Von Chefchaouen geht es nun in das rund 200km entfernte Fès. Eine wundervolle Fahrt durch fantastische Landschaften, aber leider weitaus weniger Gewusel an den Straßen und leider auch sehr viel weniger Oldtimer für die Augen, wie ich es von meinen letzten Reisen hier kannte.
in der Nähe von Beni Ammar
In Fès angekommen parken wir hinter den Mauern der Altstadt in einem Haus, das nur als Parkplatz dient und gehen dann in unser luxuriöses Riad. Nach einem Tee und einer Dusche hüpfe ich in den Pool und dann tauchen wir sofort in die Medina ein, schlendern durch die Gassen, über Märkte und kaufen ein paar Vasen. Erst nach Sonnenuntergang sind wir schließlich zurück und genießen dann unser schönes Riad.
Fès, Marokkounser Riad mit Pool, FèsMedina von Fès
Am Morgen geht es nach einem rießigen Frühstück zu Fuß zum Königspalast. Ist zwar sehenswert, aber irgendwie sehen sie dann doch alle gleich aus – uns gefällt der nahegelegene Park Jnan Sbil deutlich besser und so tauchen wir dann wieder in die Medina ein.
Jnan Sbil, Fès
Wir besuchen die Madrasa Bou Inania, eine alte Koranschule. Sehr schön anzusehen, aber auch hier gilt – kennst du eine, kennst du alle. Es bietet sich aber hervorragend für eine Pause an – mitten in der Medina herrscht hier im Innenhof eine herrliche Ruhe. Das und die wundervolle merinidische Architektur sind Grund genug, um sich dann doch sämtliche alten Koranschulen anzusehen.
Madrasa Bou Inania
Danach wackeln wir in eine weitere Koranschule – die Madrasa Attarine. Diese ist etwas größer und man kann auch weitere Räume besichtigen. Im Anschluss schauen wir uns noch das Gerberviertel an. Muss man eigentlich nicht gesehen haben, aber wenn wir schon hier sind. Wir gehen dann schnell weiter, essen ganz lecker und hüpfen am späten Nachmittag wieder in den Pool.
Wir sind auf dem Weg nach Checfchaouen und haben uns eine Unterkunft etwas außerhalb in den Bergen, mit Blick auf die blaue Stadt, gebucht.
Auf dem Weg nach Chefchaouen
Unterwegs verabschieden wir uns von der Küste und sind nach rund zwei Stunden in Chefchaouen. Unsere Unterkunft aber finden wir irgendwie nicht, der Gastgeber schickt uns dann den Standort und schon geht es auf einer irrsinnig steilen Piste dorthin.
Chefchaouen
Zu Fuß gehen wir nach Chefchaouen und lassen uns ein wenig durch die blauen Gassen treiben. Der arabisch-mediterrane Flair in Verbindung mit der durch und durch blau angemalten Stadt ist schon sehr sehenswert, wenn auch die Farbe blau hier keinen historischen Hintergrund hat. Eigentlich sieht es hier nur so aus, um Touristen anzulocken und das ist auch okay so. Auf dem Marktplatz essen wir unter anderem eine fantastische Pastilla aber auch Tajine, Couscous und mehr.
Goodlife in ChefchaouenIch habe ausschließlich Katzenfotos gemacht
Vollgefressen und müde schlendern wir irgendwann zurück, sind wieder um einige Eindrücke reicher und kommen pünktlich zum Abendgebet in unserer Unterkunft an, spielen noch etwas Karten und genießen den Sonnenuntergang mit einigen Gläsern Tee.
Gute Nacht, Chefchaouen
Am Morgen dann Ernüchterung, denn es regnet. Vorallem befürchte ich, dass wir bei Nässe die Piste gar nicht packen. Dem ist dann natürlich so – die nasse Schotter- und Schlammpiste ist viel zu steil. Unser Gastgeber und ein Fremder eilen schließlich zur Hilfe. Im Endeffekt haben wir den Kadett entladen und unser Gastgeber ist mit Anlauf samt Irrsinn die kurvige Piste nach oben gedonnert. Das schwere Gepäck durfte dann getragen werden.
