marokkofahrt #7

Heute hatten wir einen Ruhetag geplant und unsere Unterkunft hat extra hierfür einen Pool. Der ist aber leider nicht nutzbar, weil eine Gruppe jugendlicher Franzosen diesen belagert, rumnervt und lärmt ohne Ende. So gammeln wir ein bisschen auf unserer Dachterrasse, kochen Nudeln und Kaffee und fahren dann mit dem pitschnassen Kadett nach Ait-Ben-Haddou.

Unsere Unterkunft in Ouarzazate

Ait-Ben-Haddou ist eine befestigte Stadt am Fuße des Hohen Atlas und seit fast vierzig Jahres Unesco Weltkulturerbe. Eine beeindruckende Kulisse aus Lehm, die zum Schlendern einlädt und genau das tun wir auch. Anschließend plündern wir noch ein Geschäft mit großen sperrigen Dingen. Zum Glück ist der Kadett ein echtes Raumwunder!

Unterwegs nach Ait-Ben-Haddou
Ait-Ben-Haddou
am Rande des Hohen Atlas

Wir fahren dann zurück in unser Hotel, essen lecker und fahren am nächsten Tag dann in die Dades-Schlucht. Dort angekommen blicken wir auf viel Zerstörung, denn auch hier hat der Dades stark gewütet, ganze Straßen und Brücken weggeschwemmt.

Entlang des Dades
Entlang des Dades
Entlang des Dades
Entlang des Dades

Dann fahren wir weiter zur Todra-Schlucht. Sehr beeindruckend aber eben auch sehr touristisch. So schnell wie wir gekommen sind, ziehen wir dann auch wieder weiter und fahren in unsere vier Wände.

Todra-Schlucht
Tagounsa, Marokko

marokkofahrt #6

Es hat beinahe die ganze Nacht geregnet und auch jetzt fallen noch immer munter die Tropfen, sodass es Zeit ist zu gehen. Nächster Halt Ouarzazate. Das sind zwar nur 380km, allerdings können wir schon an der ersten Kreuzung gen Westen nicht weiter. Wegen Überschwemmung ist die Straße gesperrt. Also versuchen wir es weiter nördlicher. An vielen Stellen sind die Straßen überflutet, aber es geht schon irgendwie. Bis wir an einem Qued stehen, wo das Wasser mit fast einem halben Meter Höhe und ordentlich Kraft ein bisschen zuviel ist. Ich beobeachte den Stau ein wenig, bis sich die ersten LKW und Busse trauen, da durch zu fahren.

Alle Autos sind weg, wir sind die letzten Wagemutigen
Es wird immer schlimmer
Augen zu und durch

In Melaab wird direkt vor uns die Straße gesperrt. Ein paar Minuten später ist auch klar wieso. Das bis eben nahezu trockene Flussbett hat sich binnen Minuten zu einem rund 50m breiten, reißendem Fluss verwandelt, der die Straße und alles was sich darauf befindet mitreisst. Hier ist definitiv kein Durchkommen. Alternativen gibt es in näherer Umgebung nicht und so warten wir erst einmal ab. Einheimische berichten von min. 7Std. bis das Wasser weniger wird und so beschließen wir irgendwann, wieder zurück bis Erfoud zu fahren um noch weiter in den Norden zu kommen um von dort aus zu versuchen in den Westen zu kommen.

Hier kommen wir nicht durch

Nun geht es zurück durch all die Wassermassen, aus denen wir gekommen sind. Es zieht sich ewig, aber weiter im Norden sind zwar auch viele Straßen überflutet, aber nur so dass wir locker durchkommen. Immerhin müssen wir nun nicht mehr umdrehen oder noch weitere Umwege fahren und so kommen wir schließlich nach über 10 Stunden Fahrt in Ouarzazate an. In unserer Unterkunft gibt es Abendessen und dann ab zu Bett – das war ein besonders anstrengender Fahrtag.

