pogen ohne proben

Hier ist es sehr still geworden – das ist dem Wegfall der Coronamaßnahmen geschuldet. Plötzlich ist Reisen wieder okay und hat damit seinen Reiz verloren – oder es gibt einen viel logischeren Grund.

Konzerte sind wieder erlaubt und finden ganz ohne Regeln statt! So starteten wir bereits Mitte Mai durch und fuhren nach Prag zu Rammstein und Duo Jatekok. Wir verbrachten 3 Tage in Tschechien, feierten und trafen erstaunlich viele bekannte Gesichter. Rammstein haben irrsinnig Spaß gemacht und das obwohl ich ja so gar keinen Faible für Großveranstaltungen habe.

Anschließend ging es zu Thundermother und Dymytry nach Aschaffenburg. Erstklassiges Konzert, leider sehr lahmes Publikum und nun wurde mir erst so richtig klar, wie sehr ich das doch vermisst habe. Zwar war ich 2020 und auch 2021 auf ein paar Konzerten, aber definitiv auf viel zu wenigen.

Ein paar Tage nach Thundermother gingen wir zu Liedfett nach Reutlingen. Tolles Konzert gewesen und auch die Location FritzK. konnte völlig überzeugen und weil ich ohnehin schon eingegrooved war, ging es dann nach Stuttgart zu Rammstein. Ich war nie ein großer Fan von denen, aber die beiden Konzerte waren tatsächlich überragend und sehr viel besser als viele Jahre zuvor, als ich sie schon sah.

Eigentlich wäre ich dann solangsam in die Planung meiner Sommertour(en) gegangen. Irak war schon soweit fix und grob durchgeplant und das Nordkapp steht ja auch noch auf der To-Do-List. Aber die vielen tollen Konzerte. Die Reisen sind schnell ad acta gelegt und massig Konzertkarten geordert, sodasss ich dann mein Dachzelt auf den Kadett geworfen habe und nach Nürnberg gefahren bin. Dort spielten Smile and Burn und Shellycoat. Ein grandiosen Konzert, ich bin noch heute ganz außer Atem. Den Tag drauf verbrachten wir ruhig und mit vielen Bieren in Coburg um dann weiter nach Thüringen zu fahren.

In Thüringen stand „Rock am Berg Merkers“ auf dem Programm. Am ersten Abend sahen wir Thees Uhlmann, Montreal und 100 Kilo Herz sowie unglaublich viele Flaschenböden. Ein gelungener Festivalauftakt mit vielen liebgewonnenen Gesichtern und grandiosem Wetter. Tags drauf gab es für uns Pascow, Großstadtgeflüster, Notgemeinschaft Peter Pan, Trümmerratten, Radio Havanna und Neonschwarz. War ein langer Tag und so richtig gut. Den dritten Tag spielten für uns Egotronic, Akne Kid Joe, Matze Rossi, Alarmsignal, Dritte Wahl und unser Highlight: Werratal Egal.

Nach diesem gelungenen Festivalauftakt ging es auch direkt zum nächsten, ich war allerdings nur zwei Tage dort und gönnte mir Jack Torrance, Moop Mama, Blackout Problems, Anti-Flag, Youth Okay, Engst und Abramowicz. Das Festival „Ab geht die Lutzi!“ steht nun definitiv auch nächstes Jahr auf unserem Plan.

Dann wurde mir eine Woche Konzertpause verordnet, hat leider nich geklappt denn ich wurde gefragt ob ich mit zu KISS möchte. Ist deren Abschiedstour, sie gehen endlich in den Ruhestand und dann kann man sich das ja ein letztes mal ansehen. In Stuttgart fand das Konzert statt, als Vorband waren The New Roses am Start und für mich gab es mein allererstes Konzert im Sitzen. Werde ich sicher nie wieder tun und KISS wird der baldige Ruhestand sicher gut tun, auch wenn es im Endeffekt durchaus sehenswert war.

Und nun steht mir ein hoffentlich ruhiges Wochenende bevor, ehe es Dienstag wieder zu Smile and Burn geht – bisher mein absolutes Highlight für dieses Jahr und locker in der Top 5 aller Konzerte, die ich je besucht habe.

Wir sehen uns im Moshpit oder halt auf Reisen, irgendwann im Herbst wenn die Kultur wieder dicht machen darf – was ich so gar nicht hoffe.

fahrtag(e)

Gestern haben wir einen Ausflug nach Wales gemacht und auch heute dürstet es uns wieder nach einem Fahrtag. Bei den Spritpreisen macht alles andere ohnehin keinen Sinn & irgendwann müssen wir unsere Hörbücher nunmal anhören.

Dann geht es hinunter nach Porthcurno. Auch wir besteigen wir wieder die Klippen und wandern zu dem Punkt, wo das Häuschen des transatlantischen Telefonkabels stand. Eine Pyramide erinnert, klärt auf und steht hier mit einem tollen Blick auf den Atlantik. Für das Abendessen fahren wir nach Mousehole und genießen dann unseren letzten Abend im Fuchsbau.

