kamikatze würzburg

Vor einiger Zeit zogen ein paar Freunde nach Würzburg und nun gehe ich sie endlich besuchen. Die Autobahn nehme ich in aller Gelassenheit und komme nach ein wenig Stau auch an. Zuerst betrete ich die Küche und sehe genau das, das ich mir vorgestellt hatte. Es sieht so aus, als würden hier drei junge Männer hausen. Genau nach meinem Geschmack. Möbel sind Mangelware, Betten selbstverständlich nicht bezogen und auch sonst gähnende Leere wohin man blickt.

Mangels Kühlschrank stelle ich den Wein einfach vor die Haustüre – da bleibt er wohltemperiert und wir machen uns alsbald daran eine Flasche zu öffnen und Pizza zu bestellen. Mangels Gläsern müssen Yogurth- und Marmeladengläser herhalten. Einige Zeit sitzen wir beisammen, stoßen auf unser Wohl an und schlagen uns die Mägen voll. Anschließend soll es in einen Club gehen – Kamikatze sein Name. Getränkepreise von 1,00€ versprechen viel und wir werden nicht enttäuscht. Stunde um Stunde werden die Getränke zwar teurer, das macht aber nichts. Als normaler Mensch braucht man nach einiger Zeit im Club nun wirklich nichts mehr.

Zurück geht es mit dem Taxi und ich schlafe in einem Bett neben Herrn F. und bin mir sicher – für das Studentenleben bin ich nun wirklich zu alt. Ursprünglich hatte ich geplant morgens zeitig den Rückweg anzutreten, das verwerfe ich aber schnell und hole mir zum Frühstück einen vegetarischen Döner. Praktischerweise muss ich dazu nur vom Bett aus dem Fenster steigen und einige Meter gehen. Zu späterer Stund‘ bestellen wir – oh wunder – Pizza und am Abend trete ich die Heimreise an. Keine 100m gekommen erleuchtet hinter mir ein Blaulicht. Ich fahre rechts ran und der freundliche Polizist bittet mich lediglich darum mein Licht einzuschalten. Der Bitte komme ich gern nach und fahre weiter, ab nach Hause.

mehr rumwalden

Nun habe ich die Ruine ausreichend erforscht und beinahe zu lange die schwindelerregende Höhe am Vorsprung genossen. So geht es weiter durch die ehemalige Hauptburg, vorbei an Resten der Umfassungsmauer in den Wald hinein.

Hier auf dem Rosenstein gibt es neben der Burgruine auch etliche Höhlen. In manch eine könnte man auch problemlos hinein, ich lasse es aber. Schließlich dürften Fledermäuse ab November ihren langen Schlaf halten und ich störe sie nur ungern – denn kaum einer weiss so gut wie ich, wie ätzend das ist.

So kommen wir nicht nur an Höhlen vorbei – nein auch an einigen Pilzen und vorallem schweineglatter Wurzeln wohin das Auge blickt. Eine gefühlte Ewigkeit später überrascht uns die Straße welche hinunter ins Tal führt. Die nutzen wir dann auch und kommen beschmutzt und beinahe erschöpft am Kadetten wieder an. Anschließend geht es nach Hause und später noch zu Herrn L. und Frau J. – die zogen vor einiger Zeit in die Nähe von Nattheim und nun ist endlich mal etwas Zeit für einen Besuch. Neben Rum und Vodka gibt es Urlaubsbilder und haarige Vierbeiner zu sehen. Schöööön.

kein ende in sicht

Wir beladen noch immer die Autos und irgendwie scheint sich die Wohnung kaum zu leeren. Wie es dann langsam dunkel wir, verabschieden sich alle Helfer und wir drei bleiben allein zurück. Lange jedoch nicht, denn Herr O. kündigt sich an und schaut auf ein Gläschen Wein vorbei. Zusammen sitzen wir bei Speis und Trank noch etwas draußen und überlegen verzweifelt, wie wir denn Herr über das Chaos werden könnten.

Es sind zwar noch zwei Fahrzeuge unbeladen, jedoch genügend Material für eine zweite Tour mit meinem Bus. So überlegen wir, ob ich nicht einfach zweimal fahre, was Angesichts der Entfernung aber ein kleines Loch in das Umzugsbudget reißen würde und mich auch beinahe überanstrengen könnte. Jung bin ich schließlich auch nicht mehr.

So geht das ganze dann bis tief in die Nacht hinein und irgendwann baue ich mein Feldbett im ehemaligen Schlafzimmer auf und finde irgendwie so recht keinen Schlaf. Statt des gewohnten Kadett und einem gemütlichen Bett liege ich nun auf diesem unverschämt bescheidenen Feldbett in einem leeren Raum. Bestimmt hallt mein Schnarchen durch den ganzen Raum, schade dass ich das nie erfahren werde.

brügge sehen und sterben?

In Brügge war ich vor einigen Jahren schon einmal, die Stadt blieb mir in guter Erinnerung und das nicht zuletzt wegen des grandiosen Filmes „Brügge sehen… und sterben?“

Ein klein wenig angeheitert geht es nach dem Regen dann zu Fuß in die drei Kilometer entfernte Innenstadt. Gerade angekommen komme ich nicht umhin in einen kleinen Schnellimbiss zu stampfen, ordere grandiose Pommes und dazu einen Fischburger. Gesättigt geht es weiter – Brügge bei Nacht ist ein solch magischer Ort, das muss man gesehen haben!

Wir jedenfalls sehen es nicht, denn schon kurz nach dem Imbiss stolpere ich in eine urige Kneipe. Hier sitzen nicht nur drei Katzen am Tresen sondern auch einige Bewohner von Brügge und wir kommen ins Gespräch. Auch wenn ich beinahe Lust hätte noch viele weitere Stunden Katzen zu streicheln und Unmengen Schnaps zu trinken, beschließen wir zu gehen. Es ist schon spät, die Müdigkeit nimmt allmählich überhand und der Fußmarsch zurück steht uns schließlich auch noch bevor.