grenzspaziergang

Wie erwartet ist es außerhalb der Mahn- und Gedenkstätte viel schöner. Das hat verschiedene Gründe. Zum Beispiel hat man einen grandiosen Blick in die Täler und auf die Berge der Rhön und so spaziere ich ein wenig entlang des ehemaligen Grenzzaunes. Der echte wurde zwar abgebaut und auch die Minen sind längst entfernt, vor wenigen Jahren aber wurde manches wieder rekonstruiert um den Besuchern ein wenig vorzumachen, wie es denn war.

Einen guten Kilometer später entdecke ich das Grenzhaus-Museum. Errichtet vor einigen Jahren direkt auf dem Grenzstreifen ist hier ein Museum entstanden, welches die gesamte Geschichte der Teilung bishin zu Einzelschicksalen mit Bezug auf die Region nahebringt. Was ein Glück dass meine Eintrittskarte für Point Alpha auch hierfür gilt & ich halte mich einige Zeit dort drinnen auf. Es ist wirklich schön umgesetzt und vorallem die Zeitzeugenberichte haben es mir angetan – und das obwohl mich die Teilung Deutschlands sowie der Mauerfall nie sonderbar interessiert haben. Vermutlich ist mir Geschichte die ich quasi beinahe miterlebt habe, einfach egal. Zu jung und zu gut aufgearbeitet. Das muss es wohl sein.

Nachdem in meiner Birne einfach kein Platz mehr für weitere Informationen ist, spaziere ich zurück zum Point Alpha-Parkplatz und starte den Wagen.

point alpha

Ich steuere den Besucherparkplatz an und bin glücklich, als ich den völlig leer vorfinde. Keine Schulklassen und keine Schwönwetterfanatiker. Perfekte Voraussetzungen für einen Rundgang durch den ehemaligen US Army Observation Post. Ich bezahle den Eintritt und bin schon gespannt was mich erwartet.

Tatsächlich nicht so viel – was durch Vandalen und Umbauten im Laufe der Zeit kaputtging wurde rekonstruiert und sonst stehen da einige Militärfahrzeuge. Dass hier weder die innerdeutsche Grenze noch der eiserne Vorhang behandelt wird war mir schon vorher klar, aber etwas mehr oder besser gesagt etwas anderes habe ich schon erwartet – ganz ohne drüber nachgedacht zu haben.
Als anständiger Gast lese ich natürlich trotzem alles, sehe mir US Army-Zeugs an und verstehe garnicht wozu überhaupt. Immerhin weiss ich jetzt wie deren Alltag hier ausgesehen hat und wie langweilig es wohl gewesen sein muss.

Ich habe tatsächlich weniger als 60 Minuten gebraucht mir alles anzusehen und habe auch nicht ein geschriebenes Wort vergessen. Nun habe ich große Hoffnung in das, das sich außerhalb des Stützpunktes befindet.