Чао ohridsee

Nach einem leckeren Frühstück besteigen wir den Kadett und schippern gemütlich am See entlang, durchqueren Ohrid und fahren gen Osten. Nach einer Weile verlassen wir Nordmazedonien und reisen in Albanien ein. An der Grenze ist nicht viel los, kontrolliert werden wir erneut überhaupt nicht und dann geht es direkt weiter durch die Berge.

Seit meinem letzten Besuch hat sich gefühlt nichts verändert – die Straßen habe ich etwas schlechter in Erinnerung und die vielen Mercedes scheinen inzwischen neueren Baujahres zu sein. Wir kommen zügig voran und erreichen schließlich das Meer. Ein kurzer Schnappschuss vom Kadett am Strand und schon beziehen wir unser Hotel. Das Dachzelt haben wir bewusst zuhause gelassen, ich habe keine Lust auf campen, stattdessen suchen wir uns immer wieder kleine Perlen zur Übernachtung. Und auch hier scheinen wir es wieder sehr gut getroffen zu haben. Das Hotel ist recht klein, hat einen eigenen, halbwegs gepflegten Strand und das Personal ist super freundlich.

Nach einem Longdrink stürzen wir uns in die Wellen, liegen am Strand herum und gehen später etwas spazieren, entdecken dabei ein Restaurant und essen direkt dort. Unser Hotelrestaurant hat leider eine recht überschaubare Karte – es gibt überwiegend Fisch und leider fast nichts Vegetarisches. Dafür gibt es aber leckere Kaltgetränke und so lassen wir den Abend ausklingen mit Kartenspiel und Alkohol, sowie der Überlegung vielleicht länger hier zu bleiben, als geplant.

ohridsee von oben

Wir machen nun einen kleinen Ausflug mit dem Kadett – an der Küste entlang geht es gen Süden, werfen einen kurzen Blick auf die Bay of Bones – rekonstruierte Pfahlbauten im Ohridsee – und verlassen dann das Ufer um in die Berge zu fahren. Die Einfahrt in den Galičica-Nationalpark kostet ca. 1,50€, der Lohn sind fantastische Aussichten auf den Ohridsee, nach Albanien und den Prespasee. Der Prespasee speist eine Quelle, welche wiederum unterirdisch den Ohridsee speist – damit wäre dieses Rätsel dann auch geklärt. Wir fahren die lange Serpentinenstraße, halten hier und dort an, bis uns schließlich die Lust verlässt und wir umkehren.

Auf dem Rückweg machen wir Halt und essen mal wieder um anschließend den Abend auf unserer Hotelterrasse ausklingen zu lassen – heute soll unser letzter Abend am Ohridsee sein.

sonnengammel

Heute verbringen wir den ganzen Tag am See – unser Hotel liegt direkt am Ufer, es gibt Liegen, Schirme und Bewirtung. Ideale Voraussetzungen also um abzuschalten und sich einen ordentlichen Sonnenbrand einzuheimsen. So vergeht der ganze Tag, am Abend nach dem Essen spazieren wir ein wenig am Ufer entlang und sehen dann, was der neue Tag bringt.

Nach dem Frühstück geht es mit dem Auto nach Ohrid – wir schlendern ein wenig durch die Fußgängerzone, kaufen Unfug und spazieren durch die Altstadt. Die Festung lassen wir links liegen, begutachten stattdessen die Kirche St. Sophia und machen und auf den Weg zur berühmten Kirche St. John. Die liegt ganz fantastisch auf einem Felsvorsprung mit Blick auf den gesamten Ohridsee. Schön anzusehen, bei der anhaltenden Hitze aber kaum erträglich, sodass wir am Ufer entlang zurück zum Kadett watscheln, um die „Großstadt“ wieder zu verlassen.

transit orgy

Wir haben noch ein kleines Stück bis Serbien und machen die Grenze noch heute, schlafen können wir wann anders und die Temperaturen sind jetzt am Abend endlich wieder erträglich. Es ist viel los und so stehen wir lange Schlange, der Zoll interessiert sich wie gewohnt nicht für den Kadetten und wir steuern auf Belgrad zu.

Aus meiner Schulzeit kenne ich die vielen Geschichten türkischstämmiger Klassenkameraden von den großen Fahrten in die Heimat, sobald die Sommerferien starten. Selbst bin ich die Route schon öfter gefahren, aber tatsächlich nie im Sommer und so staune ich heute ordentlich. Die Autobahnen und Rasthöfe sind gerammelt voll mit Heimaturlaubern aus allen Gegenden Europas. Ein gutes Stück hinter Belgrad packt mich die Müdigkeit, wir halten an einem Rasthof und hier schlafen Hunderte – die Fahrer meist direkt im Gras neben dem Auto und es herrscht ein reges Treiben. Es ist so faszinierend, dass ich beinahe vergesse, selbst ein wenig zu Schlafen.

Nach vier Stunden Nickerchen geht es weiter, der Kompass zeigt weiterhin nach Süden und nach 3 Stunden stehen wir an der nächsten Grenze. Mazedonien – seit 2019 Nordmazedonien – bittet uns herein, auch hier ist einiges los und so vergehen wieder einige Stunden, bis der Kadett weiterrollt. Nun geht es in die Berge, mit einem Straßenhund teilen wir unsere letzten Essensvorräte und schlagen uns in einem Restaurant die Magen voll.

Nach einer Weile kommen wir schließlich an, beziehen das gestern gebuchte Hotel am Ohridsee und gönnen uns ganz viel Sonne direkt am Wasser. Den restlichen Tag lassen wir am Wasser ausklingen, versuchen nach der langen Fahrt etwas zu schlafen und gehen am Abend noch essen. Dank eines starken Gewitters kühlt es auch ordentlich ab, sodass einem guten Schlaf nichts im Wege stehen dürfte.