Nach einer Weile sind wir in Exeter und gehen Frühstücken, werfen einen kurzen Blick auf den River Exe und fahren dann weiter. Am westlichsten Zipfel der Cornwalls angekommen, steuern wir die Botallack Minen an. Die sind schon sehr lange verlassen und stehen hier spektakulär an den Klippen, laden zu einer Wanderung ein und geben ein schmuckes Fotomotiv ab. Als wir uns sattgesehen haben, fahren wir rüber nach Pendeen und spazieren auch hier ein wenig die Küste entlang.

Am Morgen geht es dann zurück in die Heimat. Eigentlich wären wir noch weitergereist, aber Haus- und Katzensitter liegen mit dem Virus flach und so fahren wir jetzt in einem Rutsch nachhause. Unsere Fährgesellschaft hat leider alle Überfahrten storniert, wir werden aber kostenlos umgebucht und kommen dann schließlich in Frankreich an. Jetzt trennen uns noch 850km vom heimischen Bett und dass wir Deutschland erreicht haben, merke ich am Blaulicht. Zur Zollkontrolle werde ich auf einen Rasthof gelotst. Die Beamten zollen dem Kadett großen Respekt für die Englandfahrt und lediglich eine der Beamtin erkennt das Auto als einen Opel Kadett. Die eigentliche Kontrolle bleibt dann aus und weiter gehts. In der Heimat angekommen erwartet uns direkt vor der Haustür die nächste Kontrolle. Es ist vier Uhr in der Nacht und als die Beamten raffen, dass wir seit 20 Stunden im Auto sitzen und eben nicht gerade vom Flughafen kommen, wünschen sie uns eine erholsame Nacht und lassen die Kontrolle dann auch sein. Nach 4.030km ist die viel zu kurze Englandfahrt beendet, der Kadett hat keinerlei Probleme gemacht und wir fallen in die Federn.

zum portschlüssel

Nach einer letzten Nacht in unserem Hotel geht es heute auf die Autobahn. Wir haben zwar ein neues Ziel im Westen, aber ehe es dort hingeht, möchte ich noch fix in den Süden.

Im Seven Sisters Country Park östlich von Brighton nämlich wurde die Szene von Harry Potter gedreht, wo sie mit dem Portschlüssel das Quidditch-Turnier besuchen. Ist nun als Drehort nicht sehr spektakulär, die Steilklippen an der Küste dafür umso mehr. Wir machen eine Wanderung ans Meer und erklimmen dann die Klippen. Egal aus welcher Perspektive, die Seven Sisters Cliffs beeindrucken und lassen uns beinahe vergessen, dass es noch ein paar Hundert Kilometer heute zu fahren gibt.

Wir verlassen East Sussex und fahren gen Westen, kommen nach über vier Stunden schließlich in West Dorset an. Hier habe ich uns in Chideock ein Cottage gemietet. Wie ich – wirklich – erst später merke, heißt unser Cottage „The Burrow“ – also „Fuchsbau“. Harry Potter zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Englandfahrt. Den Fuchsbau erkunden wir natürlich sogleich. Auf drei Stockwerken finden wir drei Schlafzimmer, zwei Bäder, eine Küche und vieles mehr. Alles schön verwinkelt, urig aber doch geschmackvoll eingereichtet und irgendwie sehr gemütlich. Nachdem wir uns eingerichtet haben, machen wir Abendessen und fallen dann bald zu Bett.

fahrtag

Wir starten heute den Tag im Kadett und gondeln auf Bristol zu. Wir nehmen die Brücke über den Bristolkanal und machen in der Nähe von Newport einen Halt. Hier gibt es leckeres Frühstück und schon geht es wieder weiter.

Nach so einiger Fahrt sind wir am letzten Zipfel von Wales bei Pembroke und fahren an die irische See. Am Freshwater West parkieren wir, ein irrsinniger Sturm versaut uns die Frisuren und wir spazieren über die Dünen. Wir plantschen mit den Füßen im eisigen Nass und gehen dann wieder zu den Dünen. Hier stand für die Dreharbeiten von Harry Potter & die Heiligtümer des Todes das Shell Cottage von Bill & Fleur. Das gibt es natürlich nicht in Wirklichkeit, aber das Grab von Dobby gibt es tatsächlich.

Seit etlichen Jahren tragen Fans der Buch- und Filmreihe Steine an das Grab, hinterlassen Socken, Abschiedsgrüße und halten einen Moment inne. So auch wir – und dann wieder durch die Dünen zurück zum Kadett. Wir brettern nach Cardiff, essen ganz fantastisch am Straßenrand und kommen spät am Abend wieder am Fuchsbau an.