kulinarische reise

Am Palazzo Pitti, einem Renaissance-Palast im Stadtteil Oltrarno beschließen wir, dass es wenig Sinn macht sich all die Sehenswürdigkeiten anzusehen, wenn das gleichzeitig die halbe Menschheit auch tut. So suchen wir ein Café auf und ich genieße einen Longdrink, bin froh über die Wärme und freue mich auf ein baldiges Essen. So sitzen wir eine Weile und gehen danach einfach in das Restaurant gegenüber, wo wir dasselbe einfach nochmal machen. Es gibt Wein, Bier, Schnaps und einen Salat. Dort lernen wir dann ein amerikanisches Paar kennen, die beiden sind auf Europareise und versprechen mir auch direkt ihre Tochter. Ich zeige mich dankbar und dann müssen wir aber los. Von den anderen haben wir etwas von einer Bar gehört.

Wir finden überhaupt nicht hin und unterwegs frage ich drei junge Mädels, wo man denn etwas trinken gehen könne. Empfohlen bekomme ich einen Laden, deren Preise jenseits von gut und Böse liegen. Ist uns aber erstmal egal, denn das Ambiente ist so herrlich unpassend für uns abgebrannte Typen. Nach einem Longdrink geht es endlich in den Irishpub, wo die restlichen Rallyeteilnehmer bereits fröhlich trinken. Dort angekommen zeige ich meine Krankenkassenkarte, werde als Student identifiziert und bekomme nun Rabatt auf sämtlichen Alkohol. Perfekt! Wir spielen Beerpong, trinken irre um die Wette, freunden uns binnen kürzester Zeit mit allen an und zur Krönung schallt dann auch noch deutsche Musik aus den Boxen.

Zu späterer Stunde verschwindet die Gruppe in eine Discothek und natürlich verpasse ich den Absprung, stehe plötzlich alleine da und mache mich auf den Weg etwas zu essen. Unterwegs lerne ich einige Italiener kennen und finde mich in einem zweistündigen Sprachkurs wieder. Wir haben eine Menge Spaß und als es nun wirklich Zeit für das Bett sein sollte, verabschiede ich mich und suche nun das Hotel. Ohne Akku und absolut keiner Orientierung klingt das recht schwer, aber in einem McDonald’s treffe ich zufällig auf einige Rallyeteilnehmer und gemeinsam fahren wir mit dem Taxi zurück und fallen erst mit dem Sonnenaufgang zu Bett.

rock im park #3

Am Kadett glühen wir noch etwas vor und machen uns dann tatsächlich auf den Weg zu den Bands. Als Hauptact treten heute Die Toten Hosen auf – ist mir, ööööhm – egal. Die letzten Alben haben bei mir überhaupt keinen Anklang gefunden, live gesehen habe ich sie auch schon öfter und dennoch freue ich mich! Normalerweise sehen wir ja selten Bands und so versuche ich nun eben einfach mal alles mitzunehmen. Quasi um den Schnitt „gesehener Bands“ etwas nach oben zu korrigieren.
Der Weg zum eigentlichen Festivalgelände kommt uns ewig vor – das liegt aber vorallem daran dass wir alle weit davon entfernt sind nüchtern zu sein und aber auch daran, dass wir nicht so wirklich wissen wo es überhaupt lang geht.

Hinderlich ist auch, dass wir uns permanent mit irgendwelchen Leuten verquatschen und nun kurz vorm Ziel eskaliert es komplett. Wir kommen ins Gespräch mit zwei Damen aus Coburg und es gibt viel zu Reden. Die beiden haben überhaupt kein Ticket und hofften darauf noch eines vor Ort erwerben zu können. Ist aber schnell vergessen, denn an einem Kiosk gibt es herrliche Pommes, Bier und sogar alkoholfreie Getränke. Als dann gegen Mitternacht sämtliche Besucher aus dem Gelände herausströmen wird mir bewusst, dass das mal wieder nix wird mit „Bands“ … dafür sei aber auch gesagt, dass der Abend am Kiosk sehr lustig war. Sämtliche Besucher die kein Ticket mehr bekommen haben, standen dort herum, haben mit uns gefeiert und waren etwas irritiert als sie bemerkt haben, dass wir durchaus Einlassbändchen haben, diese aber einfach nicht nutzen.

taubertal festival #2

Nach den Polizeikontrollen ist vor dem Campingplatz – endlich erreicht. Am Eingang möchten die Herrschaften mir nicht so recht glauben dass das Fahrzeug auf eigener Achse angereist ist und ein junger Österreicher möchte uuuunbedingt einmal mitfahren. Auf dem Campingplatz suchen wir uns ein schönes Plätzchen und bauen unsere Heimat für diese Woche auf. Etlicher Unrat findet zwischen unseren Highend-Campingfahrzeugen platz und ich genieße den schnellen Aufbau des Dachzeltes, zapfe mir ein gekühltes Bier und mache es mir bequem.

Die Nacht ist bitter kalt. So richtig kalt. Unfassbar, ich grabe sogar meine Winterjacke hervor. Das Thermometer fällt auf bis 3 Grad über null. Hindert uns jedoch so überhaupt nicht an einer Feier, die selbst den Sonnenaufgang überstehen soll. Als es mir dann doch zu spät – oder besser gesagt zu früh wird, klettere ich in mein Dachzelt und erpöbele mir ein wenig Platz, denn Herr T. hat es sich dort bereits bequem gemacht. Im Bett liegend rege ich mich noch etwas auf, dass ich die Kissen im Auto vergessen habe und nun natürlich viel zu faul bin diese noch zu holen. Gute Nacht.