endlich purist

Noch immer haben wir überhaupt keine Zeit für sinnbefreite Reisen und so blieb in den letzten Wochen etwas Zeit für den Fuhrpark. Der Kadett bekam schon im April sein Dachzelt verpasst – bis heute noch immer ungenutzt – und dem Agila geht’s ganz hervorragend. Mein schwarzer Volvo spult auch fleißig Kilometer herunter und meinen Pizzaroller habe ich zwischenzeitlich auch zugelassen. Als sei das alles nicht genug musste wieder ein neues Auto her.

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Als Volvo ende 2006 den C30 vorstellte war ich hin & weg – welch schönes Kraftfahrzeug! Der Volvo C30 tritt in die Fußstapfen des grandiosen Volvo 480ES und erinnert von hinten auch ein wenig an den legendären Schneewittchensarg. Das tolle Design aber fordert natürlich seinen Tribut – im Fond befinden sich lediglich zwei Einzelsitze und von Bein- oder gar Kopffreiheit kann man nicht sprechen. Auch der Kofferraum ist eher ein Witz – der ist unglaublich winzig und das gesamte Auto dadurch vollkommen unpraktisch. Kein Wunder dass Volvo davon in 6 Jahren Bauzeit nur 18.000 verkaufen konnte.

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Als ich junge 20 war, wollte ich sogar einen Probefahren – der Volvohändler hatte damals keinen verfügbar und so blieb der C30 halt einfach ein unsinniger Traum – den ich mir jetzt erfüllen möchte. Ich durchstöbere das Internet und finde gleich zwei in meiner Wunschausstattung. Den ersten rufe ich an und werde direkt enttäuscht – ist bereits verkauft. Am nächsten tag versuche ich es bei dem Zweiten und höre mich am Telefon plötzlich sagen dass ich ihn direkt kaufen wolle, er alles vorbereiten soll und ich mich melde bezüglich Abholung/Bezahlung. Der Händler war dann vermutlich genau so baff wie ich und so geht es ein paar Tage in die Nähe von Düsseldorf, ein von mir vorab bezahltes und ungesehenes Auto abzuholen.

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Schon auf den ersten Kilometer der Heimreise entpuppt sich der Volvo als guter Kauf, denn die Ausstattung ist exakt das, das ich mir vorgestellt hatte, der Zustand hervorragend und auch sonst bin ich sehr zufrieden. Hätte schließlich auch in die Hose gehen können, da ich vorher noch nie in einem C30 gesessen bin und auch die Announce im Internet nur überflogen habe.
Der Kadett bleibt natürlich und wird dann wenn er jemals den Geist aufgibt (so in 20-30 Jahren) durch den nun vorhandenen C30 ersetzt und bis dahin dient dieser als herrlicher Zweit-, Dritt-, und Viertwagen. Einen Dachträger für das Zelt habe vorsichtshalber schon geordert und ist es höchste Zeit mal wieder auf Reisen zu gehen.

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turbolenzen

Seit unserer Tour nach Montenegro ists still geworden – hier zumindest. In der Heimat habe ich gerade reichlich Arbeit und schaffte es seither für jeweils ein paar Stunden nach Berlin, Köln und Stuttgart. Das waren aber Termine und in erster Linie eine Menge Kilometer.

Ansonsten habe ich mal wieder ein neues Fahrzeug in meinem Fuhrpark zu verkünden. In einer Bierlaune kaufte ich einen alten Volvo 440 – bezahlte diesen schließlich dann auch mit alkoholischen Getränken. War ein langer Tag. Den Volvo habe ich dann auch direkt angemeldet und nun fahre ich den halt für ein paar Monate. Schont sicher den Kadett.

Der bekam letzte Woche auch sein Dachzelt verpasst und wäre jetzt eigentlich bereit für tolle Touren – Zeit aber habe ich jetzt keine und so war der einzige Einsatz des Dachzelts bei den „Outdoor-Tagen“ in Heidenheim – die Gäste konnten in der Innenstadt einen Blick ins Dachzelt und auf viele Bilder vergangener Reisen mit dem Auto werfen.

Für jetzt hatten wir geplant nach Sizilien zu fahren – auch das mussten wir leider canceln und werden stattdessen zumindest ein paar Tage die Pfalz unsicher machen. Das ist schonmal besser denn nix.

balkanblues

Ich habe zur Zeit wahnsinnig viel Arbeit und entsprechend wenig Zeit für schwachsinnige Reisen. Nichtsdestotrotz soll es heute ein wenig in die Ferne gehen. Der Kadett bekommt ein paar Galllonen Unverbleites und unser Gepäck findet im Inneren platz.
Nachmittags fahren wir schließlich los, pappen vor Salzburg Vignetten in die Frontscheibe und brettern ein paar Stunden später durch den Karawankentunnel. Slowenien durchqueren wir in der dunklen Nacht und weiter geht es nach Kroatien. Die Grenze kostet allerdings Nerven, denn die Kroaten kontrollieren heute, als sei es eine Außengrenze. Immerhin kommen diesmal keine Fragen auf, bezüglich meines gestohlenen Führerscheins.

Jetzt geht es der Küste entlang in den Süden, noch vor Sonnenaufgang packt mich die Müdigkeit und wir dösen ein Stündchen im Auto ehe es weitergeht. Am Morgen reisen wir dann in Bosnien & Herzegowina ein und ich raffe allmählich, dass die Route so garkeinen Sinn macht. Denn eigentlich möchten wir nach Montenegro und die letzten 200km durch Bosnien würden bedeuten, dass wir nur auf miesen Pisten fahren.
Also kehre ich um – an einer anderen Grenzstation geht es wieder nach Kroatien. Der bosnische Grenzbeamte ist etwas verwundert über unseren langen Aufenthalt in seinem Land und der kroatische Zoll zerpflückt das ganze Auto – ein herrlicher Spaß!

Nun fahren wir die etwas klügere Route entlang der Küste, fahren nochmals ein Stück durch Bosnien und landen schließlich in Montenegro – unserem Ziel.

offenes herz

Ich hab dem Kadett heute schon eine Unterbodenwäsche gegönnt – weg mit dem verdammten Salz. Danach ein Blick unter die Haube, schadet ja generell nicht. Zu meinem Verwundern befindet sich keine Kühlflüssigkeit in dem dafür vorgesehenen Behälter. Irgendwie doof. Eine Undichtigkeit finde ich nicht – ist aber auch nicht so einfach direkt nach einer Unterbodenwäsche. Mit dem Wissen dass ich die letzten Tage öfter Fehlzündungen hatte und die Motorkontrolllampe munter geleuchtet hat, bin ich mir sicher dass es die Zylinderkopfdichtung sein muss. Bei dem Kilometerstand auch nicht weiter verwunderlich.

Der Mechaniker meines Vertrauens nimmt sich der Sache direkt an und schon ein paar Stunden später ist der Motor zerlegt und an der Kopfdichtung sieht man nichts. Zumindest nichts Eindeutiges. Ansonsten macht alles einen erstaunlich soliden Eindruck, die hohe Fahrleistung sieht man dem Motor nicht an.
Nun bekommt er eine neue Kopfdichtung sowie viele andere Kleinteile und springt zu meiner Freude dann auch wieder an. Die Tage steht ohnehin noch ein kleiner Ausflug an und dann werde ich schon sehen, ob die Reparatur von Erfolg gekrönt ist oder nicht.