slalom szeged #2

In Bayern bekam Herr M. noch den 1. Preis für die Kilometerwette überreicht. Vor vier Wochen musste getippt werden, wie hoch der Kilometerstand des Kadetts bei Rallyestart sein wird und er lag sehr nahe dran.

Nun durchqueren wir Österreich. Auf den Autobahnen merkt man nichts von Lockdown und glücklicherweise haben selbst die ganzen Fressbuden am Fahrbahnrand ganz normal geöffnet. Wir kommen zügig voran, halten nur gelegentlich zum Tanken und fahren kurz nach Mitternacht schon über die Grenze nach Ungarn.

Unser erster Treffpunkt in Ungarn sollte eine Tankstelle sein. Ist er auch, jedoch gibt es hier nur Diesel & geschlossen is der Bums auch noch. Sämtliche Tankstellen scheinen geschlossen zu sein und so gehen wir wieder auf die Autobahn und fahren den ersten Rasthof an.

Vollgetankt verlassen wir die Autobahn und haben noch gute zwei Stunden bis zu unserer Grillparty. Über Stock & Stein fahren wir durch die nächtliche Pampa und erreichen gegen 04.00 Uhr in der Nacht unseren Treffpunkt. Das Saarland kümmert sich um die Verpflegung, wirft kurzerhand den Gasgrill an und die ersten Rallyepiloten fallen in den Schlaf.

chaostage tirol

Heute fahren wir nach Österreich – ist zwar nach wie vor verbunden mit Quarantäne und all so einem Kram – uns aber egal. Immerhin bin ich geimpft, genesen, getestet, gefährlich, geklont und gekocht. Nach einiger Fahrt brettern wir durch den Tunnel nach Österreich und kurz nach der Grenze wird der Verkehr durch eine Kontrolle geleitet. Wundersamerweise gibt es zwei Spuren und mangels Sprachkenntnisse entscheide ich mich für die „Transit Italy“ Spur. Hier wird nicht kontrolliert und ich freue mich darüber, dass wir uns wie gewohnt überall durchmogeln können.

Im Ötztal angekommen gehen wir sogleich zu Familie O., verweilen auf der Terrasse, frühstücken und genehmigen uns die ersten Biere. So vergammeln wir den ganzen Tag, beziehen nachmittags unsere Ferienwohnung und feiern noch eine kleine Party im Hotel um die Ecke. Ziemlich spät wackeln wir in unsere Betten und beginnen den Morgen mit einem Frühstück im Hotel um anschließend zu einer Wanderung aufzubrechen. Bewaffnet mit Wegebier starten wir durch, pausieren am Winkelsee und erklimmen den Berg. Dort wartet eine Hütte auf uns mit Kaltgetränken und reichhaltig Essen. Gestärkt kommen wir am Abend zurück, bestellen Pizza und holen im Supermarkt noch Bier, sodass die Nacht wieder feuchtfröhlich einbricht.

Am Morgen wieder Frühstücksroutine und anschließend fahren wir mit drei Fahrzeugen nach Oetz, um den Piburger See zu umwandern. Auf halber Strecke gibt es ein Restaurant – wieder Kaltgetränke und Essen. Wir sitzen lange zusammen und marschieren dann wieder zurück um uns zu verabschieden. Unsere Lieblingsösterreicher lassen wir hier und fahren wieder gen Heimat. In einem Supermarkt decken wir uns mit Lebensmitteln ein und dann schüttet es wie aus Kübeln. Das Wetter hat so gut gehalten, dass uns das nun so überhaupt nichts ausmacht.

