volubilis

Die Sonne brennt vom Himmel. Nur merk ich nix davon. Spürbar gesättigt weckt uns der Muezzin und ich schlafe prombt weiter. Zwei Stunden später – solange schlafe ich eigentlich nie – weckt uns dann der Koch. Mit einem doppelten „Guten Morgen“ und zaghaften Klopfen serviert er uns Minztee. So darf in Zukunft jeder Tag beginnen!

Wir packen in Ruhe zusammen und fahren dann zur Ausgrabungsstätte. Auf dem Parkplatz stehen eine Menge Busse ich befürchte volle Wege. Das Gelände aber ist recht weitläufig und wir können uns in Ruhe umsehen. Wir schlendern ein Weilchen an den Monumenten der römischen Antike vorbei, schießen einige Fotos und suchen uns dann aber ein schattiges Plätzchen.

Es ist ganz schrecklich schlimm heiß – binnen Sekunden ändere ich meine Hautfarbe von schimmelweiss zu magmarot. Also flüchten wir in den Schatten und essen zusammen mit einer isrealischen Reisegruppe. Der Herr neben mir entpuppt sich als recht witziger Zeitgenosse, als er in gebrochenen Deutsch eine Weisheit von sich gibt: Gott beschütze uns vor Sturm, Wind und Weibern die pfälzisch sind.
Er habe da mal gewohnt…

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verwoehnprogramm

Der junge Mann kommt gerade vom Einkaufen zurück als wir entzückt einer Schafsherde hinterherblicken und bittet um Entschuldigung für die Verspätung – kein Problem, wir haben doch Zeit!

Der Raum neben der Rezeption entpuppt sich als kleines, orientalisches Restaurant – nur ohne kitschig zu wirken. Während wir eintreten begleitet uns eine Katze – kurzerhand säuft sie den Springbrunnen leer und unser Koch wird ihn in Kürze verwundert auffüllen. Der kleine Tiger scheint nicht dumm – als er seinen edlen Wasserspender hört versteckt er sich ganz schnell und sucht dann das Weite.

Ein spanisches Pärchen kommt auch zum Essen und bestellt sogar Rotwein. Die Reste davon – schließlich ist die Flasche entkorkt – bekommen wir angeboten und natürlich lasse ich mich da nicht zweimal fragen. Zur Vorspeise gibt’s Brot, Oliven und dazu eine wunderbar frische Gemüsesuppe. Erst halte ich es für den Hauptgang – die Menge nämlich ist nahezu genau richtig. Dann jedoch erscheint wieder unser Koch mit einem vor Vielfalt platzenden Teller Gemüse. Alles scheint ganz frisch zu sein und es schmeckt ganz vorzüglich. Ich fühle mich völlig überfressen und staune nicht schlecht, dass uns auch ein Desert aufgetischt wird. Obstsalat. Kurzzeitig schmelze ich dahin, bedanke mich ganz herzlich für das fantastische Essen und hieve meinen müden Körper in das Dachzelt.

im grunde urlaub

Der Campingplatz ist mitten im Nirgendwo recht nah an der Hauptstraße gelegen und nur rund 20km von der Ausgrabungsstätte entfernt. Der Besitzer heißt uns willkommen und erweist sich wie viele seiner Landsleute als echter Sprachkünstler. Als ich das Fiche ausfülle frage ich beiläufig ob er Brot verkaufe oder wisse wo man welches bekommt. Statt einer Antwort bekomme ich angeboten dass er ja für uns kochen könne.

Natürlich werde ich hellhörig und lehne bei „Hühnchen“ spontan ab und oute uns als Vegetarier. Wenn er aber etwas leckeres zaubert, das ganz ohne Fleisch daherkommt, hätte er mich am Haken.
Er fakelt nich lange und möchte direkt einkaufen gehen, wir verabreden uns für heute Abend und ich pflanze mich nun in meinen Klappstuhl um ein Buch zu lesen.

Die Sonne brennt ungnädig vom Himmel und ich bekomme dann noch Lust mir die Beine zu vertreten. Weil hier außer Bergen – das ist mir jetzt zu anstrengend – nix ist, schlendere ich einfach mal runter zur Straße. Wie das so ist, lümmeln an jeder Ecke Marokkaner herum und grüßen alle ganz freundlich, erkundigen sich nach meinem Befinden und lassen mich dann weitergehen. Mir gefällt es hier – ich werde wohl nie genug davon kriegen. Die gesamte Szenerie am Straßenrand ist unglaublich interessant, irgendwie amüsant und auch ganz spannend. Jetzt aber wird es langsam Zeit zum Essen zu erscheinen, ich bin schon gespannt was es denn Leckeres gibt.

hinein ins quirlige marokko

Überpünktlich ruft, wie versprochen, der Muezzin zum Morgengebet und ich nutze es direkt sinnvoll.
Abspülen, Zeug verräumen, Müll entsorgen & etwas Körperhygiene. All der Mist, der die letzten Tage einfach zu kurz kam.

Geplant hatte ich, dass wir heute nach Chefchouen fahren. Ich bin aber guter Dinge, endlich wieder fit und beschließe dass es weiter gehen soll. Immerhin möchte ich heuer vorallem in die Wüste und so fahre ich in Richtung Meknès. Stundenlang schippern wir durch das Rifgebirge und ich bekomme überhaupt nicht genug vom bunten Treiben auf der Straße. Auf halber Strecke werfe ich den Anker und frage ganz freundlich was es denn zu essen gibt. Frisch zubereitet bekommen wir dann ein leckeres Omelette und das obligatorische Brot mit Oliven. So darf es ruhig immer sein – ich bin höchst zufrieden!

Ein paar Dörfer weiter entdecke ich einen Markt & muss sofort stoppen. Frau M. scheint das alles nicht so recht geheuer & ich hingegen fühle mich ganz pudelwohl. Stundenlang könnte ich dem Treiben zusehen und mir täte ganz gewiss nicht langweilig werden. Stattdessen aber schlendern wir hindurch und ich kaufe einiges Obst & Gemüse um dann endgültig einen Campingplatz ganz in der Nähe der Ausgrabungsstätte nördlich von Meknès anzufahren.