neues kadett-leben

Der Kadett hat es tatsächlich mal wieder auf eigene Achse nachhause geschafft und nach ein paar Tagen Stillstand sogar in die Werkstatt. Er läuft zwar nur noch auf 3 Zylindern und raucht wie eine Nebelmaschine, verrichtet aber sonst seinen Dienst. Ich habe stets einen Ersatzmotor auf Seite liegen und einer davon, soll nun Einzug erhalten. Der Spendermotor ist an sich derselbe, jedoch hängt da ein Automatikgetriebe dran und viele Anbauteile sind aufgrund anderer Ausstattung des Spenderfahrzeugs anders.

Es dauert mangels Zeit ein wenig, bis in der Werkstatt begonnen wird, dann aber geht es schnell. Ich besorge für den neuen Motor einen Zahnriemen, eine Wasserpumpe, diverse Filter, neue Zündkerzen und in dem Zuge soll auch sonst alles am Kadett gemacht werden, was so nötig ist. Rost ist aktuell kein großes Thema, die Bremsen sind in Ordnung und auch sonst fällt nichts auf – also bleibt es bei dem Motor inkl. aller Verschleißteile sowie der Kupplung und nach zwei Tagen springt der Kadett dann auf Anhieb an, als wäre nie etwas gewesen.

Ich nehme ihn direkt für eine Probefahrt mit auf die Autobahn und bin begeistert. Er läuft super, man hat beinahe Neuwagenfeeling und es scheint tatsächlich alles in Ordnung. Der neue Motor hat noch unter 100.000km gelaufen – wieviel genau es sind, weiss ich leider nicht mehr. Der alte hat nun 428.000km gehoben – also brauche ich noch maximal einen Tauschmotor bis zur 1.000.000km!

roadtripper

Heute geht es für uns mit dem Kadett an die holländische Grenze – Teile holen für Herrn M.’s Kadett. Kurz vor Frankfurt werden wir dann von der Rennleitung angehalten. Sie interessieren sich für Drogen, lassen mich freudig den Hampelmann durchführen und verwundert frägt der Pozilist, ob ich denn nervös sei. Ich kläre ihn auf, dass jeder klardenkende Mensch nervös ist, wenn er denn aufm Standstreifen der A3 herumsteht und bitte ihn, sein Kasperltheater nun zu beenden. Erst ich muss diese Pfeife auf die Idee bringen, dass ein Drogentest schneller ginge als seine Zirkusshow und tröpfle dann ganze 3 Tropfen Pisse in seinen Becher, soll er doch zusehen wir er da an seinen geliebten Saft rankommt soll.

Der Test ist natürlich negativ, wir können weiter und machen bei Frankfurt Halt. In einem Supermarkt essen wir und kaufen einen Kanister Öl. Seit rund 100km raucht der Kadett unfassbar stark. Die Bullen haben sich nicht dafür interessiert, wir hingegen haben festgestellt, dass er das Öl verbrennt und zum Großteil aus der Kurbelgehäuseentlüftung kommt. Wir beschließen weiterzufahren, hoffen dass der Motor durchhält und fahren einfach mal weiter. Zur Not würde an unserem Ziel sogar ein Ersatzmotor bereitliegen und notfalls gibt es ja noch den ADAC.

Bei Herrn C. angekommen plaudern wir ein wenig, der Kadett läuft nach wie vor – zwar super schlecht, er springt kaum an und verbraucht horrend viel Öl – aber er läuft und so treten wir am Abend wieder die Heimreise an. Bei jedem Stopp springt er anschließend immer schlechter an, wir ziehen eine geisteskranke Nebelbank hinter uns her und ich bin völlig verwundern, dass uns die Cops nicht anhalten bei diesen Rauchschwaden. Gelegenheit dazu hatten sie oft. Das letzte Stück sind wir dank nächtlicher Ausgangssperre wieder illegal unterwegs und fallen Dank dem Rauch auch kaum auf – angehalten werden wir allerdings auch hier wieder nicht. Zuhause angekommen verfrachte ich den Kadett dann zum freundlichen Opel Händler und in Bälde kann dann ein neuer Motor eingebaut werden. 428.000km hat der erste Motor nun durchgehalten. Ich bin gespannt wielange es der neue Motor macht – wenn er denn läuft und eingebaut ist.

aus 20 mach 21

Wieder ist ein Jahr vorüber – kein besonders gutes, wie allseits bekannt sein dürfte. Trotz all dem Chaos, Reiseverboten und den extrem tödlichen Gefahren dort draußen, habe ich es immerhin auf 66 Übernachtungen „on Tour“ gebracht.

