glamping

Nun haben wir alles zusammengepackt, sind frisch geduscht und pflanzen uns in den Kadetten. Weg von diesem furchtbaren Platz und ab in die Berge. An Genua vorbei geht es zur Grenze an das Piemont. Wir fahren eine Stunde durch die Berge, halten in Stella um die Vorräte aufzufüllen und gehen in Pontinvrea Essen – es schmeckt herrlich! Mitten im Nirgendwo nahe Squaneto finden wir dann schließlich den angepeilten Campingplatz und ich bin direkt verliebt. Große, wilde Stellplätze, superfreundliches Personal und ein Restaurant sowie ein Pool sind auch vorhanden. Zuerst springen wir in den Pool und gammeln dann den restlichen Tag in der Sonne herum.
Abends koche ich uns Pasta mit Tomatensauce und zaubere einen leckeren Tomatensalat, sodass wir wohl genährt ins Bett fallen können.

Am nächsten Tag hole ich uns Frühstück, wir knabbern ein wenig und machen uns dann auf für eine Wanderung durch die Umgebung. Die Wälder sind herrlich wild und schön, die Bäche voller Flusskrebse und anderem Getier. Ein paar Stunden später knallt dann auch schon die Sonne erbarmungslos vom Himmel und wir gehen zurück zum Platz. Dort liegt es sich so gut! Zwischendrin springen wir mal wieder in den Pool und mittags koche ich nochmal die Reste von gestern, sodass wir am Abend ins Restaurant können. Das Abendessen schmeckt fantastisch und die Entspannung kam nun wirklich nicht zu kurz. Die drei Tage haben sich ewig angefühlt, der Platz hat uns sehr gefallen – jedoch ist er mit 45,-€ die Nacht alles andere als günstig. Dafür gibt es aber eine Wohlfühlgarantie & das war es wert gewesen.

kuh sticht ziege

Mich treibt es heute schon ins Allgäu und ich habe mir horrend wenig vorgenommen. Vorallem möchte ich den Jochpass fahren, denn ich kann mich überhaupt nicht erinnern hier jemals rumgedüst zu sein. In Oberjoch angekommen stelle ich das Auto ab und mache mich zu Fuß in Richtung der Iseler-Platz Hütte. Habe nun überhaupt keinen Plan ob die geöffnet ist. Macht aber nichts, denn irgendwann sehe ich mich am Grundbach wieder und weiß, dass ich sowieso falsch bin. Also marschiere ich noch ein wenig, gucke auf wildes Gestrüpp und komme nach rund 5km wieder am Auto an.

Nun ist der Hunger ordentlich groß und ich beschließe im Tannheimer Tal zu speisen. Ich fahre durch Schattwald, Katzensteig, Zöblen, Untergeschwend und fahre bishin zum Haldensee. Abgesehen von Hotels habe ich leider keinen urigen Biergarten oder irgendwas in der Art gefunden, sodass ich einfach weiterfahre. In Grän versuche ich ein letztes Mal mein Glück und werde auch hier enttäuscht, sodass ich mich wieder nach Deutschland begebe in Richtung Pfronten. Da wird’s schon was geben.

In Pfronten erwische ich dann tatsächlich einen Biergarten ganz nach meinem Geschmack, bekomme herrlichen Fleischkäse mit Bratkartoffeln und viel zu viel des Specks. Mit einem Biermix spül ich das eben runter, bin herrlich satt und mach mich ganz gediegen auf den Rückweg nach Hause. Das war ein schöner Tag und es war so erstaunlich wenig los im Ferienparadies. Schade dass das nicht immer so ist.

rockamberg #2

Kurzer Blick aus dem Dachzelt – es scheint hell zu werden. Geschlafen habe ich furchtbar schlecht, denn überall hat es die ganze Nacht furchtbar schrecklich gelärmt. Zu allem Übel hat es über Nacht auch sehr abgekühlt und wie so oft habe ich mal wieder keinen Schlafsack dabei, sodass ich massiv gefroren habe. Der dürre L. hat als Heizung auch nicht sonderbar gut fungiert und so verschwende ich nun keinen Gedanken daran, weiterzuschlafen. Stattdessen möchte ich die Ruhe nutzen und den Körper wieder auf Vordermann bringen. Bei den Duschen bin ich natürlich der Erste, runderneuere mich einmal und stolpere dann gemütlich zurück zum Camp.

