voll im trend

Heute sitze ich schon in aller Frühe im Kadett und fahre schon wieder nach Bayern. Seit Söders strengen Maßnahmen in Bezug auf den Coronavirus hänge ich besonders viel in Bayern rum und es wird überhaupt nicht langweilig. Für heute Mittag habe ich ein Date mit Ben und Whatabus

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Zuerst aber fahre ich nach Burghausen – dort schlendere ich durch das wie ausgestorbene Dorf und wage dann einen Grenzübertritt nach Österreich. Noch sind die Grenzen ja leider geschlossen, von Weiten aber sehe ich niemanden und latsche einfach mal über die Salzach. Die Polizei hat sich nur ganz gut im Schatten eines Baumes versteckt, mich dann sofort aufgehalten und natürlich habe ich keine plausible Begründung für meinen Besuch in Österreich, sodass ich wieder kehrtmachen muss. Über die Unsinnigkeit der Grenzschließung möchte ich nicht diskutieren und so habe ich schon einen Plan B.

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Über Burghausen thront nämlich die längste Burg der Welt – mit über 1km Länge kann man sich dort ganz schön die Beine vertreten und wird mit tollen Aussichten auf die Salzach, Österreich und die Umgebung belohnt. So schlendere ich ein Weilchen über die Anlage und mache mich dann bald wieder vom Acker.

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Ben wohnt in Mühldorf am Inn und bis dahin ist es jetzt noch ein Stück – auf halber Strecke liegt Altötting und wie ich meine ein perfektes Ziel für einen weiteren Spaziergang. Wo sonst Hundertschaften Pilger umherirren ist auch heute nichts los. Söders Ausgangssperren tragen Früchte und ich freue mich, dass ich bis dato kein einziges Mal kontrolliert oder gar aufgehalten wurde.

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Ich treibe mich auf dem Kapellplatz herum, umstreife die Gnadenkapelle und spaziere ein wenig durch die überschaubare Innenstadt um dann endgültig nach Mühldorf zu fahren.

da ist sie ja

Die Normalität hat uns allmählich wieder – endlich! Gestern gingen wir mit Freunden ins Restaurant und hatten einen geselligen Abend – ganze ohne Gesichtsbedeckung, Einschränkungen und all den Firlefanz. Dafür mit Wein, leckerem Essen und anderen Unfug. Da leider die Kneipen noch immer geschlossen haben müssen, sind wir einfach bis Zapfenstrich im Restaurant geblieben – ist ja dann irgendwie auch eine Kneipe und die Getränke mindestens genauso lecker.

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Pünktlich zur fortgeschrittenen Stunde haben wir den Abend dann beendet um heute fit zu sein, denn Herr T. kommt mit seiner Frau zu Besuch und wir möchten Wandern gehen. So fahren wir gemeinsam nach Murrhardt und haben uns vorgenommen, das Hörschbachtal zu durchstreifen.

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Dort angekommen marschieren wir auf dem oberen Wanderweg bis zu den Sägmühlen und kämpfen uns dann entlang des Baches durchs Gestrüpp bis zum hinteren Wasserfall. Hier ist gerade gesperrt, weil Rettungskräfte eine Person bergen, die wohl gestürzt ist. So laufen wir einen großen Bogen und kommen hier wieder an, als der Trubel vorbei ist. Beim Abstieg in die kleine Schlucht wird mir dann auch klar, wieso dort jemand gestürzt ist. Es ist furchtbar matschig, steil und unwegsam. Unten angekommen geht es dann und wie kleine Bergziegen wuseln wir zum nächsten Wasserfall und kommen nach einigen Stunden dann wieder am Auto an.

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Dort erwartet uns dann – wie soll es auch anders sein – ein Strafzettel und wir fahren direkt weiter zum nächsten Biergarten. Hier herrscht nun Selbstbedienung und ansonsten glücklicherweise keine bescheuerten Coronamaßnahmen, sodass wir den Tag gemütlich ausklingen lassen können.

zurück zur normalität

Seit unserem Reiseabbruch in Belgien ist einige Zeit vergangen, das Schengenabkommen das Papier nicht wert auf dem es geschrieben steht und ohnehin ist ja alles doof. So haben wir die letzten Wochen zwar viel Zeit zuhause verbracht, haben die neugewonnene Freizeit aber durchaus genossen.

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So war ich in den letzten Wochen stets im Umkreis von 300km bei Freunden, bei der Familie oder einfach mal zum Wandern unterwegs. Als dann die Läden wieder öffnen durften, waren wir gerade in Heidelberg. Schnell war klar, dass das so weder Sinn noch Spaß macht. Man kann nirgendwo einkehren, überall lange Schlangen, eine irrsinnige Maskenpflicht und die tollen Sachen haben nach wie vor geschlossen.

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Da sämtliche Konzerte und Festivals abgesagt sind und ich mich tatsächlich ein wenig darüber ärgere hier Tickets im Wert von 1500,-€ herumliegen zu haben, veranstalteten wir vor wenigen Wochen unser eigenes Festival. Marc, Familie und einige Freunde kamen vorbei und so feierten wir halt einfach zuhause und hatten das große Glück, dass niemand auf die Idee kam die Cops zu rufen.

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Alles in allem ist es natürlich Jammern auf hohem Niveau und natürlich – die Gesundheit geht stets vor, aber anders als viele in Panik Verfallende suhle ich mich nicht in der Rolle als Moralapostel, sondern freue mich tierisch, wenn endlich wieder Normalität eintritt – denn aufgrund der reaktionären Beschränkungen und Vorschriften, macht vieles weder Sinn noch Spaß und ich bin es längst leid über diesen Blödsinn zu diskutieren. Entweder gerät man an völlig panische Genossen, die plötzlich den Söder lieben oder aber man hat es mit geisteskranken Verschwörungstheoretikern zu tun. Irgendwie fehlt mir die Mitte – warum ist diese so still?

Ich muss dann in Bälde mein Dachzelt montieren und bis dahin – alles Gute!

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Nach dem Frühstück ist dann auch klar, dass wir abreisen – geöffnet hat nun nichts mehr und es macht wenig Sinn noch hier herumzulümmeln. Ist ganz schön schade, aber so ist es eben jetzt.

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So fahren wir jetzt rüber nach Oostende, werfen einen Blick auf die hässliche Küste, bekommen am Imbiss leckere Pommes und fahren schließlich zurück nach Karlsruhe. Die Grenzen sind noch offen, es finden keinerlei Kontrollen statt und ich hoffe inständig, dass sich durch diesen Virus daran nichts ändert.

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In Karlsruhe angekommen verbringen wir den Abend mit Essen und TV schauen, müssen uns jetzt aber Gedanken machen über den weiteren Verlauf unserer Tour. Die Veranstaltungen, die wir besucht hätten, sind gestern abgesagt worden – nun haben wir noch einige Hotelbuchungen und die Ungewissheit, wann Deutschland mit der Abschottung nachzieht.

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Wir entscheiden uns schließlich für den Abbruch unserer Reise, denn 2.000km und horrende Hotelkosten dafür, dass wir selbst kochen müssen, alles geschlossen hat und die Konzerte am Ende unserer Tour ohnehin abgesagt sind, sind es nicht wert. So kann ich zwei der drei Hotels kostenlos stornieren und für eines zahlen wir nun eben die Gebühren.

Am Morgen verlassen wir dann die Eheleute R., spazieren noch kurz am Karlsruher Schloss und knattern dann nach Hause.