zu speyer

Nach unserem gestrigen Ruhetag machen wir heute noch einen kleinen Ausflug. Es geht nach Speyer, – wieso auch immer war ich noch nie dort und es gibt sicher manches zu sehen. Dort angekommen parkieren wir am Stadtrand, werfen einen Blick in die Gedächtniskirche und schlendern dann in die Innenstadt. Dort trinken wir einen Dornfelder Glühwein und wir müssen schiergar kotzen. Der schmeckt unter aller Kanone und das meiste davon landet dann über’m Gullideckel.
Auf dem Weihnachtsmarkt versuchen wir nun noch unser Glück mit einer Bratwurst – die schmeckt ganz gut und aus allen Poren trieft der Senf – so mag ich das! Nun beginnt es zu regnen und wir flüchten uns im Dom zu Speyer.

Wir spazieren durch das ewig lange Seitenschiff, ich beäuge die recht neue Orgel und ansonsten fehlt mir ein wenig die Lust. Die Gruften und vieles mehr sehen wir uns gar nicht an und marschieren dann durch den Regen zum Auto. Erst wollten wir einfach nach Hause, dann kam uns aber die Idee dass wir ja noch ins Technikmuseum könnten. In Sinsheim war ich schon gewesen und so bietet es sich ja geradezu an. Auf dem Parkplatz ist auch wenig los – scheinbar haben die Leute an Weihnachten einfach besseres zu tun.

Im Museum selbst gibt es natürlich viel zu sehen. Jede Menge Flugzeuge, Autos, Lokomotiven, Schiffe und anderes technisches Gerät. So dauert es ein Weilchen bis wir uns sattgesehen haben und können uns dann zurück in Landau noch für ein paar Tage sattessen.

cassel

Ich habe für ein paar Tage in Frankfurt zu tun und sehe mich nun ein wenig in Kassel um. Hier bin ich schon abertausende Male vorbeigefahren und habe es bisher nur zu Ikea geschafft. Nun aber habe ich Zeit mitgebracht und fange mit dem an, für das Kassel bekannt ist.
Ich entscheide mich für eine Wanderung beginnend am Hercules, hinunter zum Schloss und das ganze dann irgendwie wieder nach oben.

Wie ich oben ankomme und parke, zieht plötzlich ein dicker fetter Nebel auf und verwandelt den Hercules samt Oktogon in einen mystisch anmutenden Platz. So spaziere ich ein wenig durch die Gemäuer, schieße Fotos und sehe nichts. Normalerweise hat man eine grandiose Aussicht auf Kassel und den restlichen Bergpark Wilhelmshöhe. Das tolle Schauspiel hält nicht lange an und nach 15 Minuten ist der Nebel auch schon wieder verschwunden und der Blick ist frei.

So marschiere ich entlang des Wasserspiels hinunter und besichtige die Löwenburg, anschließend das Schloss Wilhelmshöhe und das zugehörige Gewächshaus. Völlig zurecht wurde 2013 der Bergpark als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt. So vergehen viele Stunden und etliche Kilometer bis ich schließlich erschöpft oben an der Hercules Statue zurück bin. Die Höhenmeter haben mich ganz schön geschlaucht und so möchte ich jetzt eigentlich nichts mehr machen. Immerhin kann ich mich dann noch fix aufraffen das Technikmuseum in Kassel zu besuchen. In einem ehemaligen Henschel-Werk gibt es hier Elektronik, Feinmechanik, Maschinenbau, Medizintechnik, Metallmusik, einen Transrapid und auch Automobiltechnik zu bewundern. Nahezu alles hat einen Bezug zu Kassel und so bin ich mangels Interesse auch relativ schnell draußen und mache mich auf den Weg ins Hotel.

jugendstilfetisch

Inzwischen bin ich in Darmstadt und möchte mich einmal umsehen – ich glaube in der Stadt selbst war ich noch gar nie und zu sehen gibt es bestimmt genügend. Mein erster Anlaufpunkt ist wie so oft ein Friedhof. Auf dem alten Friedhof in Darmstadt nämlich soll es einige historische Grabmäler geben. Die gibt es tatsächlich auch, denn 1828 wurde der Friedhof errichtet und zuletzt 1894 erweitert. Rund 60 historische Grabmäler lassen sich heute noch finden, sie stehen unter Denkmalschutz und wurden wie ich finde weniger schön in den „neuen“ Friedhof eingebracht. Da habe ich schon weitaus schönere Friedhöfe besucht, die im Laufe der Zeit auch tatsächlich unangetastet blieben. Für einen Spaziergang taugt es hier aber allemal ganz gut.

Weiter geht es für mich zur Mathildenhöhe, sie ist mit 180m über Normalnull die höchste Erhebung der Innenstadt Darmstadts und wurde Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Hochzeitsturm, einem Ausstellungsgebäude, der russischen Kapelle sowie diversen Jugendstilvillen bestückt. Wer so richtig Bock auf Jugendstil hat, kommt hier oben voll auf seine Kosten. Rund um das Areal stehen einige Privathäuser, allesamt in gutem Zustand und ebenfalls im 19. Jahrhundert erbaut. Im Moment wird das Ausstellungsgebäude noch bis 2019 restauriert, dies soll die Bewerbung Unesco-Welterbestätte unterstützen. Auch der 1833 entstandene Platanenhain ist noch heute erhalten und es lässt sich hier ganz wunderbar Flanieren.

Und wenn ich schon hier bin, gehe ich noch fix zur Waldspirale. Das Gebäude wurde von Hundertwasser kurz vor seinem Tode gestaltet, vom Architekten Heinz M. Springmann geplant und ausgeführt. Über 100 Wohnungen findet in dem u-förmigen Bau platz und äußerlich gibt es wie immer keine Ecken und keine Struktur. Keines der Fenster soll einem anderen gleichen – ich habe es nicht überprüft – und auch im Inneren wurde man in einigen Wohnungen Hundertwassers Credo „gegen die gerade Linie und den rechten Winkel“ gerecht. Aus Kostengründen jedoch nicht in allen, irgendwie schade.

brüssel im eilverfahren

Ich fasse den Entschluss erstmal den großen Platz im Stadtkern anzusehen – der Weg dorthin führt durch die halbe Stadt und ich komme an unzähligen Imbissen vorbei. Wie das nunmal so ist, probiere ich Diverses und bin schon nach einigen Straßen pappsatt. Nach dieser Essensorgie säumen den Weg hunderte Geschäfte – wird wohl die Fußgängerzone sein. Wie das so ist kaufe ich hier und dort einige Kleinigkeiten und bin dann aber doch froh, als wir endlich den ‚GrandePlace‘ erreichen.

Warum denn ausgerechnet dieser Platz zum UNESCO Welterbe gehört ist schnell geklärt – ein unglaubliches 360° Panorama bietet sich auf einem wetterbedingt leerem Platz. Man kann sich kaum sattsehen – hinein möchte ich aber nirgends und Essen erst recht nix. Also laufen wir noch ein Stück weiter zum weltberühmten Manneken Pis – dem Wahrzeichen Brüssels. Verstehe wer mag – mir jedenfalls ist das unerklärlich, wie ausgerechnet dieser kleine Bub solchen Ruhm erlangen konnte. Er ist nun wirklich kein Highlight & auch garnicht groß bestückt – ich stehe vor einem Rätsel.