kreta erkunden

Wir haben uns inzwischen einen Mietwagen besorgt – einen kleinen Toyota Aygo mit großzügigem Sonnendach – und kurven nun ein wenig über die Insel. Durch die Berge geht es gemütlich zur Insel Spinalonga. Die Insel ist eine Seefestung und wurde bis 1957 als eine der letzten Leprakolonien genutzt. In den 60er Jahren verließ der letzte Bewohner die Insel und heute tummeln sich hier ausnahmslos Touristen. So sparen wir uns die Schifffahrt auf die Insel und gehen im nahegelegenen Dörfchen lecker essen.

In Elounda spazieren wir ausgiebig durch die Gegend und tuckern dann zurück in die Berge zur Lasithi-Hochebene. Viel zu sehen bekommen wir jedoch nicht – die Hochebene ist umhüllt von Nebel, die Sicht nur kurz und hin und wieder erhaschen wir einen Blick auf die berühmten venezianischen Windmühlen. Genutzt werden die zwar schon lange nicht mehr, aber für uns Touristen wurden einige erhalten.

sonne tanken

Eigentlich hätten wir den Oktober mit dem Kadett in der Türkei verbracht, das hat nun aber mangels Zeit überhaupt nicht funktioniert und so kam es, dass wir vor einigen Wochen in ein Reisebüro gestolpert sind um zumindest so etwas Sonne zu tanken. So sitze ich nun mitten in der Nacht am Steuer von B.’s Opel Kadett auf dem Weg zum Münchener Flughafen. Nach nur wenigen Kilometern geht hinter uns auch schon das Blaulicht an und nach kurzer Kontrolle können wir dann schließlich auf die Autobahn.

In München angekommen verabschieden wir B. samt Kadett, geben unser Gepäck auf und warten darauf, dass der Airbus uns in den Himmel bringt. Nach 2,5 Stunden in der Condor-Maschine landen wir in Iraklion auf Kreta in Griechenland. Es wettert furchtbar angenehm und wir verharren noch einige Zeit im Bus bis wir schließlich unser Hotel erreichen.
Das Hotel ist eine kleine Anlage ohne Massenabfertigung, lauten Familien und anderem Blödsinn in der Stadt Malia – nur einen Steinwurf bis zum Meer.

Den restlichen Tag verbringen wir heute mit Nichtstun, Essen viel und Spazieren ein wenig durch die Gegend.

wellness erwünscht

Heute starten wir schon am frühen Morgen in den Süden, denn Wellness dürfte uns kaum schaden und der Kadett braucht mal wieder etwas Auslauf. So kommen wir mittags auf der französischen Rheinseite an, schlendern durch Chalampé und glotzen aufs rheinische Nass, ehe wir weiter ins schwarzwälderische Badenweiler fahren. In diesem beschaulichen Nest zieht mich zuerst das Panacée Grand Hotel Römerbad in seinen Bann. Das ehemalige 5-Sterne Hotel steht seit einigen Jahren leer, nachdem es seine thailändische Hotelgruppe heruntergewirtschaftet hatte. Das über 200 Jahre alte Gebäude wurde zu Teilen bereits renoviert und steht nun vor dem Problem Brandschutztüren und Denkmalschutz, sodass Insolvenz angemeldet wurde. Die Angestellten wurden entlassen und seither ist dort Stille.

Ein trauriger Anblick inmitten der Stadt und wir marschieren weiter. Nach einigen Höhenmetern sind wir schließlich auf der Burg Baden – zerstört im Jahre 1678 ist sie heute ein Ausflugsziel und entlohnt mit einer fantastischen Aussicht, die wir ein wenig genießen und anschließend unser Hotel aufsuchen. Neben all den Luxuskarossen macht sich der Kadett ganz wunderbar und wir köpfen fix eine Flasche Secco, ehe es zur Paarmassage geht.

Die restliche Zeit verbringen wir Spa und sehen und den wunderschönen Kurpark etwas genauer an. Die Anfänge des Kur- und Schlossparks reichen bis in das Jahr 1758 zurück und heute kann man hier orientalische Platanen, japanische Lebensbäume, kaukasische Mandeln, Schwarznüsse aus Nordamerika, Zwergmandeln aus südrussischen Steppen, kalifornische Flusszedern, Zuckerahorne aus Kanada, Blauglockenbäume aus China und Urweltmammutbäume bewundern. Die ältesten Mammutbäume in Badenweiler sind ca. 160 Jahre alt und wir wirken verflucht klein neben diesen Riesen.

abschiedstour #8

Nachdem wir uns nun rund 1000 rostige Kisten angesehen haben, fahren wir über Schotterpisten weiter nach Norwegen. Die Grenze passieren wir mitten im Wald, fahren noch ein wenig spazieren und kehren dann schließlich um. Immerhin war der totgeglaubte Volvo jetzt noch in Norwegen!

Langsam neigt sich unsere Tour dem Ende entgegen und so fahren wir zurück nach Vänersborg, halten unterwegs noch in einer Shoppingmall und ich bekomme zumindest ein kleines Geburtstagsgeschenk. Wunderbar!

In Vänersborg verbringen wir eine letzte Nacht und fahren am Morgen dann in typischer Manier zu unserem nächsten Ziel in Deutschland. Marc von Whatabus ist gerade zu Besuch bei Vasco und bastelt an seinem neuen Whatabear herum. Am Abend findet auch eine Feier beim Motorradclub statt und so trifft es sich doch ganz gut dass wir nach 10 Stunden Fahrt pünktlich in Hannover ankommen. Wir sind wieder die Brücken gefahren und haben Fähren gemieden – der Volvo hielt lässig durch und so Feiern wir alle gemeinsam in Hannover und verbringen dann die Nacht im Ducato-Camper.

Am Morgen gibt’s noch Frühstück, die Männer gehen an die Arbeit und wir scheuchen den Volvo nun nach Hause. Nächste Woche wird er dann abgemeldet, der TÜV ist längst abgelaufen und einen Käufer habe ich auch schon gefunden. Der Kadett stand nun den gesamten Juli und wurde nur 20km bewegt – sowas gab’s auch noch nie.