1,25 opel kadett

Wie schön – ich darf mal wieder raus zum Spielen! Weniger schön ist der Grund, denn Herrn B. fuhr neulich eine Schnapsdrossel in gleich zwei seiner Autos. Nun sind beide Totalschaden. Während der VW Bus auf den Schrott landet wird dem Kadett ein neues Leben eingehaucht, ähnlich wie bei einer Katze.

Nun hat Herr B. aber nur einen Smart zur Verfügung und damit lässt es sich schwierig Ersatzteile beschaffen. Also beweise ich heute mein fahrerisches Können und geleite ihn in die Nähe von Donauwörth. Dort wartet bereits ein Viertelchen Opel Kadett. Während wir das Blech auf dem Dach meines Kadetten verzurren, stellt sich heraus dass ich dem Verkäufer vor zwei Wochen auf der A8 nahe München begegnet bin. Da überholte ich ein abenteuerliches Gespann, beladen mit drei Opel Kadett! Ich erinnere mich gut, für ein paar Blicke und Bilder habe ich natürlich besonders zaghaft überholt und wie sich nun herausstellt stehen jene drei Opel Kadett genau hier auf dem Hof. Unheimlicherweise beweist erneut unsere Erde ihre winzige Größe.

Den Viertel Kadett verbringen wir wohlbehalten in die Heimat und in Bälde kann der alte Opel dann wieder machen wofür er geschaffen wurde – fahren.

hoch hinaus

Heute ist es endlich soweit – der Kadett gewinnt an Bodenfreiheit. Seit einiger Zeit stauben die Ersatzteile so vor sich hin & ich kam einfach nicht dazu.
Nun ist etwas Zeit über und es geht ans Eingemachte. Die Federbeine vorn kommen raus und werden wieder verwendet. Leider keine so gut Idee, denn inzwischen haben die Dämpfer und auch die Domlager es völlig hinter sich. Mangels Ersatzteilen bleiben sie aber vorerst drin… also muss man in Bälde wieder ran. Bei der Gelegenheit kommt direkt der linke Stabilisator neu hinein. Der rechte wurde vor einem Jahr schon ersetzt.

Gebrauchte Federn vorn verrichten nun dort ihren Dienst und die neuen hinten sind natürlich schnell gewechselt, man öffnet lediglich die Schrauben vom Stoßdämpfer und schon kann man die Federn tauschen. Auch die Dämpfer hinten sind schon wieder völlig im Eimer und gehören streng genommen ersetzt. Bleiben aber drin, denn solang die nicht vom Rost zerfressen sind, halbwegs dämpfen und das Auto nicht nachschauckelt, sehe ich da nicht zwingend Handlungsbedarf.

Vor dem Umbau

Nach dem Umbau

Gewonnen habe ich nun nicht die Welt, es sind lediglich einige Centimeter, aber mir taugt es absolut, denn wirklich Probleme hatte ich nie und wenn fehlten meist nur Millimeter.

wenn du chillen willst: kein problem

Ich schäle mich aus meinem Schlafsack, grüße in die Runde und suche fix die Dusche auf. Dort treiben wir wie gewohnt allerlei Unfug, labern dumm raus und kümmern uns um die Hygiene. Zurück steuere ich direkt unseren Kühlanhänger an, bediene mich reichlich, zaubere einen Salat und werde stets von den Nachbarkids unterbrochen, wann ich denn zum versprochenem Fußballspiel antrete.

Herr P. überredet mich schließlich und bewaffnet mit Schnaps betreten wir das Spielfeld, werden in Grund und Boden gekickt und schämen uns ähnlich doll. Nach dem Match widmet sich das Kreativteam wieder dem Kadetten zu – es ist Zeit den getrunken Wein sinnvoll zu recyclen. Die Weinetiketten finden Platz am Kofferraumdeckel, Herr O. kümmert sich rührend für ein perfektes Ergebnis. Ehe ich ahne, dass er dafür nun wirklich zuviel Wein getrunken hat, wird die Arbeit von Minute zu Minute schlechter und passt schließlich genau so perfekt zum Kadett.

Nach all den Anstrengungen brauche ich Abkühlung – diese suche ich im nahegelegenen Tümpel. Ich trete hinein, erleide einige Herzinfakte und friere plötzlich. Es ist eiskalt. Halbe Sachen aber werden nicht gemacht und so brauche ich lediglich 30 Minuten und eine weitere Flasche Wein, bis ich mich schließlich entblöße und ein wenig Schwimmen gehe. Die Kälte und vorallem der fürchterliche Verwesungsgeruch des Wassers lassen mich dann aber schnell das Trockene suchen.
Kurz darauf koste ich zusammen mit Herrn M. Spanferkel bei den Nachbarn, bin überrascht dass man das essen kann und freue mich nun aber wieder auf veganen Wein und allerlei Verhaltensoriginelitäten am Lagerfeuer bis spät in die Nacht.

Zum. 19. Male findet dieses Wochenende das Weltenbummlertreffen in Heidenheim statt – mit Herrn R. und Herrn S. habe ich mich verabredet dort hinzufahren und so treffe ich kurz nach Herrn R. in Heldenfingen ein.
Das Areal rund um den Sportplatz fungiert als Veranstaltungsort, es mangelt nicht an Platz und für Infrastruktur ist bestens gesorgt (welch Luxus!). So verbringen wir den gesamten Freitag beisammen, begleitet von gutem Essen und zahlreicher Getränke und sehen uns am späten Nachmittag den Vortrag über eine Tschechienreise von Dumbo-on-Tour an.
Wegen eines Unwetters müssen wir heute ganz ohne Lagerfeuer klarkommen und verziehen uns stattdessen in die Sportgaststätte – rundum versorgt – bis spät in die Nacht.

Nach einem kurzen Powernapping stehe ich bereits wieder auf, frühstücke und hole für die Gaststätte im nahegelegenem Supermarkt Getränkenachschub. Die Preise für Essen wie auch für die Getränke sind erfreulich gering, nah‘ dran an der Selbstkostengrenze und so ernähren wir uns beinahe ausschließlich dort.

Auch der zweite Tag verläuft wie immer – gute Gesellschaft, leckere Köstlichkeiten und wir sehen uns einen zweiten Vortrag über eine Marokkoreise an, um dann den Abend erneut in geselliger Runde ausklingen zu lassen.
Auf das Lagerfeuer müssten wir heute eigentlich nicht verzichten, entscheiden dann aber zu später Stund‘ die Betten aufzuschen und sind Sonntag super erholt.

Unchristlich früh stehe ich wieder auf, Herr. S. verabschiedet sich und tritt die Heimreise an während ich zur Abwechslung etwas Sonne tanke, bis Herr R. aus den Federn steigt. Wir frühstücken wieder zusammen im Vereinsheim, empfangen meine Eltern zu einem Kurzbesuch und machen uns dann langsam daran das Feld zu räumen.
Das Treffen hat mir wunderbar gefallen, sehr klein, gemütlich und dadurch unglaublich schön. Leider hat, wie es mittlerweile üblich ist, das Wetter oft gemacht was es eben gerade will, aber durch das Vereinsheim konnten wir trotzdem auch in größeren Runden stets beisammensitzen und blieben dabei halbwegs trocken.