stresstest

Der Kadett hat bis dato ein schwieriges Jahr hinter sich, musste im Frühjahr den Motortausch über sich ergehen lassen und wurde dann kurze Zeit später von übereifrigen Polizisten aus dem Verkehr gezogen. Sie schwafelten etwas von nicht verkehrssicher und sowieso, dies und das. Der zu Rate gezogene Gutachter fand ihn gar nicht so schlimm, attestierte aber natürlich eine ewig lange Mängelliste, die es nun galt abzuarbeiten. So wurden in den letzten 2 Monaten unendlich viele Kleinigkeiten behoben, repariert und ausgetauscht, um so ganz nebenbei dem Kadett ein neues Blechkleid zu spendieren. Es zogen komplett neue Seitenschweller ein, er bekam neue Kotflügel, neue Radläufe und im Anschluss auch neuen Lack – natürlich dilettantisch aus der Spraydose.

Dem TÜV habe ich das Sorgenkind dann vorgeführt, er schüttelte den Kopf über die Mängelliste und anschließend gab es die neue Plakette. Keine Mängel – alles in Butter, es hat sich also gelohnt.

Nun ist es an der Zeit den neuen Motor einzufahren, ihn ausgiebig zu testen und so stehen wir heute früh auf und begeben uns auf die Autobahn in Richtung Österreich. Wir fressen Kilometer ohne Ende, brettern an Wien vorbei und ehe wir uns versehen, sind wir auch schon in Ungarn. Grenzkontrollen fanden keine statt, wir kommen gut voran und ein gutes Stück hinter Budapest hält uns ein Mororradbulle an. Mein Licht sei nicht an – dass eine Tagfahrlicht besteht weiß ich, habe ich aber vergessen. Der korrupte Mistkerl begnügt sich mit der halben Strafe, wenn er keine Quittung ausstellen muss – als Schwabe nehme ich dieses Angebot natürlich an, behalte mir aber vor ihn vielleicht doch noch zu melden.

fuhrparkveränderung

Ich bin gerade auf dem Weg von Stuttgart zurück in die Heimat und wie so oft sind die Bullen vor mir und ganz eifrig blinkt das „Bitte Folgen“ Schild. Ich bin immer froh, wenn es denen lediglich um Drogen, Alkohol und anderen Unfug geht – Hauptsache die wollen dem Kadett nicht an die Eier! Nach beinahe zehn Jahren pannenfreier und zuverlässiger Fahrt, meinen die beiden Herrschaften aber nun, dass das Fahrzeug keinesfalls verkehrssicher sein kann und möchten das von einem Gutachter bestätigt haben.

Also fahren wir 20km in die falsche Richtung, zum Dekra-Kumpel der Bullen und oh Wunder – natürlich ist der Kadett nicht verkehrssicher. Die Cops würden mich am liebsten nicht weiterfahren lassen und das Auto an Ort und Stelle stilllegen, aber sind dann immerhin doch einsichtig, als selbst der Gutachter sagt, dass das Auto „sehr viel besser sei als er aussieht“.

Tatsache ist, dass alles Sicherheitsrelevante funktioniert, in Ordnung ist und sämtliche Mängel Firlefanz-Kleinigkeiten sind, die ein altes durchlebtes Auto eben so hat. Eigentlich wollte ich ihn erst gegen Ende des Sommers durchrestaurieren lassen, weil dann wieder die HU ansteht, aber so ziehen wir das eben nun vor. Womit die Bullen nämlich nicht gerechnet haben, dass jemand so bescheuert ist und ein kleines Vermögen in die Karre stecken wird – mal wieder. Nun habe ich 14 Tage Zeit und muss dann nachweisen, dass das Auto wieder in Ordnung ist.

Am nächsten Tag dann die Überraschung – ich habe vor einem halben Jahr ein neues Auto bestellt und mit perfektem Timing wird es heute angeliefert. Mir mangelt es zwar nicht an Autos, aber neben dem Kadett habe ich aktuell keine andere Stufenhecklimousine – und diesen darf ich ja jetzt nicht fahren, bis er repariert ist.

