nix los

Eigentlich wäre ich gerade auf dem DZG-Treffen in Hachenburg. Leider musste ich aber absagen, denn entgegen meiner Philosophie muss ich momentan arbeiten. So richtig, Tag für Tag – unfassbar anstrengend. Da ist nun also garkein Platz für wilde Reisen und merkwürdige Touren. So habe ich auch meine Deutschlandtour vorerst auf unbestimmte Zeit gestrichen. Ein paar Gesichter und einige Kilometer habe ich geschafft und nun heißt es abwarten und hoffen dass sich das Blatt in Bälde wieder wendet, sodass es wieder losgehen kann. Bisdahin beschränke ich mich auf die Wochenenden und guck eben ganz traurig drein.

So auch heute – für mich wäre nun Abreise von Hachenburg. Stattdessen fahre ich von zu Hause nach Winterbach. Frau H. feiert das Sechzigwerden. Erst checke ich im Hotel ein, springe unter die Dusche und fange schon beim Abtrocknen wieder an zu Schwitzen. Diese Hitze ist beinahe unerträglich. Gefeiert wird in einer Strandbar, ich kümmere mich um die musikalische Untermalung und das Trinken von Schnäpsen. Zwei Dinge, die mir wohl einfach liegen. Die Party geht bis tief in die Nacht, ich belaste noch den Taxifahrer so gut ich kann und unterhalte mich noch lange vor dem Hotel mit einem Rumänen, ehe ich völlig erschöpft zu Bett falle.

Den Morgen startet wir mit Frühstück und steigen dann zu dritt in den Kadetten. Unterwegs schlage ich vor, dass wir noch beim Weltenbummlertreffen in Heldenfingen vorbeisehen könnten. Selbst wenn nichts mehr los ist, so ist zumindest das Essen ganz prächtig. Dort angekommen stehen noch rund 20 weitgereiste Fahrzeuge und wir verschwinden schnell in der Sportgaststätte, essen uns satt und genießen kühle Getränke & nun findet auch dieses Wochenende sein jähes Ende.
Anders als sonst steht nun also nichts mehr an. Ist aber nicht schlecht – in Solchen Zeiten wurden bisher die dümmsten Trips geboren.

einfach nichtstun

Die werte Familie hat heute zum Grillen eingeladen und natürlich eile ich herbei um mir den Wanst zu füllen. Noch während ich verdaue meldet sich Herr B. und frägt nach meinem Freizeitprogramm – schnell sind wir uns sicher dass wir noch ein wenig herumlümmeln könnten. Bei einem Radler verquatschen wir uns und dann kommt auch noch Herr R. vorbei – der ist gerade auf dem Weg nach Würzburg und hat Zeit für einen Plausch.

Bei der Gelegenheit unternehmen wir noch eine fixe Miniwanderung zum „Rengele“. Dort oben, mitten im Wald, wurde vor vielen Jahrzehnten eine kleine Aussichtsplattform mit Bänkchen und Blick aufs Dorf hinterlassen. In meiner Kindheit waren wir oft hier oben, rauchten die ersten verbotenen Zigaretten, steckten jungen Damen die Zungen in die Münder und tranken die ersten Biere. Heute machen wir all das nicht mehr sondern glotzen einfach nach unten und winken meinen Erziehungsberechtigten ganz eifrig. Unser Bier ist leer und somit ist es wieder Zeit den Wald zu verlassen – zurück an den Autos verabschieden wir Herrn R. und mit Herrn B. geht es noch kurz an den Steinbruch und anschließend nach Hause.

krönender abschluss

Zu Hause angekommen verbringe ich eine wohltuende Nacht in meinem Bett und Mittags steht plötzlich Herr B. auf der Matte. Im Vorfeld hatten wir schon überlegt noch nach Hannover zu fahren, ich sagte jedoch ab weil ein Päuschen mir nicht schaden täte. Nun, wie wir da sitzen, macht sich aber doch Lust auf einen kleinen Roadtrip breit und wir packen kurzerhand das Nötigste zusammen. Schon steige ich in den VW T3 & genieße es sehr nicht fahren zu müssen.

Nach Hannover kommen wir, weil dort morgen das wohl größte VW-Käfer & Co. – Treffen stattfindet. Tausende Käfer, Bullis und andere alte VW versammeln sich hier immer und geben sich ein Stelldichein. Am späten Abend kommen wir in der Landeshauptstadt an und fahren direkt zu einem Hotspot von früher. Dort fand immer die „Cruisin Night“ statt, wo man am Straßenrand allerlei Altblech zu sehen bekam. Im Laufe der Jahre ist das wohl immer mehr ausgeartet und heute steht überall Polizei und hält die Mengen im Zaum. So fahren wir recht schnell weiter zum eigentlichen Treffengelände, wo morgen die Toren geöffnet werden. Wir parken direkt am Eingang auf einem Grünstreifen, richten das Bullibett her, öffnen eine Flasche Wein und feiern ein wenig bis wir recht erschöpft ins Bett fallen.

Am Morgen wecken uns Tausende luftgekühlte Volkswagen, alle knattern sie auf das Treffen und stehen Schlange. Auch wir stellen den Bus auf das Veranstaltungsgelände und stürzen uns dann in das Gewusel etlicher Menschen und alter Autos. Das Treffen scheint aus allen Nähten zu platzen, der Ansturm ebbt nicht ab und wir schlendern derweil über den Teileflohmarkt. Abgesehen von einem kleinen Kadett-Modellauto kaufen wir nix und schauen uns den restlichen Tag schöne Fahrzeuge an, essen unentwegt und fahren zu späterer Stund‘ dann nach Hause. Die Heimfahrt dauert rund 6 Stunden und auf der gesamten Tour kamen nun schon 10.000km zusammen – Grund genug nun abzubrechen und zu Hause erstmal zu entspannen, Eindrücke zu verarbeiten und mal die Wäsche zu waschen.

tausche nebel gegen sonne

Bewaffnet mit VW Bus und dem Opel Kadett düsen wir heute noch vor Sonnenaufgang ins schöne Lechtal nach Österreich. Denn Herr. B. hat unsinnigerweise ein Saisonkennzeichen an seinem Bus und so ist in Kürze Schluss mit Lustig. Der Wüstenluft frisch aus der Sahara sei Dank haben wir im Moment nicht nur Staub auf den Autos, sondern auch herrliches Wetter. Grund genug für einen kleinen Ausflug ins Grüne!

Die Autobahn in den Süden hat nun statt Verkehr einiges an Nebel zu bieten und pünktlich im Allgäu wird dieser von der Sonne gnadenlos hinfort gejagt. Im Tannheimer Tal betanke ich den Kadetten und erfreue mich an 1,18€ pro Liter Super. Nun geht es weiter bis nach Holzgau im Lechtal. Hier wollen wir waghalsig und abenteuerlustig Wandern.

Im Tal parkieren wir die Autos und marschieren munter drauf los. Nun geht es trotz klirrender Kälte nach oben und ich freue mich schon auf tolle Ausblicke!