offenes herz

Ich hab dem Kadett heute schon eine Unterbodenwäsche gegönnt – weg mit dem verdammten Salz. Danach ein Blick unter die Haube, schadet ja generell nicht. Zu meinem Verwundern befindet sich keine Kühlflüssigkeit in dem dafür vorgesehenen Behälter. Irgendwie doof. Eine Undichtigkeit finde ich nicht – ist aber auch nicht so einfach direkt nach einer Unterbodenwäsche. Mit dem Wissen dass ich die letzten Tage öfter Fehlzündungen hatte und die Motorkontrolllampe munter geleuchtet hat, bin ich mir sicher dass es die Zylinderkopfdichtung sein muss. Bei dem Kilometerstand auch nicht weiter verwunderlich.

Der Mechaniker meines Vertrauens nimmt sich der Sache direkt an und schon ein paar Stunden später ist der Motor zerlegt und an der Kopfdichtung sieht man nichts. Zumindest nichts Eindeutiges. Ansonsten macht alles einen erstaunlich soliden Eindruck, die hohe Fahrleistung sieht man dem Motor nicht an.
Nun bekommt er eine neue Kopfdichtung sowie viele andere Kleinteile und springt zu meiner Freude dann auch wieder an. Die Tage steht ohnehin noch ein kleiner Ausflug an und dann werde ich schon sehen, ob die Reparatur von Erfolg gekrönt ist oder nicht.

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wer bremst gewinnt

Nachdem in letzter Zeit immer wieder meine hintere Bremse blockiert, habe ich beschlossen dass es Zeit wird sich darum zu kümmern. Die Teile sind noch verfügbar und kommen auch recht schnell und dem Werkstattbesuch steht so nichts mehr im Wege. Wie die Trommeln runtergenommen werden ist schnell klar, dass es allerhöchste Zeit ist hier zu handeln. Alles wirkt recht defekt und verschlissen.
Schnell ist auch klar, dass ich hätte nicht sparen sollen – denn die Trommeln müssen auch neu und nun natürlich erst bestellt werden.

Getauscht werden beide Bremstrommeln, die Beläge sowie sämtliche Anbauteile, beide Bremszylinder und das komplette Handbremsseil. Nach einer Probefahrt geht es noch auf den Bremsenprüfstand – die Ergebnisse sind fabelhaft und ich freue mich nun vorallem darüber, dass die Handbremse wieder funktioniert.

patt Problem!

In einem Vorort von Taroudannt halte ich schließlich an einer Tankstelle mit Werkstatt – er kann nicht helfen und schickt mich in die Stadt. Dort angekommen nochmal dasselbe Spiel und beim dritten Versuch einige ich mich mit dem Chef der Reifenwerkstatt auf „patt problem!“ und er klemmt sich hinters Telefon. Den Kadetten lasse ich derweil mitten auf der Straße stehen und warte keine 5 Minuten, bis ein junger Bursche vorbeikommt, nicht lange fackelt und den kaputten Kupplungszug ausbaut.

Die Überreste übergibt er mir und sagt, ich solle einen neuen besorgen. So schnell er kam, ist er auch schon wieder verschwunden. Eigentlich hatte ich auf eine afrikanische Lösung gehofft – aber einen neuen Kupplungszug? Für einen Opel Kadett? In Marokko? Beim ersten Teiledealer frage ich nach – sie schüttelt heftigst den Kopf, empfiehlt mir aber einen Laden ein Stück weiter. Dort angekommen sehe ich in diesem winzig kleinen Laden allmöglichen Müll, mit dem man sein Auto verzieren kann, aber reingarnichts, das bei einer Autoreparatur nützlich sein könnte. Er guckt den Zug an, identifiziert ihn als Opelteil noch ehe ich etwas sagen kann und dreht sich um – mehr Platz bietet der Laden nicht. Er zieht einen neu verpackten Kupplungszug aus einem Müllhaufen, vergleicht die beiden und siehe da – es ist genau der, den ich brauche. Auf dem Etikett steht „Opel Kadett“. Ich bin ganz baff und komme mir etwas schäbig vor, als ich um den Preis feilsche. Mehr als 2DH kann ihn aber nicht drücken – wir beide scheinen ganz genau zu wissen dass ich ihn so oder so kaufen werde. Lächerlich günstig war er aber trotzdem.

Zeitgleich mit dem Mechaniker treffe ich am Auto ein und er baut ihn mit seinem Kollegen mitten auf der Straße eben ein, wir einigen uns auf einen fairen Preis für seine Dienste und ich fahre davon.

Der ganze Spaß inkl. Teilebeschaffung hat gerademal 45min. gedauert. „Patt Problem!“ in seiner Höchstform & nie im Leben hätte ich daran geglaubt, irgendwo in Nordafrika einen Kadett Kupplungszug zu finden. Ich hatte mich schon darauf eingestellt, es mit DHL Express abzuwickeln.

the doors – magic kadett

Mit recht schläfrigen Augen fahre ich in die Werkstatt. Erstmal lade ich die Türen aus und befreie sie vom Dreck. Anschließend packe ich sogar selber etwas an – die Hintertüren tausche ich alleine und bin furchtbar stolz aber mindestens genauso aus der Puste. Die Vordertüren lasse ich dann tauschen und schaffe nebenbei im Kadett etwas Ordnung.

Nun bin ich überglücklich, denn seit zwei Jahren schon kann ich den Kadetten nicht mehr abschließen, weil der Schließzylinder kaputt ist. Außerdem geht seit fast einem Jahr das Fenster nur noch mit viel Mühe hoch und runter, der Fensterheber hat es hinter sich. Im Winter ist das nicht so schlimm, aber nun wird es wieder wärmer und ich möchte mein Fenster wieder bedienen können. Hinzu kommt, dass die Spaltmaße nun wieder stimmen und nirgendwo mehr Wind sowie Wasser eindringt. Alles in allem sind die neuen Türen eine super Investition und das sogar in meiner Wunschfarbe.