wellness erwünscht

Heute starten wir schon am frühen Morgen in den Süden, denn Wellness dürfte uns kaum schaden und der Kadett braucht mal wieder etwas Auslauf. So kommen wir mittags auf der französischen Rheinseite an, schlendern durch Chalampé und glotzen aufs rheinische Nass, ehe wir weiter ins schwarzwälderische Badenweiler fahren. In diesem beschaulichen Nest zieht mich zuerst das Panacée Grand Hotel Römerbad in seinen Bann. Das ehemalige 5-Sterne Hotel steht seit einigen Jahren leer, nachdem es seine thailändische Hotelgruppe heruntergewirtschaftet hatte. Das über 200 Jahre alte Gebäude wurde zu Teilen bereits renoviert und steht nun vor dem Problem Brandschutztüren und Denkmalschutz, sodass Insolvenz angemeldet wurde. Die Angestellten wurden entlassen und seither ist dort Stille.

Ein trauriger Anblick inmitten der Stadt und wir marschieren weiter. Nach einigen Höhenmetern sind wir schließlich auf der Burg Baden – zerstört im Jahre 1678 ist sie heute ein Ausflugsziel und entlohnt mit einer fantastischen Aussicht, die wir ein wenig genießen und anschließend unser Hotel aufsuchen. Neben all den Luxuskarossen macht sich der Kadett ganz wunderbar und wir köpfen fix eine Flasche Secco, ehe es zur Paarmassage geht.

Die restliche Zeit verbringen wir Spa und sehen und den wunderschönen Kurpark etwas genauer an. Die Anfänge des Kur- und Schlossparks reichen bis in das Jahr 1758 zurück und heute kann man hier orientalische Platanen, japanische Lebensbäume, kaukasische Mandeln, Schwarznüsse aus Nordamerika, Zwergmandeln aus südrussischen Steppen, kalifornische Flusszedern, Zuckerahorne aus Kanada, Blauglockenbäume aus China und Urweltmammutbäume bewundern. Die ältesten Mammutbäume in Badenweiler sind ca. 160 Jahre alt und wir wirken verflucht klein neben diesen Riesen.

rumbitchen in frankreich

Beinahe ausgeschlafen blicke ich so aus dem Fenster und wir sind uns recht schnell einig, dass wir ja etwas nach Frankreich könnten. Immerhin wettert es relativ angenehm und draußen stehen zwei vollgetankte Kadetten herum. Mit dem Neuerwerb geht es dann schließlich los. Zuerst an die Tanke, denn das größte Manko an dem Fahrzeug ist, dass es aufgrund des Umbaus keine Tankanzeige besitzt und der Tank auch nur rund 30 Liter fasst. Erfahrungsgemäß werde ich in Zukunft damit oft am Straßenrand stehen und dumm dreinblicken.

Mit frischem Benzin geht es dann nach Frankreich, ich habe mir für das Städtchen Bitche entschieden. Da war ich noch nie und es ist bestimmt einen kurzen Besuch wert. So richtig nach Städtegucken ist uns aber heute beiden nicht und so marschieren wir nach oben zur Zitadelle, umrunden sie ganz gemütlich und gucken in die Ferne. Wirklich schön hier und das mitgebrachte Obst ein Hochgenuss. Im Anschluss geht es noch etwas zu Fuß durch Bitche und dann schließlich zurück zum Auto.
In Philippsbourg stoppen wir erneut, grasen ein wenig auf den Wiesen und starren auf einen Teich, ehe es wieder über die Grenze geht. Nach einem kurzen Stopp am Deutschen Weintor sind wir schließlich zurück und die nächsten Tagen werden geprägt von Fressorgien, Freunden und Familie bis wir schließlich genug haben und zurückfahren.

Mit dem neuen Kadett geht es zurück, den heißgeliebten Bestandskadetten lasse ich vorerst mal zurück und wie wir angekommen sind, erstaunt mich der Verbrauch von rund 6,0 Litern auf 100km. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Sobald ich dann mal Zeit habe hole ich meinen Kadetten aus Landau und kümmere mich dann um den Neuen. Da gibt es einiges zu tun und vorallem sollte ich zeitnah entscheiden was ich noch damit vorhabe.

nasses nass

Der Morgen überrascht mit Neuschnee – alles ist ganz weiss und mein Gefallen daran scheint verschwunden.
Also fix in den Kadetten und weiter in Richtung Frankreich.
Es geht mautfrei bis Millau, denn ich möchte einen Blick auf das Viadukt werfen. Hierfür verlasse ich rechtzeitig die A75 und wir schlengeln uns auf Feldwegen bis zu einem Berg, von wo wir einen ganz tollen Blick auf die Brücke haben.

Anschließend geht es weiter in die Stadt hinein zu einem Supermarkt, den Hunger darf man keinesfalls vernachlässigen!
Nun regnet es aber nach wie vor und die Vorhersagen sehen überhaupt nicht rosig aus. Auf unserer gesamten Strecke ist Regen oder auch Schnee gemeldet. Meine geplanten Wanderungen fallen also ins Wasser und wir beschließen nach Deutschland zu fahren. 1.000km sind in einem Rutsch ja locker zu schaffen.
Wegen des Geizes dauert es aber halt lange, denn Maut möchte ich keine zahlen!

Morgens um 05.00Uhr erreichen wir den Heimathafen und verschwinden sofort im Bett.

nur noch ein stück

Ich wache auf & es ist fürchterlich kalt. Wundern tut es mich nicht – ich habe micht nicht zugedeckt.
Wenn ich schon wach bin, können wir auch direkt weiterfahren. Eine Stunde Schlaf sollte genügend.

Nun geht es auf mautfreier Autobahn weiter in Richtung Bordeaux bis sich Hunger ankündigt. Auf einem Parkplatz bereite ich dann schnell Reis mit Tomatensoße vor & wie man das von mir erwartet, fällt mir ausversehen ein Kilo Pfeffer in den Topf. Irgendwie ungenießbar aber sicher verdaubar. Also hinein damit.

Wir kommen schließlich in Spanien an und gondeln durch das schöne Baskenland bis Burgos. In der Stadt hoffe ich auf einen Supermarkt. Fündig werde ich nicht, dafür blicke ich auf hunderte leerstehende Häuser und eine Stadt, deren Charme längst die Toilette hinuntergespült wurde. Einige Kilometer weiter ist schön am Hang ein Dorf gelegen. Auch hier steht beinahe alles leer und Lebensmittel gibt es keine. So bleiben wir direkt hier – beim Zubereiten von Bratkartoffeln ruiniere ich unseren einzigen Topf & bin sehr stolz auf mich.