fuhrparkveränderung

Ich bin gerade auf dem Weg von Stuttgart zurück in die Heimat und wie so oft sind die Bullen vor mir und ganz eifrig blinkt das „Bitte Folgen“ Schild. Ich bin immer froh, wenn es denen lediglich um Drogen, Alkohol und anderen Unfug geht – Hauptsache die wollen dem Kadett nicht an die Eier! Nach beinahe zehn Jahren pannenfreier und zuverlässiger Fahrt, meinen die beiden Herrschaften aber nun, dass das Fahrzeug keinesfalls verkehrssicher sein kann und möchten das von einem Gutachter bestätigt haben.

Also fahren wir 20km in die falsche Richtung, zum Dekra-Kumpel der Bullen und oh Wunder – natürlich ist der Kadett nicht verkehrssicher. Die Cops würden mich am liebsten nicht weiterfahren lassen und das Auto an Ort und Stelle stilllegen, aber sind dann immerhin doch einsichtig, als selbst der Gutachter sagt, dass das Auto „sehr viel besser sei als er aussieht“.

Tatsache ist, dass alles Sicherheitsrelevante funktioniert, in Ordnung ist und sämtliche Mängel Firlefanz-Kleinigkeiten sind, die ein altes durchlebtes Auto eben so hat. Eigentlich wollte ich ihn erst gegen Ende des Sommers durchrestaurieren lassen, weil dann wieder die HU ansteht, aber so ziehen wir das eben nun vor. Womit die Bullen nämlich nicht gerechnet haben, dass jemand so bescheuert ist und ein kleines Vermögen in die Karre stecken wird – mal wieder. Nun habe ich 14 Tage Zeit und muss dann nachweisen, dass das Auto wieder in Ordnung ist.

Am nächsten Tag dann die Überraschung – ich habe vor einem halben Jahr ein neues Auto bestellt und mit perfektem Timing wird es heute angeliefert. Mir mangelt es zwar nicht an Autos, aber neben dem Kadett habe ich aktuell keine andere Stufenhecklimousine – und diesen darf ich ja jetzt nicht fahren, bis er repariert ist.

Es ist ein Volvo S60 Mildhybrid geworden, in einem wunderschönen rot, mit ein klein wenig Ausstattung. Den wollte ich schon seit Premiere haben, denn formschöne Stufenhecklimos sind mittlerweile echt rar und wie es der Zufall wollte, gab es letzten Herbst ein unschlagbares Angebot, wo ich nicht nein sagen konnte. Natürlich wird er nicht den Kadett oder ein anderes Fahrzeug aus meinem Fuhrpark ersetzen – er reiht sich einfach in die wunderbare Sammlung unnützer Fahrzeuge ein und ich erfreue mich daran.

metropolenhopping

Wir verlassen die Schweiz über die Autobahn und ich erfreue mich auch hier an offenen Grenzen. Kontrolliert wird nicht und so muss ich immerhin keine Beamten rotzfrech anlügen, wo wir denn herkommen und was wir da taten. Bei Rottweil machen wir einen Halt und ich sehe mir den ThyssenKrupp Testturm an. Mit 232m Höhe bietet er die höchste Besucherplattform Deutschlands und ist weltweit der zweithöchste Testturm für Aufzuganlagen. Momentan ist für Besucher leider geschlossen, macht es aber nicht weniger imposant von hier unten hochzublicken.

Anschließend geht es nach Frankfurt, denn die völlig verblödete Coronapolitik erlaubt es uns heute, das Senckenbergmuseum zu besuchen. Karten haben wir online gekauft, parkieren den Volvo wieder in einer Tiefgarage und stolpern dann durch das Museum. Das Senckenberg Naturmuseum präsentiert eine der umfangreichsten Ausstellungen von Großgruppensauriern in Europa und darum sind wir heute da. Sonst verbrennen wir die Dinosaurier ja, aber immerhin ein paar haben es ins Museum geschafft. Ich war schon in einigen großen Naturkundemuseen und irgendwann lässt das Interesse dann doch nach, sodass wir nach ein paar Stunden wieder herausströmen, im Shop noch ein Kuscheltier kaufen und dann durch Frankfurt marschieren. Wir lassen uns ein wenig durch die Innenstadt treiben, ich wundere mich wieso sich hier alle an die Maskenpflicht im Freien halten und wir gehen noch ein bisschen einkaufen, ehe es wieder zurück in die Heimat geht.

schweizer metropole

Wir sind unterwegs in die Schweiz, Ich hoffe auf unkontrollierte Grenzen und mit dem Volvo tuckern wir gemächlich entlang, bis wir schließlich über die Landstraßen im Schwarzwald in der Schweiz ankommen. Die Grenze ist auf beiden Seiten unbewacht. Perfekt! So muss man keinen nutzlosen Test machen, muss in keine Quarantäne und kann sich frei bewegen, ähnlich einem freien Menschen.

