rauher wind

Nun stehen wir und warten darauf dass die Fähre zurückkommt. Immerhin Poleposition! Es gibt Nudeln mit Tomatensauce und anschließend vertrödele ich mir die Zeit mit Lesen, bis irgendwann die Fähre einfährt und nur ein paar wenige Autos ausspuckt.

Als erster fahre ich in hinein und bekomme sogar einen fantastischen Platz zugewiesen. Wir verziehen uns direkt an Deck, stopfen einen Donut in unsere Münder und beobachten dann den Kleinkrieg bei der Einfahrt der Hoffnungslosen.
Nun geht’s los, die Schnellfähre beschleunigt binär, der Wind pfeift und das Meer schlägt hohe Wellen. Wir werden ganz schön durchgeschauckelt und ich bin saufroh dass das nach einer halben Stunde bereits endet.

Nun beginnt aber wieder das ätzende Schlangestehen mit den Idioten. Allesamt drängeln, hupen und motzen sie so doll sie nur können. Grauenhaft! Ich bleibe cool. Vorallem natürlich weil wir bedingt durch den guten Platz die Fähre früh verlassen haben und recht zügig in den Schengenraum einreisen können. Nun ist der Tag aber zu Ende. Rund 11 Stunden hat uns der Spaß gekostet und ich fühle mich furchtbar ausgelaugt.

wird zeit zu fähren

In Tanger selbst haben wir nicht vieles gemacht. Vorallem lagen wir im Bett. Für einen ausgiebigen Spaziergang durch die Medina hat es aber auch gereicht. Direkt hinter dem Hotel ging es los und ich führte uns dorthin, wo wohl sonst eher kein Tourist entlangwatschelt. Das merkt man dann auch immer wenn die Einheimischen einen auf die richtigen Pfade leiten wollen.

Schön ists in Tanger aber auch furchtbar voll! Und sehr viel internationaler wie im Rest des Landes. Das spürte ich schon als ich einen Händler, wie immer stets höflich, abwimmelte und er mir ein „Fuck You“ mit auf den Weg gab. Sowas is mir auch noch nie passiert – neben den Tausenden freundlichen Kontakten aber eine willkommene Abwechslung.

Auch machte ich mir Gedanken darüber wie wir nach Spanien kommen. Wann immer ich auf den Hafen sah, sah ich keinen Betrieb und keine Schiffe. Mit dem Herrn an der Rezeption klärte ich die Sachlage, wir übten uns im Deuten vom Wetterradar und ich bin ganz kurz sogar erschrocken, als er mir erzählte dass am Vortag eine Fähre gesunken sei. Wie sich herausstellte hatte er sogar recht und wir warten hier im Hotel bis sich der Sturm legt. Auf Umbuchen & Tanger-Med habe ich nämlich keine Lust. Mangelnder Zeitdruck lässt mich Schulterzucken.

quarantäne

Wir fahren heute bis nach Tanger. Frau H. hat mir hier ein Hotel empfohlen & ich habe es einfach mal gebucht. Besser kann das Timing überhaupt nicht sein, denn nun habe ich Gelegenheit meine Körperfunktionen wieder herzustellen.

Wir quälen uns durch den regen Verkehr bis an den Rande der Altstadt. Das Hotel liegt direkt zwischen Medina & dem Hafen, mit ganz wundervollen Blick aufs Meer. Bei der Gelegenheit werfe ich direkt einen Blick auf unsere Tickets und stelle fest dass unser Schiffchen von Tanger nach Tarifa fährt und nicht wie angenommen von Tanger-Med. Trifft sich ja super, wo wir ohnehin jetzt schon hier sind.

Heute steht nun nichts mehr auf dem Programm. Ich liege im Bett herum und erhole mich. Lediglich für eine Suppe & Salat erhebe ich mich. Das Grünzeug schmeckt fantastisch, mit der recht eigenwilligen Zwiebelsuppe werde ich aber nicht warm.
Die Location entschädigt aber für alles! Das Continental Hotel ist eines der ältesten in Tanger und es fällt ganz arg schwer sich an den vielen Räumlichkeiten sattzusehen.
Wie wir uns Schlafen legen macht sich der Sturm draußen besonders bemerkbar. Durch die Luftungsschächte und Flure pfeift der Wind. So viel Charme auf so engem Raum! Ich bin fasziniert!