Folgende Länder sind bereist worden: Tschechien, Polen (2x), Niederlande (2x), Belgien, Frankreich (3x), Spanien und Österreich.

So richtig Reisen konnte man aber meistens nicht – wir haben oft versucht das Beste daraus zu machen, aber immer klappt das natürlich nicht so richtig. Besonders traurig aber stimmt mich meine Konzert-Bilanz – zum Glück konnte die Deichkind-Tour noch während der Pandemie stattfinden, nur einen Tag nach der Tour wurden Großveranstaltungen verboten. So habe ich 6x Deichkind live gesehen und einmal Kettcar in Nürnberg mit Schrottgrenze als Vorband. Das wars leider auch schon. Auch haben wir einmal an einem Livestream-Konzert teilgenommen. Das ist aber absoluter Blödsinn, macht überhaupt keinen Spaß und ist definitiv keine Alternative. Ich hoffe, dass schon bald Konzerte wieder anstandslos möglich sind – das täte dem Kulturbereich und auch mir ganz gut.

Hinter’m Steuer war ich 2020 trotz Pandemie nicht ganz untätig. Zum einen waren wir trotzdem wo immer es ging viel unterwegs und zum anderen bin ich oftmals mit Freunden durch die Gegend gefahren – immer wann wenn es verboten wurde. So fuhren wir nach einem cholerischen Anfall von Herrn Söder durch ganz Bayern und hatten eigentlich immer viel Spaß bei den Touren. Es kamen in Summe 39.407km zusammen – mit diversen Fahrzeugen, daran hat es mir ja noch nie gemangelt.

Rallye 2020 #6

Wir fahren und fahren und fahren und fahren. Nach einigen Stunden auf der A7 lassen wir den Daewoo auf einen Park & Ride Parkplatz zurück und fahren weiter in den Süden. McDonald’s versorgt uns mit Fressalien und kurz vor Mitternacht stehen wir schließlich in Friedrichshafen am Bodensee. Es ist kalt, ungemütlich und so fahren wir am See entlang an die Grenze zur Schweiz. Wir möchten uns Glück nicht überstrapazieren, immerhin wurden wir in Polen nicht erwischt und nun siegt die pure Vernunft, wir fahren weiter nach Freiburg und sehen uns die Stadt wieder durch die Autoscheiben an.

Nun fahren wir am Rhein entlang Richtung Norden und nutzen einen kleinen Grenzübergang nach Frankreich. Nahe Daubensand machen wir lediglich ein Foto – Hauptsache dort gewesen und Verbote ignoriert. Über Karlsruhe fahren dann nach Pforzheim, schließen für einen Moment die Augen und dann geht es über die schwäbische Alb zurück zum Daewoo. Auf der Alb haben wir sogar einen Hauch Schnee und die Rallye ist hiermit beendet.

Rund 3.000km haben wir mit dem Fiesta zurückgelegt, rund 1.500 mit dem Daewoo. Wir haben zwei Nächte im Fiesta verbracht und 3 Nächte bei anderen Rallyeteilnehmern, die dieses Jahr wegen Pandemie nicht teilnehmen konnten. Aber immerhin konnten wir ein paar der fröhlichen Gesichter auf diesem Wege sehen, hatten jede Menge Spaß und ich hoffe, dass wir nächstes Jahr die Rallye wieder auf normale Weise durchziehen können. Den Fiesta werde ich jetzt abstellen, abmelden und möglichst schnell loswerden. Ich bin erstaunt, dass er die Tour durchgehalten hat, macht ihn allerdings nicht zu einem besseren Auto.