In Zürich angekommen, stellen wir den Volvo in eine Tiefgarage und glotzen dann auf den Zürichsee, werfen einen Blick aufs Großmünster und lassen uns durch die Altstadt entlang der Limmat treiben. Die Schweiz befindet sich momentan auch in einem strengeren Lockdown, sodass gerade Restaurants, Kneipen usw. geschlossen haben müssen. Nervt natürlich, aber satt werden wir an einem Imbiss trotzdem.

Wir spazieren noch zur technischen Hochschule, blicken von hier auf Zürich herab und werfen einen kurzen Blick auf die Liebfrauenkirche, sie gilt als bedeutendste Nachbildung einer altchristlichen Basilika der Schweiz. Wir haben uns nun sattgesehen und fahren rüber nach Kyburg, ein Dorf nordöstlich von Zürich. Kyburg ist zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahezu vollständig ausgebrannt, wurde dann wiederaufgebaut und hält heute etliche stattliche Gebäude bereit. Neben dem Schloss Kyburg gibt es viele schöne Wohnhäuser, die Kirche mit Pfarrhaus und das Gasthaus Hirschen.

Von Kyburg fahren wir nach Neftenbach und sehen uns das Schloss Wart an. Im Stil der Neugotik wurde es vor rund 130 Jahren errichtet, lies viele Besitzerwechsel über sich ergehen und gehört heute einer philanthropischen Gesellschaft – irgend so ein Männerbund, sicher ein ganz toller Verein für richtig gute Jungs.

retard tour

Das Frühstücksbuffet habe ich ganz für mich alleine – irgendwie gespenstisch, aber ich genieße die Ruhe. Vollgefressen sehe ich mich ein bisschen in Hoyerswerda um, merke aber früh dass es gar nicht allzu viel zu sehen gibt und gehe dann ein bisschen einkaufen. Zwischenzeitlich hat mir Herr S. aus Berlin geschrieben, was ich denn im Osten täte und dass er morgen nach München fährt um sich ein Auto anzusehen. Da könnte ich ja mit. Also fahre ich nach Bad Freienwalde östlich von Berlin, sehe mir die Messihalle des Herrn S. an, mit dem Auto gibt es eine kurze Stadtführung und dann fahren wir gemeinsam nach Berlin. Dort angekommen herrscht Verkehrschaos, weil die Coronaschwurbler eine Autodemo abhalten. Ich bin ja ein entschiedener Gegner der Coronamaßnahmen, aber müssen diese Querlenker mir nun sprichwörtlich im Weg stehen? Es nervt.

In Friedrichshain holen wir uns eine handvoll Pizzen, quatschen in die Nacht hinein und dann geht es ins Bett um noch vor Sonnenaufgang die Autos zu besteigen. Wir fahren mit zwei Autos im Konvoi bis nach Hof und lassen dort meine Karre zurück, schippern nun zusammen mit dem Diesel-Meriva nach Landshut und sind pünktlich beim Händler. Probefahrt, Anschauen, Verhandeln und kaufen – alles erledigt und kein Problem, so genau nimmt es auch hier in Söderistan keiner mit den Verboten. Das Auto nehmen wir aber nicht mit, Herr S. holt es dann in Kürze und wir fahren nun nach Dorfen zu Herrn Whatabus. Es gibt leckeres Essen und dann müssen wir auch leider schon wieder los, denn uns stehen noch einige Kilometer bevor. Wir gondeln durch Landshut und nach vielen Stunden stehen wir in Hof bei meinem Auto. Herr S. düst nun weiter nach Berlin und ich kehre um in Richtung Süden – in ein paar Stunden bin ich dann auch zuhause und falle sicher ermüdet in mein Bett.