pfälzer weihnacht

Der Kadett befindet sich in der Werkstatt – auf dem Weg nach Polen ist mir ja der Regler von der Lichtmaschine kaputtgegangen und nun bekommt er eine komplett neue Lichtmaschine. Bei der Laufleistung halte ich eine Reparatur für Blödsinn und die Ersatzteilpreise sind ja sowieso kaum der Rede wert. Bei der Gelegenheit gibt’s auch direkt einen neuen Keilriemen und ich mache mich derweil auf den Weg in die Pfalz. An Ersatzfahrzeugen mangelt es ja nicht.

Am Abend kommen wir in Landau an und treffen uns dann mit meinem ehemaligen Mitbewohner O. Nach einem Sektempfang gehen wir zum Griechen und stopfen uns ordentlich voll um anschließend Landau unsicher zu machen. Das klappt auch ganz gut und zu später Stunde geht es endlich zu Bett.

Erwacht und munter geht es sogleich in die Innenstadt. Nachdem ich mir gestern meine Jacke versaut habe, brauche ich nun eine neue. Außerdem brauchen wir noch einen Weihnachtsbaum und diversen anderen Kram, mit dem man die Weihnachtsfeiertage übersteht. Wahnsinnig schnell ist der Tag dann auch schon wieder fortgeschritten und wir haben so gar keine Lust noch etwas zu unternehmen und machen uns einfach auf dem Sofa breit.

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kilometerkönig

Nun wird’s stressig – denn wir lösen unser Ferienloft in Berlin auf und wenn das schon erledigt wird, wird das Ferienhaus in der Pfalz ebenfalls abgestoßen. Fix den Dieselrüssel in den Kastenwagen gesteckt und nun warte ich auf Frau J. Die Zeit nutze ich sinnvoll und spaziere ein wenig durch das Dorf wo ich aufgewachsen bin, besuche Verstorbene auf dem Friedhof und lümmle noch ein wenig in der Sonne herum. Jetzt geht es aber los, sonst kommen wir ja nie an. Die 600km bis Berlin schaffen wir in halbwegs annehmbarer Zeit und kommen am späten Nachmittag an, wo wir dann direkt loslegen ein paar Möbel über Kleinanzeigen zu verhökern und den Bus vollzuladen. Wir essen noch einen Döner und am späten Abend findet in der Dunkelheit noch eben die Schlüsselübergabe statt. Die haben wir kurzerhand vorverlegt, denn niemand hat die Absicht eine sinnlose Nacht im schmutzigen Berlin zu verbringen. Schlaf brauche ich nicht wirklich und im Tank befindet sich schließlich etwas Diesel. Nix wie weg hier!

Nächster Halt ist planmäßig Landau in der Pfalz. Die komplette Nacht fahre ich durch und brauche dann in den Morgenstunden ein halbes Stündchen Schlaf, ehe wir die restlichen Kilometer herunterspulen. Der Bus füllt sich zunehmend und Frau E. ist so lieb uns nebenbei grandios zu bekochen. Das Ferienhaus leert sich, vieles können wir verschenken und verkaufen und nach einer erholsamen Nacht fahren wir zurück nach Hause. Der Bus ist ordentlich vollgeladen und in einem Möbelgeschäft an der Autobahn füllen wir noch die letzten Zwischenräume.
Nun wird ausgeladen, verräumt, verkauft, verschenkt und meine Habseligkeiten sind nun so langsam auf einem recht minimalistischen Stand. Gefällt mir.

Nach den langen Tagen, den langen Nächten und den vielen Kilometern ist uns jetzt nach Erholung – diese soll es auch geben, aber nun wird zuerst geschlafen.

kaufrausch

Frau J. ist zu Besuch und wir müssen die Tage wegen eines Geburtstages in die Pfalz. Das trifft sich ganz gut, denn Herr R. hat mir neulich ein Inserat geschickt mit einem Auto, das ich irgendwie schon immer ganz cool fand. Preislich werden wir uns schnell einig und so fahren wir heute einfach mal dahin. Mit dem Kadett geht es nach Landau. Geparkt ist er schnell und ich lümmle mich auf den Beifahrersitz eines anderen Autos. Rund 200 Kilometer trennen uns nun noch von dem Objekt der Begierde.