Es ist ein Volvo S60 Mildhybrid geworden, in einem wunderschönen rot, mit ein klein wenig Ausstattung. Den wollte ich schon seit Premiere haben, denn formschöne Stufenhecklimos sind mittlerweile echt rar und wie es der Zufall wollte, gab es letzten Herbst ein unschlagbares Angebot, wo ich nicht nein sagen konnte. Natürlich wird er nicht den Kadett oder ein anderes Fahrzeug aus meinem Fuhrpark ersetzen – er reiht sich einfach in die wunderbare Sammlung unnützer Fahrzeuge ein und ich erfreue mich daran.

neues kadett-leben

Der Kadett hat es tatsächlich mal wieder auf eigene Achse nachhause geschafft und nach ein paar Tagen Stillstand sogar in die Werkstatt. Er läuft zwar nur noch auf 3 Zylindern und raucht wie eine Nebelmaschine, verrichtet aber sonst seinen Dienst. Ich habe stets einen Ersatzmotor auf Seite liegen und einer davon, soll nun Einzug erhalten. Der Spendermotor ist an sich derselbe, jedoch hängt da ein Automatikgetriebe dran und viele Anbauteile sind aufgrund anderer Ausstattung des Spenderfahrzeugs anders.

Es dauert mangels Zeit ein wenig, bis in der Werkstatt begonnen wird, dann aber geht es schnell. Ich besorge für den neuen Motor einen Zahnriemen, eine Wasserpumpe, diverse Filter, neue Zündkerzen und in dem Zuge soll auch sonst alles am Kadett gemacht werden, was so nötig ist. Rost ist aktuell kein großes Thema, die Bremsen sind in Ordnung und auch sonst fällt nichts auf – also bleibt es bei dem Motor inkl. aller Verschleißteile sowie der Kupplung und nach zwei Tagen springt der Kadett dann auf Anhieb an, als wäre nie etwas gewesen.

Ich nehme ihn direkt für eine Probefahrt mit auf die Autobahn und bin begeistert. Er läuft super, man hat beinahe Neuwagenfeeling und es scheint tatsächlich alles in Ordnung. Der neue Motor hat noch unter 100.000km gelaufen – wieviel genau es sind, weiss ich leider nicht mehr. Der alte hat nun 428.000km gehoben – also brauche ich noch maximal einen Tauschmotor bis zur 1.000.000km!

aus 20 mach 21

Wieder ist ein Jahr vorüber – kein besonders gutes, wie allseits bekannt sein dürfte. Trotz all dem Chaos, Reiseverboten und den extrem tödlichen Gefahren dort draußen, habe ich es immerhin auf 66 Übernachtungen „on Tour“ gebracht.

Folgende Länder sind bereist worden: Tschechien, Polen (2x), Niederlande (2x), Belgien, Frankreich (3x), Spanien und Österreich.

So richtig Reisen konnte man aber meistens nicht – wir haben oft versucht das Beste daraus zu machen, aber immer klappt das natürlich nicht so richtig. Besonders traurig aber stimmt mich meine Konzert-Bilanz – zum Glück konnte die Deichkind-Tour noch während der Pandemie stattfinden, nur einen Tag nach der Tour wurden Großveranstaltungen verboten. So habe ich 6x Deichkind live gesehen und einmal Kettcar in Nürnberg mit Schrottgrenze als Vorband. Das wars leider auch schon. Auch haben wir einmal an einem Livestream-Konzert teilgenommen. Das ist aber absoluter Blödsinn, macht überhaupt keinen Spaß und ist definitiv keine Alternative. Ich hoffe, dass schon bald Konzerte wieder anstandslos möglich sind – das täte dem Kulturbereich und auch mir ganz gut.

Hinter’m Steuer war ich 2020 trotz Pandemie nicht ganz untätig. Zum einen waren wir trotzdem wo immer es ging viel unterwegs und zum anderen bin ich oftmals mit Freunden durch die Gegend gefahren – immer wann wenn es verboten wurde. So fuhren wir nach einem cholerischen Anfall von Herrn Söder durch ganz Bayern und hatten eigentlich immer viel Spaß bei den Touren. Es kamen in Summe 39.407km zusammen – mit diversen Fahrzeugen, daran hat es mir ja noch nie gemangelt.