Die Eingänge sind teilweise noch heute passierbar, wenn auch nur mit Mühe.

Nachdem im Laufe der Zeit das Grundstück einige Eigentümerwechsel hinter sich hat, hat der jetzige Besitzer im Frühjahr rund um das Haus abholzen lassen. Einem Abriss stünde nun also nichts mehr im Wege. Zu retten ist das Gebäude wohl nicht mehr, Vandalen haben Jahre lang dafür gesorgt, dass von Bausubstanz nicht mehr zu sprechen ist.

So spaziere ich heute gemütlich durch den Wald und komme dann tatsächlich am Gebäude an, ganz ohne einen Zaun passiert zu haben. Ich linse in die Tunnel hinein und bin mir ganz sicher, dass ich irgendwann mit etwas Mut diese erkunden sollte. Seinerzeit muss das Gebäude wunderschön gewesen sein, heute schmücken es vorallem Graffiti und zerborstene Scheiben. Später schaue ich mal, wie es denn drinnen aussieht.

fix it

Vor lauter Berlin beinahe in Vergessenheit geraten – der Kadett.
Seit Monaco steht dieser in der Werkstatt, es wurde bisher auch schon einiges gemacht aber ein zufriedenstellendes Ergebnis wurde bislang nicht erzielt.

Heute soll sich das ändern – es sind weitere Ersatzteile eingetroffen und zwischenzeitlich kümmern sich gleich vier Mechaniker um den Wagen.
Nach rund 2 Stunden ist es dann soweit – er läuft! Und das auch noch ungewöhnlich gut.
So wurden nun in den vier Wochen einige Arbeiten durchgeführt – man muss dazu sagen, dass alles längst überfällig war.

– Kraftstofftank wurde ersetzt (fasste nur noch rund 20l statt 40l)
– Kraftstoffpumpe (innenliegend, war verbogen wegen des Tanks)
– Kraftstofffilter (wurde zuletzt vor 30.000km getauscht)
– Zahnriemen (Intervall leicht überschritten, wurde zuletzt im Jahr 2000 vor 210.000km getauscht)
– Keilriemen (wurde vor einem Jahr zwar getauscht, aber wenn man schon dabei ist…)
– Zündkerzen (wurde zuletzt vor 100.000km getauscht)
– Thermostat (war noch das erste und Grund für die miese Heizleistung des Kadetten, das Thermostat war stets offen, defekt)
– Wasserpumpe (war noch die erste und nach nun 300.000km hat man ihr das auch angesehen)
– Wischergestänge (habe auf eine ältere Version umbauen lassen, dafür jetzt ohne Intervallschaltung)
– Motorsteuergerät (war übrigens der Hauptgrund für die Motorprobleme!)
– Temperaturfühler Motor (gebrauchtes Ersatzteil von einem meiner Schlachter)
– Einspritzdüse (Bosch Motronic, ebenfalls aus einem Schlachtkadett)
– Drosselklappe (im Zuge der Einspritzdüse, um diverse Fehlerquellen ausschließen zu können)

Alles in allem war das jetzt doch einiges und es war auch nicht ganz günstig. Die Reperatur dürfte den Zeitwert des Kadetten minimal überschritten haben.
So unternehme ich direkt eine ausgiebige Probefahrt und fahre den Kadetten in verschiedenen Zyklen quer durch Baden-Würrtemberg.
Abschließend gilt es meinem Opel-Mechaniker ein Danke auszuspechen, denn die Kiste läuft tatsächlich so gut wie noch nie. Alle Mängel und Zicken sind weg, er läuft besser wie damals, als ich ihn gekauft habe. So stehen nun den nächsten 300.000km nichts im Wege. Toi Toi Toi.

In der Zwischenzeit habe ich es endlich fertiggebracht mein 50ccm Mopped anzumelden.

Also ist es mir endlich wieder möglich mit dem Zweirad die Straßen unsicher zu machen. Mit ein paar Freunden starte ich heute einen Ausflug über die schwäbische Alb – wir knattern so durch die Gegend und kommen an einer verlassenen Schule vorbei. Diese wurde, wenn mich nicht alles täuscht vor ca. 10 Jahren geschlossen. Das Gebäude steht bis heute und wird es wohl noch einige Zeit tun.

Der Komplex ist rießig und umfasst mehrere Gebäude, sowie einen großen Pausenhof und Garten. Natürlich ist jetzt im Sommer alles zugewuchert und vieles nicht wirklich begehbar.

Wie so oft zerstören leider halbstarke Dorftrottel diese schönen und verlassenen Orte.
Innen ist das meiste noch intakt und wahnsinnig interessant. Solche Gebäude lösen in mir immer eine besondere Abenteuerlust aus und sie laden einfach zum verweilen ein.

Im Herbst müssen wir unbedingt wieder hin um den Rest zu erkunden – es bleibt zu hoffen dass das Gebäude so erhalten bleibt und nicht abgerissen wird. Hier im Süden Deutschlands sind solche Orte leider doch relativ selten.
Apropos, drinnen waren wir natürlich nicht, das wäre eine Straftat und käme nie in Frage!