albanian chillout

Nach reichhaltigem Strandgammeln und Plantschen im Meer, wird es heute wieder Zeit für eine kleine Tour im Kadett. Ich habe panische Angst vor Standplatten. Unser Strandhotel haben wir zwischenzeitlich „verlängert“ und fahren nun nach Berat. Nach einer quälenden Fahrt durch die barbarische Hitze, kommen wir nach 1,5 Stunden an, parken am Rande des Osum-Flusses und werfen einen Blick auf die Stadt der 1.000 Fenster.

Berat ist Weltkulturerbe und der Name mit den tausend Fenstern ist der osmanischen Architektur geschuldet. Viele und hohe Fenster lassen die bebauten Berge aussehen, als bestünden sie nur aus Fenstern. Allerdings ist das Welterbe in Gefahr – wegen vieler illegaler Bauten, die so garnicht dothin passen, steht Berat seit einigen Jahren auf der roten Liste.

Wir schlendern etwas durch den Stadtteil Gorica, genießen einen schönen Blick auf das gegenüberliegende Mangalem, wo wir anschließend auch ein wenig herumstreunern. Auf den Berg mit der Festung bringt uns der Kadett und wir sparen uns eine Besichtigung der Festung – es ist viel zu heiß für allzu lange Fußmärsche und so verschwinden wir in einer Dönerbude, essen super lecker und verlassen dann Berat auch schon wieder. Unser Strand vermisst uns sehnlichst, die Abkühlung wird dringend benötigt und so liegen wir in Kürze wieder im Sand.

Чао ohridsee

Nach einem leckeren Frühstück besteigen wir den Kadett und schippern gemütlich am See entlang, durchqueren Ohrid und fahren gen Osten. Nach einer Weile verlassen wir Nordmazedonien und reisen in Albanien ein. An der Grenze ist nicht viel los, kontrolliert werden wir erneut überhaupt nicht und dann geht es direkt weiter durch die Berge.

Seit meinem letzten Besuch hat sich gefühlt nichts verändert – die Straßen habe ich etwas schlechter in Erinnerung und die vielen Mercedes scheinen inzwischen neueren Baujahres zu sein. Wir kommen zügig voran und erreichen schließlich das Meer. Ein kurzer Schnappschuss vom Kadett am Strand und schon beziehen wir unser Hotel. Das Dachzelt haben wir bewusst zuhause gelassen, ich habe keine Lust auf campen, stattdessen suchen wir uns immer wieder kleine Perlen zur Übernachtung. Und auch hier scheinen wir es wieder sehr gut getroffen zu haben. Das Hotel ist recht klein, hat einen eigenen, halbwegs gepflegten Strand und das Personal ist super freundlich.

Nach einem Longdrink stürzen wir uns in die Wellen, liegen am Strand herum und gehen später etwas spazieren, entdecken dabei ein Restaurant und essen direkt dort. Unser Hotelrestaurant hat leider eine recht überschaubare Karte – es gibt überwiegend Fisch und leider fast nichts Vegetarisches. Dafür gibt es aber leckere Kaltgetränke und so lassen wir den Abend ausklingen mit Kartenspiel und Alkohol, sowie der Überlegung vielleicht länger hier zu bleiben, als geplant.

ohridsee von oben

Wir machen nun einen kleinen Ausflug mit dem Kadett – an der Küste entlang geht es gen Süden, werfen einen kurzen Blick auf die Bay of Bones – rekonstruierte Pfahlbauten im Ohridsee – und verlassen dann das Ufer um in die Berge zu fahren. Die Einfahrt in den Galičica-Nationalpark kostet ca. 1,50€, der Lohn sind fantastische Aussichten auf den Ohridsee, nach Albanien und den Prespasee. Der Prespasee speist eine Quelle, welche wiederum unterirdisch den Ohridsee speist – damit wäre dieses Rätsel dann auch geklärt. Wir fahren die lange Serpentinenstraße, halten hier und dort an, bis uns schließlich die Lust verlässt und wir umkehren.

Auf dem Rückweg machen wir Halt und essen mal wieder um anschließend den Abend auf unserer Hotelterrasse ausklingen zu lassen – heute soll unser letzter Abend am Ohridsee sein.

sonnengammel

Heute verbringen wir den ganzen Tag am See – unser Hotel liegt direkt am Ufer, es gibt Liegen, Schirme und Bewirtung. Ideale Voraussetzungen also um abzuschalten und sich einen ordentlichen Sonnenbrand einzuheimsen. So vergeht der ganze Tag, am Abend nach dem Essen spazieren wir ein wenig am Ufer entlang und sehen dann, was der neue Tag bringt.

Nach dem Frühstück geht es mit dem Auto nach Ohrid – wir schlendern ein wenig durch die Fußgängerzone, kaufen Unfug und spazieren durch die Altstadt. Die Festung lassen wir links liegen, begutachten stattdessen die Kirche St. Sophia und machen und auf den Weg zur berühmten Kirche St. John. Die liegt ganz fantastisch auf einem Felsvorsprung mit Blick auf den gesamten Ohridsee. Schön anzusehen, bei der anhaltenden Hitze aber kaum erträglich, sodass wir am Ufer entlang zurück zum Kadett watscheln, um die „Großstadt“ wieder zu verlassen.