mehr livemusik

Nach dem eher ruhigen Abend gestern, wird es heute ein bisschen sportlicher. IST IST aus Manchester bitten zum Tanze und mit dem im September erschienen Album „Light a Bigger Fire“ haben die Jungs mich endgültig abgeholt. Ist etwas absurd, denn die letzen drei Alben waren weniger seicht und es gab weniger New Wave, dafür mehr Post-Punk. Auf dem neuen Album geht es zwar deutlich ruhiger zu, dafür ist aber beinahe jeder Song ein catchy Hit mit Singlepotential. Das spiegelte sich auch jüngst in den UK-Charts nieder, während man sie hier in Deutschland noch immer kaum kennt. Heute also eines der vier Deutschlandkonzerten im Zoom, Frankfurt (Bar-Bühne). Ausverkauft war nicht und es gab auch noch einigen Platz. Vielleicht waren 250 Leute dort – eher sogar weniger. Und wie es für Kartoffeln üblich ist, wird wenig getanzt und wie ein Reh im Scheinwerferlicht auf die Bühne gestarrt.

Zoom, Frankfurt

Ihr Set beginnen IST IST mit „Lost my Shadow“ – ein grandioser Song und perfekter Opener, anschließend „The Kiss“ und mit „Something has to give“ kommt dann so richtig Fahrt auf. Überhaupt besteht die erste Hälfte ausschließlich aus den fetten Songs und dann kommen vermehrt die Seichteren, die nun wirklich überhaupt nicht schlecht sind, aber nach diesem Feuerwerk der ersten halben Stunde kommt schon fast Wehmut auf.

Vor mir steht leider ein Pärchen, die beide jeden Songs zur Hälfte unbedingt filmen müssen. Zum Glück ist bald Winter und eventuell stürzen sie auf schneebedeckten Gehwegen, brechen sich die Handgelenke und machen zukünftig so einen Unfug nicht mehr. Pfui! Bah! Ansonsten ein sehr angenehmes Publikum hier im Zoom und auch der Sound ist perfekt! Das Bier kostet dafür 5,50€ (uff).

Bassist Andy verabschiedet sich vor den letzten 6 Songs jedes Mal aufs Neue und doch spielen sie dann einfach weiter. Gute Idee das – deutlich besser als ein oller Zugabenblock! Nach rund 20 Songs ist der Abend dann gelaufen und ganz beseelt kann ich nun mein Hotel aufsuchen. Grundsätzlich bin ich ein großer Freund von Indie, Postpunk und anderem Kram, aber der Gesang von IST IST Sänger Adam ist mir auf Albumlänge meist zu emotionslos und eintönig – live hingegen war das wirklich fantastisch und nicht eine Sekunde hätte ich skippen wollen.

endlich wieder live

Es ist nun zwei Monate her, dass ich auf einem Konzert war! So trifft es sich ganz gut, dass ich gerade im Großraum Frankfurt herumstreunere. Jedoch ist heute Dienstag und irgendwie ist die Auswahl wirklich sehr gering.

So lande ich schließlich im „Schon schön“ in Mainz – denn die Alternativen wären irgendwelche Abarten des Metals gewesen und mir ist heute eher nach sanfteren Klängen. SUZAN KÖCHER‘S SUPRAFON haben vor Kurzem ihr neues Album „In these dying times“ veröffentlicht & es gefällt mir sehr gut, im Gegensatz zu den Vorgängern höre ich oft und gerne rein.

Supportact gibt es keinen und die vierköpfige Band startet kurz nach Acht mit sehr gutem Sound, das Schon schön ist gut gefüllt (Eintritt auf Spendenbasis) und es bewegen sich erstaunlich viele Menschen – zurecht! Suzan Köcher‘s Suprafon beschreibt man vermutlich als Psychedelic Folkrock in tanzbar. Irgendwie so. Als Berufsjugendlicher wäre mir grundsätzlich mehr Action fein, aber den müden Knochen tut das heute richtig gut. Eigentlich wollte ich nur kurz reinsehen & blieb dann doch fast das ganze Set. Müsste als Qualitätsmerkmal durchgehen. Auch morgen erwartet mich keine Punkband – manche nennen das Wiedereingliederung.

chaostage muenster

Ein völlig unvernünftiger Herrenausflug ist schon viel zu lange her und so sitzen wir heute zu dritt im Kadetten und brettern sechs Stunden lang nach Münster. Die Wahl fiel auf Münster weil dort morgen We are Scientiets spielen und keiner von uns jemals in Münster gewesen ist.
Angekommen verköstigen wir noch direkt im Parkhaus einige Kaltgetränke und checken dann in unserem Hotel ein. Das ist recht nah am Zentrum gelegen, befindet sich im Viertel der Freudenhäuser und Dönerbuden und könnte kaum besser sein.