Die süßen Whatabüsser kümmern sich derweil ums Frühstück, ich beschalle uns mit annehmbarer Musik und Herr L. liegt noch im Koma. Quasi der ideale Zeitpunkt für Schnaps. So verläuft dann der ganze Tag – wir feiern wildentschlossen, reden und treiben allerlei Unfug und starten am Nachmittag dann zu einer kleinen Wanderung. Die bereitet auch furchtbar viel Spaß und zurück am Camp strippen wir um uns anschließend zu lausen. Läuse finden wir zwar keine, dafür einige Zecken die glücklicherweise noch nicht gebissen haben.

So genießen wir weiter unser Luxuscamp, üben uns im Bierdosenstechen und ich freue mich schon tierisch auf Egotronic. Die spielen heute irgendwann gegen Mitternacht und dürfen keinesfalls verpasst werden. Am Festivalgelände angekommen ist es dann auch schon soweit und wie erwartet liefern Egotronic so richtig ab. Was ein Spaß und wie gut es doch tut auf einem Festival viele Bands zu sehen! Im Anschluss spielen noch Cafespione, nach ein paar Liedern reicht es mir aber und ich stolpere zurück zum Camp. Der Rest dürfte schon dort sein und mit Blick ins Zelt bewahrheitet sich das. Alles schläft. Die Nachbarn aber sind noch wach und wie ich meine Zähne putze habe ich schon Gesellschaft. Zusammen feiern wir lautstark eine ganz andere Party bis in die Morgenstunden, vermutlich zum Leidwesen aller anderen. Selbst Herr L. kriecht irgendwann aus dem Bett, erwacht von der lauten Musik.

ludwigs liebling

Mein Kadett steht gerade in der Werkstatt – neben Rostvorsorge, einem Ölwechsel und Sommerrädern gibt es auch fürs Außenkleid neuen Lack. Denn in Bälde steht ein TÜV-Besuch auf dem Plan und da muss er schließlich möglichst seriös daherkommen. Lust auf einen Ausflug haben wir aber trotzdem, also fahren wir mit einem Mietfahrzeug ins Allgäu und streben das weltweit berühmte Schloss Neuschwanstein an. Angesichts des guten Wetters vielleicht nicht die beste Idee, denn schon bei der Anreise nach Hohenschwangau staut es sich immens und an einen freien Parkplatz vor Ort ist natürlich nicht zu denken. Ich entschließe mich kurzerhand eine Parkmöglichkeit etwas außerhalb anzufahren und da winkt mich schon eine Dame herbei. Wir können zum selben Preis wie draußen bei ihr auf dem Grundstück parken. Wunderbar, haben wir beide etwas davon.

Im Königlichen Imbiss Hohenschwangau essen wir bayerische Bratwürste, Sauerkraut und dazu gibt es Bier. Schmeckt alles wahnsinnig schlecht und ist dem Tourismus zu Liebe furchtbar teuer. Vielleicht hätten wir doch eher frühstücken sollen? Mit vollen Magen marschieren wir dann mitten durch den Wald zur Marienbrücke und ich wundere mich, dass abgesehen von uns das fast keiner tut. Alle marschieren sie auf dem „Hauptweg“ und stehen sich gegenseitig im Weg. An der Marienbrücke angekommen staune ich nicht schlecht, denn die Schlange ist furchtbar lang. Ich möchte schon garnicht mehr drüber aber Frau Doppel-E durchaus. Sie war noch nie hier, ich hingegen war vor vielen Jahren hier und habe das Schloss auch von innen besichtigt. Nicht unbedingt sehenswert, die Natur und Wanderwege rundherum gefallen da schon sehr viel besser. So wagen wir einen kurzen Blick von der Brücke auf die Pöllatschlucht und das Schloss und gehen einfach weiter. Wir machen noch einige Höhenmeter und haben dann eine wunderbare Sicht auf den Alpsee, den Schwansee und das Schloss. Zurück geht es wie wir gekommen sind und dann umwandern wir noch gemütlich den Alpsee, bis wir schließlich nach zehn Kilometern fertig für die Heimreise sind und noch eben ein Eis verschlingen.