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Herr R. aus Würzburg hat uns heute schon abgeholt und zum gemütlichen Trinken entführt. Wir stolpern von Kneipe zu Kneipe und spät in der Nacht sprechen wir plötzlich über Markisen. Daraufhin werfe ich ein dass gerade die Abenteuer & Allrad in Bad Kissingen stattfindet. Herr R. wollte ohnehin mal mit auf ein Globetrottertreffen und so schlage ich vor dass wir da doch fix hinfahren können, allzu weit ist es tatsächlich nicht.

Also ab nach Hause, ich penne vier Stunden und dann klingelt auch schon der Wecker. Ich sammle Herr R. ein und wir brettern nach Bad Kissingen, parkieren den Kadett in Nähe der Camparea und schauen zuerst am DZG-Stand vorbei. Dort versumpfen wir direkt ein Weilchen, man hat sich wie immer viel zu erzählen und dann geht es weiter. Wir sind schließlich hier um uns die Fahrzeuge anzusehen. Bei unserem Rundgang über den Platz lerne ich endlich Herrn B. kennen, der gerade um seinen Unimog herumlungert und auch Herrn S. aus Düsseldorf treffe ich nach langer Zeit mal wieder. Unterwegs kommt mir der Traumtänzer entgegen und wir verabreden uns noch für später, wo dann ganz ungeplant ein kleines Steinwald-Treffen Revival stattfindet. Wir alle haben uns viel zu erzählen und verquatschen uns sehr viel länger als gewollt, bis wir uns endlich lösen und verabschieden können.
Ich war nun das erste mal auf der Abenteuer & Allrad und wir haben uns bewusst gegen den Besuch der eigentlichen Messe entschieden. Die interessanteren Fahrzeuge findet man nunmal auf der Camparea und dort will einem auch keiner etwas verkaufen. Ich bin total geplättet von den unglaublich vollen Wiesen rund um die Saale und auch von den vielen netten Gesichtern. Hat mir sehr viel Spaß gemacht und unser kleiner Spontanausflug hat sich unbedingt gelohnt!

Bilder von Bad Kissingen findet ihr auf meiner Facebookseite „Overlandkadett“

Ehe wir nach Hause fahren, donnern wir noch eben in ein Dorf ein Stückchen entfernt. Herr F. nämlich hat spitz bekommen dass wir in Bad Kissingen sind und uns einen Besuch bei einem nie fertiggestellten Autohaus empfohlen. Gerade mir wird es da sicher gut gefallen. Natürlich behält er recht – der Ausstellungsraum ist voller alter Opel. Einige scheinen tatsächlich Neuwagen zu sein – zumindest scheinen die meisten nie bewegt geworden zu sein. Auch hinter dem Haus findet sich ein gutes Dutzend alter Opel, darunter sogar einige Opel Kadett E. Lediglich meine gute Erziehung hält mich gerade so davon ab mir direkt alle mitzunehmen. Ein toller Tipp, Danke dafür! Jetzt aber nach Hause – es ist schon wieder reichlich spät.

rock im park #2

Ungnädig bahnt sich die Sonne ihren Weg durch mein Dachzelt, ich blinzle ungläubig auf die Uhr und erschrecke mich. Es ist 05.30 Uhr, an Schlaf ist eigentlich nicht mehr zu denken und neben mir liegt stinkend Herr K. Auch verspüre ich ein leichtes Pochen im Stirnbereich und habe plötzlich Lust sofort Heim zu fahren – mit dem Wissen dass ich nun endgültig zu alt für sowas bin.

Recht gequält setze ich mich in den Campingstuhl, drehe die Musik auf und trinke einen Vodka. Anders als erhofft bringt es garnichts – Kater bleibt Kater und die Laune im Keller. Also versuche ich es mit Nahrung. Meine Spaghetti schmecken fürchterlich, die Linsensuppe auch und ich weiss nicht mehr weiter. Herr K. war derweil auf der Toilette, flüstert mir dann zu ich solle unbedingt mitkommen und ein paar Minuten später stehe ich in einem Biergarten. Kalte Getränke, Schatten und Essen! Dass das Auto offen ist, der Schlüssel steckt und sämtliche Wertsachen herumliegen juckt mich gerade überhaupt nicht. Wir bestellen Bier, Bratwurst und Pommes und schon geht es mir wieder gut – als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Wir lernen einige Chaoten kennen, üben uns im Biertrinken und die gestandenen Männer trinken wir dann glatt unter den Tisch. Der erste schläft bereits auf der Bierbank und wir setzen uns ganz spontan einfach an den nächsten Tisch. Dort sitzen nämlich drei völlig nette Typen im Alter um die 50 und genießen ebenfalls die Ruhe fernab vom Festival im Biergarten. Gemeinsam feiern wir Stunde um Stunde, geben unseren Lebern einiges zu tun und machen uns dann gemeinsam auf den Weg. Unsere neuen Freunde möchten nun zu den Bands und wir verabschieden uns am Kadett.

Herr F. und Herr T. scheinen uns vermisst zu haben – denn die schlafen schon wieder. Mein Auto samt Hab & Gut ist auch noch da. Also können wir nun ja theoretisch auch zu den Bands. Das ist nämlich für dieses Jahr unser Plan. Weniger unvernünftiges Saufen und stattdessen mehr Bands sehen. Die Chancen stehen gut, denn wir wollen uns jetzt tatsächlich auf den Weg machen.

hinter uns: spanien

Mautfrei geht es für uns in Küstennähe weiter, weiter, ja immer weiter. Einen ganzen Tag sitzen wir im Auto und schlagen dann unser Nachtlager umgeben von Kühen auf.

Die Nacht ist ruhig, die Rindviehcher dösen und der morgen frohlockt mit ganz viel Sonne. Fix den Krempel zusammengepackt & schon geht es weiter. Jetzt sind es nur noch ein paar Kilometer bis Andorra, wollt ich schon immer mal hin. Die Grenze passieren wir ohne Kontrolle und online schaue ich mich nach einer Duschgelegenheit um.
Fündig werden wir schließlich in einem Hallenbad, wo wir direkt ein paar Bahnen schwimmen können. Der Eintritt allerdings ist unverschämt teuer und es gilt auch eine Bademützchenpflicht, diese dürfen dann auch teuer erworben werden.

Hygienisiert gehen wir in eine Bar & essen uns pappsatt um anschließend ein wenig in die Berge zu gehen.

lagune & flamingos

Inzwischen sind wir in Moulay-Bousselham auf dem „International Camping“ gestrandet.
Irgendwo habe ich mal gelesen dass man mit Fischerbooten in die Lagune fahren kann und dort unter anderem Flamingos zu Gesicht bekommt.

Ein ambitionierter Vogelbeobachter bin ich ja nicht gerade, aber ansehen kann man sich das unbedingt und eine kleine Bootsfahrt bespaßt mich gewiss auch enorm. An den Anlegern angekommen feilsche ich mit dem ersten Anbieter um den Preis und erkaufe uns 60min Motorboot und die Garantie dass wir Flamingos zu sehen bekommen.

Wir fahren hinaus zur Lagune, vorbei an diversem Vogelgetier und einigen Krebsen, bis uns der Bootsführer zu den Flamingos bringt. Die stehen da lustig in der Pampa und sind mit einem Fernglas ganz gut zu begutachten, ich aber genieße mehr die Flora und die tüchtigen Muschelsammler. Die stehen voll bekleidet halstief im Wasser und schon beim Anblick friere ich, die angenehmen Temperaturen südlich des Atlas sind nämlich längst Geschichte.