parkrocker #1

Neulich auf dem Rückweg von Gifhorn haben wir einen Schlenker über Heilbronn gemacht, denn dort warten bereits zwei Tickets für Rock im Park auf uns. Regulär kostet der Spaß inzwischen 240,-€ und über den Zweithandmarkt haben wir sehr viel günstigere Tickets ergattern können.
Für heute Nacht steht die Abfahrt auf dem Plan und die letzten zwei Tage habe ich damit verbracht sämtliches Campingequipment in und an den Kadetten zu werfen. Wurde aber auch Zeit, immerhin ist schon Juni.

Um 03.00 Uhr in der Nacht stehe ich pünktlich bei Herrn T. auf der Matte. Der ist leider weniger pünktlich, denn er ist soeben erst von München angereist und ist so überhaupt nicht abfahrbereit. Alles wie immer. Als wir schließlich loskommen geht es auch recht zügig, die Autobahnen sind leer und in Nürnberg angekommen stehen wir nur rund 30 Minuten im Anreisestau und hoffen inständig, dass wir wieder denselben Platz von letztem Jahr ansteuern können. Dort hat es uns nämlich herrlich gut gefallen und wir freuen uns tierisch auf den Biergarten.

Wir stellen den Kadett an unseren Wunschparkplatz, der nun dieses Jahr leider als absolutes Halteverbot ausgewiesen ist. Auch hat die Stadt Nürnberg angekündigt rigoros gegen Wildcamper vorzugehen. Das sind rosige Aussichten, uns jetzt aber erstmal egal, denn um 07.00 Uhr kann man durchaus schon im Biergarten vorbeischauen. Dort kriegen wir auch direkt ein paar Hefeweizen kredenzt und all der Frust ist schnell vergessen.
Zurück am Auto hat sich hier nicht sonderbar viel getan. Wir parken fix um, erklären diesen Platz zu unserem Camp und sitzen dann mit Whiskey in den Stühlen und sehen zu wie sämtliche Camper weggeschickt werden. Das Dachzelt bleibt also vorerst eingepackt und wir hoffen darauf, dass sich die Lage mit wachsenden Ansturm und Unmut der anderen bald ändert.

rock im park #6

Herr T. ist heute schon in aller Frühe in Richtung Bahnhof gelaufen um nach Hause zu kommen. Mangels Rückbank konnte ich ihn leider nicht mitnehmen und so blieb ihm nichts anderes übrig. Wir hingegen genießen noch eine Mütze Schlaf und anschließend das wilde Aufbrechen der Abertausenden. Den Stress ersparen wir uns und warten bis in die Mittagsstunden, packen dann zusammen und quälen uns durch den horrenden Verkehr in Richtung Heimat.

Ich bin gottfroh als ich dann endlich zu Hause bin, freue mich unendlich auf eine vernünftige Dusche, eine Couch und darauf keinen Alkohol mehr zu konsumieren. Nach einigen Jahren Abstinenz fällt mein Fazit doch recht positiv aus. Es hat Spaß gemacht! Es ist halt wie immer bei großen Veranstaltungen – die Getränke und Essenspreise sind angesichts der miesen Qualität eine Frechheit. Dass sich darüber viele aufregen kann ich gut verstehen, mir hingegen ist es völlig egal, weil ich mich nie allzu lange auf dem eigentlichen Veranstaltungsgelände aufgehalten habe. Da hänge ich lieber am Auto rum, lümmle im Biergarten und lerne tolle Menschen kennen, habe ne Menge Spaß und bin nie genervt von Menschenmassen, wie man sie wohl sonst nirgends findet. Zu meinem Erstaunen waren wir uns sogar alle einig, dass wir nächstes Jahr wieder gehen und das genauso handhaben wie heuer.

rock im park #5

Die Nacht haben wir überwiegend in oder unter dem Dachzelt verbracht. Denn es regnet seit einigen Stunden und meine Laune hat es dadurch natürlich auch weggespült. Herr F. verabschiedet sich und macht sich langsam auf den Rückweg nach Österreich. Also marschieren wir heute nur zu dritt in den Biergarten und treffen natürlich erneut unsere drei alten Freunde. Ich bestelle mir Rührei und Cola, – statt Bier ist das eine gelungene Abwechslung und vorallem spiele ich mit dem Gedanken auch abzureisen. Mit jedem Bissen festigt sich mein Entschluss – ab nach Hause!