Schon nach kurzer Zeit werden wir gebeten das Hotel zeitnah zu verlassen und dem kommen wir dann schließlich auch nach. Irgendwann finden wir uns auf einer Rammstein-Party wieder, schwingen das Tanzbein, verköstigen manchen Döner und fallen erst spät zu Bett.

So fängt der neue Tag natürlich reichlich spät und mit Frühstück bei einer Pizzeria an. Herr H. legt sich dann wieder ab und mit Herrn B. erkundige ich Münster. Viel zu sehen gibt es in der Altstadt allerdings nicht. Immerhin sehen wir uns in der Lambertikirche um gehen nach einer weiteren Stärkung einfach zurück ins Hotel. So feiern wir bis zum Abend und gehen dann zum Gleis 22 – dort spielen We are Scientists. Die Location selbst ist total madig. Das Getränkeangebot ist reichlich überschaubar und qualitativ das Letzte. Wir haben einfach keinen Bock und gehen gegenüber in die Dönerbude. Wohin auch sonst?

Den Abend lassen wir schließlich auf einer 90er Party ausklingen – aber auch hier enttäuscht Münster. Der Taxifahrer lässt mich später wissen, dass in Münster selbst Stöcke einen Stock im Arsch haben. Ich lass das unkommentiert und falle zu Bett.

is ja nett hier

Es ist mal wieder Mitternacht und ich bugsiere mich in den Kadetten. Mit einem Schlenker über Ludwigsburg fahren wir heute Nacht nach Gifhorn, denn da spielen morgen Abend die Herrschaften von Liedfett ein Konzert. Natürlich dürfen wir da nicht fehlen. Die Fahrt zieht sich elendig lange und am frühen Morgen sind wir schließlich in Gifhorn angekommen. Erster Anlaufpunkt ist ein schnelles Frühstück und dann gehen wir noch in einen Baumarkt. Dort kaufen wir uns neue Klappstühle und fahren dann mal in Richtung unseres Hotels.
Das ist recht günstig gelegen, denn gleich nebenan ist ein netter Wanderparkplatz mit einem Bach im Nacken. Hier lässt es sich ganz gut aushalten und so verharren wir bei schönstem Wetter an diesem tollen Stück Erde. Bei guter Musik und herrlichen Kaltgetränken aus der Kühlbox vergessen wir sogar beinahe einzuchecken.

Ehe es dann zum Konzert geht checken wir doch noch ein und fragen uns einmal quer durch die Stadt nach einer Dönerbude. Klappt soweit ganz gut, der Döner aber schmeckt leider nicht so toll. Nunja, man kann wohl einfach nicht alles haben. Dann geht es zum Konzert, da müssen wir einmal querfeldein durch den Wald marschieren und finden den Kultbahnhof dann beinahe auf Anhieb. Ein paar Leute sind auch schon dort, wir verquatschen uns ein wenig und ordern uns ein wenig Bier an der Bar.
Schon nach dem ersten Lied ist uns klar, dass wir das vermutlich nicht überleben. Trotz der wahnsinnig wenigen Leuten ist es hier im Club unglaublich stickig und unerträglich heiß. Tut der Party jedoch keinen Abbruch und die Jungs von Liedfett hauen mal wieder ordentlich auf den Putz. Auch wenn die Stimmung, der Ton und das Drumherum nicht ganz an die letzte Tour herankommen, macht es wieder tierisch Spaß und nach dem Konzert versorgt uns der Kultbahnhof noch ein Weilchen mit Kaltgetränken und Pizza, bis wir schließlich das Weite suchen.

Tags drauf plündern wir so gut es geht das erstaunlich fabelhafte Frühstücksbuffet und fahren anschließend gemütlich nach Braunschweig, wo wir schon erwartet werden. Wir sitzen ein wenig im Garten, genießen kalte Getränke und so endet unser Kurzbesuch auch wieder recht schnell, denn ich habe noch etwas in Heilbronn zu erledigen und die Sehnsucht nach einer Ruhepause ist auch ganz groß.