Der Kadett hat ganz frischen Tüv und wir machen uns sogleich auf den Weg nach Marokko. In den frühen Morgenstunden geht‘s los, das Auto ist randvoll geladen und das Dachzelt wurde durch ein Reserverad ersetzt.
In einem Rutsch geht es bis nach Murcia, wo wir nach 20std Fahrt ein Hotel beziehen. Für ein paar Stunden pennen – das fühlt sich gut an. Am Morgen haben wir dann nur eine kurze Etappe bis Estepona vor uns. Dort flanieren wir ein paar Tage am Pool direkt am Meer, genießen die Entspannung und der Kadett ruiniert derweil den Hotelparkplatz. Kühler undicht – mal wieder. Sei es drum, kann man ja erstmal ignorieren.
Unser Domizil in Estepona, SpanienDie Pfützen waren da schon vorher!
Sonnenbetankt und tiefenentspannt geht es dann weiter nach Algeciras. Wir plündern noch einen Supermarkt und kaufen dann die Fährtickets bei Carlos nach Tanger-Med mit open return. Heißt, wir sind nicht an einen bestimmten Tag für die Rückfahrt gebunden. Bisher immer so gemacht und jedesmal auch an einem anderen Tag gefahren, als ursprünglich geplant.
zu Besuch bei Carlos in Algeciras
Und dann fahren wir auch direkt zum Hafen und reihen uns ein. Es ist extrem wenig los, mit uns sind es vielleicht 20 PKW – das habe ich so auch noch nie erlebt. Die Fähre startet, wir holen uns unsere Visa auf dem Schiff und in Tanger-Med heißt es wie gewohnt: Geduldig bleiben. Obwohl sehr wenig los ist, zieht es sich natürlich ewig. Röntgen, Papiere prüfen und der Zoll mag auch gern einen Blick in den Kofferraum werfen.
Afrika in Sichtweite
Erst mit der Dunkelheit kommen wir in unserer Unterkunft an – ein kleines Zimmer unweit von Azla, direkt an der Mittelmeerküste. Die französische Besitzerin macht uns am Morgen ein leckeres Frühstück, wir beladen den Kadett und ziehen dann schon weiter.
Der September ist da und spuckt mich heute schon in Frankreich raus. In Hatten, irgendwo im Elsass, gibt es eine alte Bunkeranlage aus dem zweiten Weltkrieg, die heute als Museum für allmöglichen Militaria-Quatsch dient. Militärgeraffel ist nun so gar nicht meine Baustelle, interessant ists aber dennoch und so verfliegen einige Stunden, bis ich mir dann noch den alten jüdischen Friedhof von Hatten ansehe und dann zurück nach Deutschland tuckere.
Zurück in der Heimat ist es nun wieder Zeit, den Kadett fit zu machen. In Kürze steht wieder eine kleine Reise an und sonderbar viel Rest-Tüv hat er auch nicht mehr.
Gehofft hatte ich, dass der Kadett nach ein paar Tagen fertig ist und ich damit zum Alt-Opel-Teilemarkt nach Rüsselsheim fahren kann. Kurz vor Abfahrt dann die ernüchternde Nachricht: Kadett nicht fahrbereit, vermutlich Lenksäule gebrochen. Ohweia! Herr J. aus Solingen kommt jetzt auch nach Rüsselsheim und bringt mir direkt eine neue mit! Perfekt! Mit meinem Volvo in Rüsselsheim angekommen, werfe ich ein bisschen mit Geld um mich, fülle den Kofferraum meines Schweden und mache mich dann schon wieder auf den Rückweg.