Idelsane, nicht mehr weit bis zum Ziel
Geschafft! Der ganze Innenraum steht unter Wasser und der Auspuff ist abgekracht – sonst haben die Wassermassen dem Kadett nicht geschadet.

marokkofahrt #5

Nach dem Frühstück fahren wir zurück zum Kadett, von dort aus starten wir nämlich eine Quad-Tour durch die Dünen. Mit 300ccm Kymco Quads düsen wir rund 15km lang durch das Sandmeer und entgegen meiner Erwartung, habe ich sogar Spaß daran. Nach einer guten Stunde satteln wir um auf den Kadetten, fahren für ein paar Fotos in die Dünen und möchten dann noch an einen See.

Sand!
Mit den Kymcos im Erg Chebbi
Erg Chebbi, Marokko

Auf zum See! Jaja, richtig gehört – hier gibt es einen See! Der Lac Dayet Srij ist für gewöhnlich ausgetrocknet, aber wenn es denn mal regnet, ist hier Wasser drin. Und da es hier sehr viel geregnet hat, ist der See nun sogar verdammt groß. Beeindruckend – schade dass inzwischen ein starker Wind aufgezogen ist, die Sicht damit schlecht und langsam wird es draußen ungemütlich. In Merzouga essen wir dann noch, treffen unterwegs so manches Dromedar und werden wieder geholt und zu unserem Camp gebracht.

Die Sicht wird zunehmend schlechter
Unterwegs zum Lac Dayet Srij
Erwartet man so nicht in der Sahara
Vulkanische Wüste, Merzouga

Zurück im Camp ist es leider noch immer sehr windig und ich kralle mir das Snowboard und fahre ein paar mal die Dünen herab. Macht Spaß! Überhaupt bin ich erstaunt, dass ich mich ganz okay auf dem Brett halte. Stand seit vielen Jahren auf keinem mehr und gut darin war ich auch nie. Nur der Aufstieg auf den Bühnenkamm ist super anstrengend – es fehlt einfach ein Lift.

Wintersport, yay!

Nach dem Abendessen sitzen wir mit den Campangestellten und einem anderen Paar lange beisammen, lauschen der Berbermusik und erst der einsetzende Regen treibt uns in die Betten. Schon wieder Regen in der Sahara – ich bin bass erstaunt.

marokkofahrt #4

Heute steht uns eine 8std-Fahrt bevor – ich freue mich! Wir verlassen unser Riad in Fès und gondeln gen Süden, machen bei Michlifene einen Halt und bestaunen Berberaffen, füttern selbige und machen uns dann wieder aus dem Staub.

Streckenposten in Michlifene
es wird langsam karger

Unterwegs werde ich doch glatt geblitzt – die Polizei lasert und präsentiert mir ein hübsches Foto – erst wollen sie umgerechnet 40€ von mir, lässt sich dann aber auf 25€ drücken. Weiter geht‘s unter Beachtung des Tempolimits. Im Gegensatz zu meinen letzten Besuchen in Marokko, sind die Straßen inzwischen überwiegend in sehr gutem Zustand – da fällt einem das Rasen nicht schwer.

Auf dem Tizi n‘Talrhemt Pass

Endlich Wüste! Landschaftlich geht es überhaupt nicht besser – ein echter Genuss! Unterwegs sieht man deutlich die Schäden der heftigen Unwetter vor Kurzem. Weite Teile der Region waren nach Regenfällen überflutet und in vielen Dörfern hat es ganze Straßenzüge weggespült. Brücken, Quedquerungen und Senken sind inzwischen wieder im Aufbau.

Errachidia, Marokko

Nachmittags kommen wir am Erg Chebbi an – endlich im Sand spielen! Den Kadett stellen wir an den Dünen ab und werden in Kürze dann geholt und mit einem Toyota Landcruiser in unser Wüstencamp gebracht.

Vor den Dünen des Erg Chebbi

Unser Wüstencamp ist relativ klein, das Personal ist super freundlich und unser Zelt beinahe schon übertrieben luxuriös. Wir klettern ein wenig auf den Dünen herum, genießen den Sonnenuntergang und ich gehe dann noch ein bisschen auf dem Sand joggen. Danach gibt es leckeres Abendessen und eine erholsame Nacht in der Sahara.

Unser Camp am Abend
Abendliche Joggingrunde