Nun gehe ich zur Toilette und wie ich zurückkomme bestelle ich ganz spontan ein Hefeweizen und es wird klar – wir bleiben! Wie wir so im Biergarten sitzen bessert sich auch das Wetter, der Regen hört auf und wir starten anschließend wieder am Kadetten durch, trinken all unsere Reste, feiern dass wir noch da sind und gehen anschließend zu den Bands. Rammstein soll es heute werden – als wir ankommen beginnen sie gerade zu spielen und das Gelände platzt aus allen Nähten. So von ganz hinten ists ja auch blöd – der Ton ganz mies und sehen tut man sowieso nix. Also drängen wir nach ganz vorn links! Da ist nämlich der Jack Daniels Truck. Hier sind nicht nur die Preise fair, sondern auch der Blick auf die Bühne weiß zu überzeugen.

Das Spektakel ist nett anzusehen, Rammstein jedoch nicht so meins. Großer Spaß kommt dann nach dem Konzert auf, denn die Massen stürmen zu Marteria und wir machen es uns am Smoothie-Stand gemütlich, werden angeheuert dafür zu werben und bekommen dafür freie Verköstigung. Ein fairer Deal und eine ganze Portion Spaß für uns beide. Danach besuchen wir wieder unseren Kiosk, bekommen als Stammkunden natürlich ein Bier ausgegeben und machen uns dann allmählich in Richtung Bett.

rock im park #4

Ein neuer Tag – wieder finden wir uns im Biergarten – das helle Gold fließt in Strömen und wir treffen erneut die selben Gesichter. So vergeht wieder Stunde um Stunde bis sich plötzlich Herr F. mit den Worten „meine Frau is Kacken und hier schauts doch lustig aus“ zu uns gesellt. Wir verstehen uns auf Anhieb prächtig und besuchen die beiden anschließend an ihrem Wohnmobil. Auch eine Harley hat Herr F. dabei und trinkt heute nichts damit er sie später nach Hause fahren kann. Sein Plan soll aber nicht aufgehen, denn wir sitzen lange unter der Markise und als es beginnt zu Regnen saufen wir uns das Wetter einfach schön.

Gegen später machen wir uns wieder auf den Weg zu den Bühnen – als Herr O. und Herr T. aber wieder beginnen sich ständig aufhalten zu lassen, frage ich einfach Herr K. ob er denn Bock auf Schnipo Schranke hat und wir laufen einfach mal los. Angekommen in der Halle spielt die Band bereits und ich bin unfassbar enttäuscht. Der Ton ist unterirdisch und auch die Band selbst kann einfach überhaupt nichts. Also verschwinden wir nach einigen Liedern wieder und starten durch zur Hauptbühne. Prophets of the Rage spielen gerade ihre letzten Songs, wir futtern gebratene Nudeln und ich könnte mich schon wieder maßlos über das unterirdische Essen aufregen. Ich werds einfach nie verstehen, dass auf Großveranstaltungen alles nach Gülle schmecken muss.

Im Gras döse ich ein halbes Stündchen bis dann die Jungs von System of a Down die Bühne unsicher machen. Für mich natürlich das Highlight – die mochte ich schon immer und viele Jahre gab es keine Möglichkeit sie live zu sehen. 2013 ist es mir dann gelungen und heuer werde ich ganz schön überrascht. Der Auftritt ist nochmal ein gutes Stück besser als das letzte mal – am Ton gab`s auch nix zu bemängeln und Serj Tankian samt Gefolge haben einen klasse Auftritt abgeliefert. Herr T. habe ich natürlich während des Konzertes irgendwo in der Crowd verloren und mich anschließend alleine auf den Rückweg gemacht. Am Stammkiosk gönne ich mir noch eine Pommes und komme dann schließlich am Kadett an. Die meisten Leute sind noch bei den Konzerten und ich habe genügend Zeit und Privatsphäre um mir eine erfrischende Dusche neben dem Kadett zu gönnen.