tizi n’test opfer

Nun kehren wir endlich Marrakech den Rücken und fahren über den Hauptatlas nach Agadir. Die Passstraße geht auf über 2000m und schlengelt sich unter anderem an Marokkos höchsten Berg vorbei.

Großteils ist die Straße nur einspurig und stellenweise unbefestigt. Zahlreiche Erdrutsche und die harten Winter hinterlassen eine recht abenteuerliche Strecke.
Insgesamt sind es rund 100km und wie es der Teufel will vernehme ich bei den ersten Kilometern einen unschönen Schlag und mein Kupplungspedal macht die Fliege.
Der Kupplungszug ist gerissen und wie soll es auch anders sein – direkt vor einer Kehre wo es steil nach oben geht. Ich kann uns noch in eine Bucht retten und suche auf der Straße schonmal die Überreste. Kurz überlege ich und komme recht schnell zu dem Schluss, dass ich ohnehin nix machen kann. Ich habe weder Werkzeug dabei, noch Ersatzteile oder gar praktisches Gedöns wie Draht.

So beschließe ich dass wir den Pass eben ohne Kupplung fahren – dann kann sich mein Linker Fuß ausruhen und mit Zwischengas, etwas Gefühl und manchmal roher Gewalt schaffen wir das locker.
Die Strecke ist bombastisch, hinter jeder Kehre zeigt sich ein neues Landschaftsbild und die Aussichten sind spektakulär! Wahnsinnig schade dass wir nicht einfach so anhalten können um all das zu genießen – fast den gesamten Pass fahren wir im Dritten Gang und ich quäle den alten Knaben so gut es geht. Angefahren wird mit Kraft des Anlassers, gebremst am besten nie und das letzte Stück bis ins nächste Städtchen kann ich sogar bis in den 5. schalten – tatsächlich hält uns so gut wie nichts auf.

ljubelj – welcome to austria

In mir macht sich mal wieder vollkommene Verblödung breit – irgendwo im Hinterstübchen weiss ich dass es drei Möglichkeiten gibt nach Österreich zu kommen. Da gibt es den Karawankentunnel – kostet Geld dafür aber keine Zeit. Zeit habe ich und so kommt nur der Wurzenpass oder der Loiblpass in Frage.

Nun denn, Loiblpass bin ich noch nie gefahren, also soll er es werden. So recht klar ist mir jedoch nicht, wo ich diesen denn finde und fahre einfach mal in die Ecke, wo ich ihn denn vermute. Klappt soweit auch wunderbar, kurz vorm Ziel ist er sogar ausgeschrieben. Nur ein Symbol macht mich etwas stutzig, ist damit etwa der Tunnel gemeint? Ich folge der Beschilderung und wähne mich richtig, bis zu dem Moment, wo ich vor dem Tunnel stehe. Verfluchter Dreck. Wir halten, glotzen etwas herum, unten werfe ich auch einen Blick auf das Denkmal für die Opfer des Baus während der NS-Zeit und fahre anschließend durch diesen pissöden Tunnel.

Die Grenzposten zu Österreich stoppen mich natürlich uns es gibt ein kleines Drama wegen der ungültigen Papiere meiner Begleitung. Wir mögen doch bitte warten solange die Personalien geklärt werden. 100,-€ Strafe soll es kosten, die uns aber erlassen werden. Anschließend gibt es eine Belehrung über die viel zu hohe Anzahl meiner Vignetten und ich komme wie immer mit dem Versprechen meinen etwas eigenwilligen Sonnenblendstreifen zu entfernen davon. Verzählt hat er sich auch – ich weise ihn jedoch nicht darauf hin. Er prüft noch schnell ungläubig die gültige Hauptuntersuchung samt Fahrzeugpapiere und wünscht anschließend eine gute Fahrt – wieder einmal eine angenehme Erfahrung und die Angst jemals tatsächlich ordentlich Strafe zahlen zu müssen, ist etwas gelindert.

hochalpines

Den Heimweg gestalten wir wie so oft etwas aufregender als es der handelsübliche Reisende tut.

Wir bezwungen ein weiteres Mal die Großglockner Hochalpenstraße.

Das Wetter ist wieder mal besonders gnädig mit uns und zeigt sich von der besten Seite. Letzte Schneereste schmelzen in der Sonne dahin und uns bot sich eine fabelhafte Aussicht in und über die Alpen.

Dieses mal war die Edelweißspitze geöffnet und ich konnte den Kadett samt Wohnwagen hinaufbugsieren – ein nicht ganz einfaches Unterfangen – aber es ging.

Abgesehen von einer ausgiebigen Mahlzeit und einem kurzen Besuch im Oldtimermuseum am Gletscher hielten wir uns nicht lange auf, sondern fuhren nach Hause.
So macht Transit Spaß & ich hoffe dass mich das Glück in Sachen Alpen und Wetter nicht mehr verlässt.