kontrastreich

Ein sonniger Sonntag und der ideale Tag um nach langer Zeit mal wieder das Heidenheimer Kunstmuseum zu besuchen. 1904 wurde das Gebäude im damals aktuellen Jugendstil errichtet – es entstand ein wunderschönes Volksbad bis man 1989 die Schwimmhalle in einen Galerieraum umwandelte. Nun ist dort Platz für Wechselausstellungen und noch bis Ende September kann man einen Blick auf Jeanette Zippels „Bienenreich“ werfen.

Frau Zippel ist nicht nur Künstlerin sondern auch Imkerin und ihre Werke spiegeln diverse Interpretationen der kleinen Arbeiter. Zu unserem Glück findet just in dem Moment als wir ankommen eine Führung von Frau Zippel selbst statt und wir hängen uns direkt an. Kurzweilig erfahren wir so einiges über Bienen und die angewandten Techniken von Jeanette Zippel und sehen uns dann noch diverse Radierungen aus der Sammlung des Kunstmuseums Heidenheim an.

Nun ist der Tag noch jung und kurzentschlossen geht es nach Heubach. Dort findet heute das 5. Bergrevival statt. Bei Bergrennen fahren die Teilnehmer einzeln den Berg hinauf – das Ziel liegt höher als der Start und in Gruppen wird dann geschlossen wieder heruntergefahren. In Heubach fahren überwiegend Klassiker mit, was das für mich natürlich besonders interessant macht. So wandern wir ein gutes Stück durch den Wald zu einem Zuschauerpunkt, gucken ein wenig zu und machen uns dann auf zum Fahrerlager im Ortskern. Hier hat man die Gelegenheit die Fahrzeuge vor den Starts zu begutachten und bekommt schnell recht große Augen.

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klingt logisch

Die Hochzeit habe ich gut überstanden, es war ganz zauberhaft gewesen und auch Zeit für etwas Arbeit habe ich gefunden. Nun täten wir aber noch furchtbar gerne Sonne tanken und angesichts der Wettervorhersagen wird das ein verdammt schwieriges Unterfangen. Ich habe nun einen Haufen Zeit damit verbracht mir die Prognosen für diverse Regionen im Umkreis von 1.000km anzusehen und komme zu dem Entschluss – überall ist mieses Wetter. Für gutes Wetter müsste ich tatsächlich sehr weit in den Süden oder am besten direkt nach Afrika. Das scheint mir dann nun aber doch zu weit und ich entscheide mich dann einfach für die Toskana.
Mein Dachzelt befindet sich noch immer im Winterschlaf und angesichts der Temperaturen soll das auch jetzt so bleiben. So komme ich schon zum nächsten Problem – alles ist ausgebucht oder wahnsinnig teuer. Ich finde kein vernünftiges Hotel und so drifte ich ein wenig ab. In Kroatien werde ich schließlich fündig. Ein günstiges Hotel inmitten in der Altstadt von Rijeka ist gebucht. Dort war ich noch nie gewesen und es schadet sicher nicht, sich dort mal umzusehen. Programm für Regenwetter habe ich auch direkt gefunden.

Gegen Mitternacht steigen wir in den Kadett und nun soll es direkt nach Rijeka gehen. Die Idee scheinen aber viele gehabt zu haben, die Autobahnen sind nämlich rammelvoll, auf der Tauernautobahn herrscht Blockabfertigung und den Sonnenaufgang verbringen wir noch in Österreich. Slowenien dann ist schnell durchquert und nach zehn Stunden Fahrt kommen wir schließlich in Rijeka an. Auf den ersten Blick ganz nett hier und ehe wir zu unserem Hotel fahren, möchte ich mir noch fix zwei Dinge etwas außerhalb der Stadt ansehen.

gluehwein & abschleppservice

Auf dem Weg nach Heidenheim verabrede ich mich noch mit meinen Geschwistern auf einen Glühwein. Wir sind aber schon etwas eher da, trinken fix einen im Heidenheimer Winterdorf und ich kann nur empfehlen das Gebiet weiträumig zu meiden. Der Glühwein schmeckt wie erwartet fürchterlich. Offenbar scheint man in Heidenheim einfach froh zu sein überhaupt Glühwein serviert zu bekommen. Ob das nun Katzenpisse, Frostschutz oder tatsächlich Wein ist scheint keine Rolle zu spielen.

Nun haben wir ja noch Zeit und wollen Essen gehen – wir betreten gerade das Lokal, da klingelt auch schon mein Handy. Herr S. ist ganz in der Nähe liegengeblieben und es bedarf fachmännischer Hilfe. Kehrtwende und zurück in den Kadett – vor Ort können wir, Elektronik sei Dank, nichts machen und ich schleppe den ollen Bayer in die nächste Werkstatt. Ich kann schon nicht mehr sagen wieviele Autos bereits am Haken des Kadetten gehangen sind und denke an den damaligen Werbeslogan „Opel der Zuverlässige“.

Zurück im Restaurant esse ich einen schnellen Salat und dann geht es zurück in’s Winterdorf. Dort trinke ich noch eine Tasse des widerlichen Zeugs, wir quatschen ein Weilchen und dann geht es nach Hause in Richtung wohlverdienten Schlaf.

brauereibegehnung #2

Nun habe ich die alte Brauerei in verschiedensten Höhen umrundet und immer wieder bleibt man stehen, verlassene Gebäude scheinen ihren Reiz für mich einfach nicht zu verlieren.
Rundum gibt es unzählige Eingänge und Tore, allesamt sperrangelweit offen und wenn man denn weniger gesetzestreu ist, könnte man einfach so hineinspazieren. Ich hingegen gucke brav nur durch Fenster und setze selbstverständlich keinen Fuß hinein. Ganz sicher!

So durchforste ich diverse Räume und auch die Keller in der Hoffnung noch ein paar schöne Fotomotive zu finden. Leider aber haben Vandalen ganze Arbeit geleistet, von der Einrichtung ist so gut wie nichts mehr übrig oder zumindest halbwegs intakt und das geschmiedete Treppengeländer ist auch nicht mehr da. Muss wohl jemand zu Geld gemacht haben. Interessant sind die Keller, wo damals vermutlich die Sudkessel gestanden haben, hier ist noch alles intakt aber fürchterlich feucht und mit ein Grund, wieso das Ding abgerissen werden muss.

Vor kurzem gab es wieder einen Eigentümerwechsel und nun wird bald abgerissen – der schöne Bau weicht einem Studentenwohnheim. Irgendwie schade – aber wenn man sieht dass sich ohnehin nur Gesindel dort rumtreibt und alles zerstört, ist das vermutlich sogar besser so.