rummeldisco

Die erste Nacht hier in Marina di Massa war recht, öhm, gewöhnungsbedürftig. In Italien sind wohl schon Ferien und entsprechend laut geht es hier an der Küste zu. Kindergeschrei, Disco und allerlei Firlefanz bis spät in die Nacht. Wir schmieden schon erste Pläne schnell wieder zu verschwinden, entscheiden uns dennoch für einen Tag am Meer. Bewaffnet mit Sonnenschirm, Lesestoff und anderen Krimskrams laufen wir an den Strand, platzieren unsere Astralkörper in der Sonne und brutzeln so vor uns hin.
Auch ins Nass bewegen wir uns und liegen ansonsten den ganzen Tag nur so rum, bis wir rotgebrannt das Weite suchen. Zum Akklimatisieren verweilen wir etwas am Kadetten und laufen am Nachmittag dann los ins Städtchen.

Einige Kilometer später sind wir angekommen und halten direkt Ausschau nach etwas zu Essen. Nicht gerade günstig hier an der Küste und sowieso stark touristisch. Irgendwann finden wir ein nett dreinblickendes Restaurant und werden leider völlig enttäuscht. Die bestellten Gerichte lösen spontanen Kotzreiz aus und ich wundere mich dass die Bedienung sich nicht schämt.
Mit so was ähnlichem wie einem Sättigungsgefühl marschieren wir zurück, dem Sonnenuntergang entgegen und genießen das Treiben am Meer bis wir schließlich zurück an den Campingplatz sind. Hier erwerben wir eine Flasche Wein und verbringen den lautstarken Abend mit etwas Uno und dem lieblichen Saft.

Am Morgen steht nun aber fest – nichts wie weg hier. Meer hatten wir schließlich jetzt genug und im Hinterland ists ohnehin sehr viel schöner! Für einen ligurischen FFK-Platz konnte ich Frau J. nicht gewinnen, aber unweit davon habe ich einen wunderschönen Platz zwischen Piemont und Ligurien entdeckt – der wird nun angesteuert.

bella ciao

Vom Motorradtreffen abgereist geht es querfeldein nach Göppingen und dann mit einem Sprung auf die A8. Leider sind die Autobahnen hoffnungslos verstopft und wir kommen nur zäh voran. Es geht gemütlich an der Heimat vorbei, dann durch das Allgäu und wir streifen auch den Bodensee. In Österreich verweilen wir nur kurz und hopsen dann rüber in die Schweiz, kratzen an Liechtenstein herum und haben Italien vor der Nase.

In Italien läuft der Verkehr auch direkt besser, ganz ohne Stau kommen wir an Mailand vorbei und sehen uns ein paar Stunden später schon in der Toskana. Frau J. täte gern ans Meer – mir ist dabei nicht so wirklich wohl – aber ihr Wunsch sei mir Befehl. Am späten Abend kommen wir in Marina di Massa an und sämtliche Campingplätze an der Küste sind natürlich überfüllt, sodass wir eine Querstraße weiter einen Platz bekommen und ich mich freue nicht mehr fahren zu müssen. Zuerst bauen wir unsere Bleibe auf und streunern dann durch das Städtchen auf der Suche nach einem Restaurant. Schnell werden wir fündig, essen uns satt und gehen dann duschen und lesend falle ich in den Schlaf.

Das Wetter ist herrlich, Regen ist für nächste Zeit nicht angesagt und das Meer direkt vor der Haustüre. Ich glaube, jetzt können wir uns wirklich erholen, auch wenn der Campingplatz unfassbar mies ist. Aber das lässt sich ja problemlos ändern.