Den Fernpass lassen wir hinter uns und die Einreise nach Deutschland klappt auch problemlos – wie immer wird nicht kontrolliert und uns bleibt irrsinnige Testerei, Quarantäne und anderer Blödsinn erspart. Zuhause angekommen mache ich mich dann direkt wieder auf den Weg zum illegalen Public Viewing des 24h-Rennens mit jeder Menge Haushalte. Das Rennen wird allerdings schon am frühen Abend wegen Nebel unterbrochen und so feiern wir einfach die ganze Nacht durch, bis das Rennen am nächsten Mittag wieder gestartet wird. Irgendwie langweilig – die Party aber war klasse!

wanderschaft #2

Jetzt müssen wir nur noch eben einen Gipfel auf 3.200m queren und dann haben wir schon einen guten Blick auf unsere Berghütte. Sie scheint so nah zu sein, doch ist es noch ein recht weiter und beschwerlicher Weg. Noch vor der Dämmerung kommen wir an und sind sogar pünktlich zum Abendessen da. Es gibt Suppe und Allerlei, anschließend stärken wir und mit Schnaps, Bier und einigen Partien Uno und erst spät in der Nacht fallen wir auf unsere Matratzen.

Wir haben Glück und bekamen ein Vierer-Zimmer – also vergnügen wir uns nur mit unseren eigenen Gerüchen, Stinkesocken und Flatulenzen. Am Morgen gibt es Frühstück und von der Hütte aus steigen wir mühsam ab und queren nach einiger Zeit eine Schlucht. Diese überspannt eine Hängebrücke vor atemberaubender Kulisse. Frau E. bleibt wegen akuter Höhenangst zurück, wir drei Männer marschieren noch ein Stückchen weiter, bis schließlich auch ich umkehre.

Der Weg zurück zur Hütte ist wieder sehr mühsam, wir fressen Höhenmeter um Höhenmeter und sind am Nachmittag schließlich wieder an der Hütte. Schnell befeuchten wir unsere Kehlen mit den üblichen Getränken und warten auf die Nachzügler. In der Nacht schaffen wir es erst sehr spät ins Bett, sitzen lange beisammen und trinken unerlässlich, spielen Uno und diskutieren hitzig über das Hüttensterben. An uns liegt es definitiv nicht, soviel sei verraten.

Am Morgen lassen wir es gemütlich angehen, warten bis die Trailrunner soweit vorbeigezogen sind und marschieren dann nach Obergurgl, wo uns Frau O. abholen mag. Für viele Stunden genießen wir den Abstieg, bleiben auch heute wieder halbwegs trocken und fahren am späten Nachmittag dann nachhause. Die von Söder lauthals angekündigte Grenzkontrolle entpuppt sich zum Glück als ein Witz und so sind wir am Abend in unseren eigenen Betten – ganz ohne seltsame Gerüche.

wanderschaft

Heute geht es bei herrlichem Sommerwetter auf die Autobahn. Ich sammle Frau E. ein und anschließend treffen wir auf der Autobahn auf Herrn K. Ein paar Stunden später sind wir dann auch schon auf dem Fernpaß, decken uns in Imst mit Fressalien ein und fahren dann weiter nach Längenfeld zu Familie O.

Hier gibt es neben der Begrüßung einige Kaltgetränke und bis spät in die Nacht sitzen wir beisammen. Eigentlich wären wir nun auf dem Wacken Open Air – pandamiebedingt findet das Festival natürlich nicht statt und so nutzen wir die freie Woche für die Berge.

Am nächsten Morgen geht es schon zeitig los, beim Bäcker holen wir Frühstück und quetschen uns dann in einen Bus. Der bringt uns durch Sölden und schließlich bis nach Vent. Hier ist Schluss, wir steigen aus und abgesehen von unserem Wanderführer-Kompagnon ahnt wohl keiner, was uns da erwartet. Noch trennen uns von unserer Schlafmöglichkeit rund 1.700 Höhenmeter und viele viele Kilometer.

Gleich zu Beginn ist die Steigung enorm, das Gepäck schwer und die Sonne gnadenlos – immerhin kühlt es mit jedem Höhenmeter ein wenig ab und Stunde um Stunde kommen wir voran. Die starken Steigungen machen wir eingerosteten Bengel ganz schön zu schaffen aber irgendwie geht es schon und wir queren die ersten Schneefelder. Zwischenzeitlich ist es Zeit für den Pullover geworden, wir marschieren am Rand eines Gletschers und haben das Ziel noch lange nicht in Sichtweite.