Angekommen schaue ich mir die Kiste etwas genauer an, bin recht erstaunt über den eigenwilligen Umbau und weiß nicht so recht, was ich damit überhaupt anfangen soll. Schließlich ist mein Kadett noch gut und soll noch lange lange fahren. Diesen Kombi mit Hochdach finde ich aber auch ziemlich cool, der Zustand ist halbwegs in Ordnung und technisch macht er einen fitten Eindruck. Also fackle ich nicht lange und kaufe ihn einfach. Umgebaut wurde er als er noch neu war von einer Firma in Hessen. Diverse Eingriffe an der Karosserie erlauben es nun Rollstühle samt Mensch zu transportieren und bequem einzuladen. Genauere Informationen zum Hersteller und dem Um- sowie Ausbau konnte ich bisher nicht auftreiben.

Nun bringen wir ihn nach Landau, das Fahrgefühl überzeugt und mit dem 75-PS Motor ist er auch ausreichend motorisiert. Ich bin halbwegs zufrieden, doch auch während der Fahrt mag mir nicht einfallen, warum ich das Ding überhaupt gekauft habe. Umso erfreulicher dann, dass mir auf der Autobahn ein Stein in die Windschutzscheibe fliegt und sie direkt reißt. Immerhin ein Argument das Auto vorerst zu behalten, denn ein gutes Verkaufsargument ist dieser Riss auf keinen Fall. In Landau angekommen geht es ins Bett, Zeit zu Grübeln ist ja noch genug.

christkindflucht

Die letzten Tage habe ich mit einigen weitangereisten Freunden verbracht, oftmals sind wir viel zu spät ins Bett gegangen und heute am Heiligabend möchte ich dem ganzen Stress ein wenig entgehen. Wir stolpern spontan noch in ein kleines Frühstück bei Freunden und dann geht es auch schon auf die Autobahn. Die Feiertage verbringe ich heuer in der Pfalz, mit der Hoffnung dass ich meine Ruhe habe und gemütlich Wein trinken kann. So verläuft der Abend dann auch ganz wunderbar mit leckerem Essen, Kartenspielen und für mich nichts anderes als Tee. Am Morgen gibt es direkt Resteessen und dann machen wir uns auf ein wenig die Südpfalz zu erkunden. Das Wetter lädt zwar nicht unbedingt ein, aber allemal besser als Feiertagsstress. Zuerst geht es nach Eschbach, denn ich täte gern auf die Marderburg laufen und mich ein wenig umsehen. Die kleine Wanderung rundherum funktioniert prächtig, die Burg aber ist inzwischen in Privatbesitz und natürlich während der Feiertage geschlossen.

Macht nichts, dann fahren wir eben nach Rhodt und spazieren ein wenig durch die Gassen um anschließend noch etwas durch den Pfälzerwald zu fahren. Gerne täten wir noch jemanden besuchen, stehen aber dann irgendwo vor Kaiserslautern vor einem leeren Haus und ich möchte stattdessen eben etwas Essen. Fündig werden wir in Landau in einer Dönerbude, sind natürlich die einzigen Gäste und ich erfreue mich an unserem unkonventionellen Weihnachtsessen. Abgerundet wird das Festtagsmenü noch fix bei McDonald’s und dann verkriechen wir uns auf der Couch, gucken einen ganz zauberhaften Film und besuchen dann Herrn O. in seinen vier Wänden. Viel zu lange war ich nicht mehr in Landau gewesen und wir tun uns richtig schwer, uns wieder aneinander zu gewöhnen. Mit etwas Wein, Vodka und Ramazotti klappt es schließlich doch und zu späterer Stunde falle ich dann zu Bett um am nächsten Morgen wieder ganz gemütlich in Richtung Heimat zu fahren. Die Zeit zwischen den Jahren und den Jahreswechsel möchte ich dieses Jahr in der Heimat verbringen und hoffe dass das alles recht stressfrei vonstatten geht.