Unterwegs halte ich noch eben in Wörnitz, da ist gerade ein Treffen historischer Nutzfahrzeuge. Guck ich mir alles ganz gierig an und muss abermals zeitig weiter.
Denn es soll heute noch auf ein Festival gehen, THE BEOKEN FEST in Ulm. Herr M. aus Regensburg ist ebenfalls angereist und er holt mich Zuhause ab. In Ulm fix den Stromer an die Ladesäule gehangen und ab aufs Festival. STUMFOL spielen, als wir erste Kaltgetränke killen und bekannte Gesicher begrüßen. Stumfol klingen super, es erinnert mich stark an Frank Turner und anschließend spielen ACT THE FOOL – gehen gut rein, aber so richtig geil ists dann doch nicht. Dafür beseelen mich SCHEITERN extrem, sodass ich mich direkt neu verliebe. Fantastische Band! SHELLYCOAT verpassen wir dann wegen Hunger und Bargeld-Besorgung, sind dafür pünktlich zu HECKSPOILER zurück. Ganz geil, aber leider halt auf bayerisch. Versteht und braucht eigentlich kein Mensch. ALL BRICKS spielen dann gefälligen Skatepunk und dann spielen die Headliner SHORELINE. Immer eine Wucht! In Sachen Emo/Punk/Hardcore definitiv das beste, das es aktuell so gibt. Da mein Shoreline-Shirt beim letzten John Coffey Gig gestorben ist, kaufe ich mir fix ein neues und dann gehen wir noch auf die Aftershowparty im Frau Berger. Da ist leider ziemlich tote Hose, der DJ völlig talentfrei und die Bar schnell leergesoffen, sodass es okay ist, dass wir um 03.00 rausgekehrt werden.
Seit nun fast drei Wochen ist der Kadett in der Werkstatt, aber solangsam tut sich Licht auf am Ende des Tunnels. Lange wirds nicht mehr dauern, hoffe ich.
Bei Sandor Motors in Oberkochen ist heute Grillfest. Ich war morgens noch fix in Franfurt und schaue dort natürlich auf ein Bier vorbei. Viele nette Gesichter getroffen und leider den Kadett noch nicht präsentieren können – der ist nämlich noch immer nicht fertig.
Ein paar Tage später ist es dann endlich soweit. Alles erledigt, bereit für die Hauptuntersuchung. Der Kadett hat nun nahezu alle Verschleißteile neu bekommen, er freut sich über vier neue Türen, eine neue Heckklappe, hat direkt Winterreifen gekriegt und eine neue Hupe, neue Stoßstangen und ein paar Quadratmeter Blech haben neue Verwendung gefunden. Auch ein neues Lenkschloß ist verbaut, einige Teile der Innenausstattung sind auch neu und das wohl allerbeste: Die Motorwarnleuchte ist aus! Die leuchtete munter seit 2 Jahren, er lief auch nicht so doll und das Problem war auch schnell erkannt und gelöst. Hätte man sich ja auch früher drum kümmern können.
Die Hauptuntersuchung hat er bestanden – juhu! Allerdings ist mir nun noch ein neues, sehr eigenartiges Geräusch aufgefallen. Direkt am 01.Oktober geht es erneut in die Werkstatt und hoffentlich wird auch dieses Problem schnell gelöst, denn die frische HU muss mit einem ordentlich Trip gefeiert werden, wie das halt so üblich ist.
Hatten, FrankreichHatten, FrankreichHatten, FrankreichKarlsruhe, Baden-WürttembergRund 4 Wochen WerkstattaufenthaltAlt-Opel Teilemarkt, RüsselsheimAlt-Opel Teilemarkt, RüsselsheimHist. Nutzfahrzeuge-Treffen, WörnitzHist. Nutzfahrzeuge-Treffen, WörnitzHist. Nutzfahrzeuge-Treffen, WörnitzScheitern, The Broken FestHeckspoiler, The Broken FestShoreline, The Broken FestOberkochen, bei Sandor MotorsHU bestanden!