Gestern waren wir in Ingolstadt zum Essen eingeladen, schlenderten anschließend über eine Beachparty an der Donau und streunern auch heute durch Bayern. Mit Familie M. geht es in die Nähe von Dinkelsbühl. Dort ist heute US-Car-Treffen mit Essen, Livemusik, Gartenschau und einigen Tieren.
Die Sonne brennt vom Himmel, wir gucken uns etwas Altblech an, mampfen ein bisschen und kaufen Unfug im Gartenshop, bis wir irgendwann genug gesehen haben und die Heimreise antreten. An US-Cars sehe ich mich immer schnell satt, auf dem Besucherparkplatz aber stehen viele interessante Fahrzeuge aus vergangenen Tagen. Unterwegs nehmen wir noch einen kleinen Umweg in ein Maislabyrinth, verirren uns ganz köstlich und fahren dann nachhause.
Herr M. und Ich haben Bock auf Young- & Oldtimertreffen, Rumgrillen und im Siff suhlen. Solche Veranstaltungen aber sind ja nach wie vor strikt verboten und übersäht mit beknackten 10-G Regeln, Abständen und Sperrstunden. Also machen wir eben unser eigenes Ding. Keine Regeln, viel Körperkontakt und Party nonstop!
So fahren wir heute in die Nähe von Stuttgart und holen einen Dixiklo-Anhänger. Der macht sich super hinter dem Kadett und mangels Toilette am Eventplatz, wird er sich auch gewiss nützlich machen. Vor Ort bauen wir dann noch ein Zelt für Schlechtwetter auf und am nächsten Morgen sitzen wir bereits um 08.00 Uhr herum, trinken Kaltgetränke und wissen genau: Die ersten Gäste kommen erst sehr viel später.
Am Mittag kommen dann auch schon die ersten Oldtimer, wir werfen den Grill an und verbringen einen recht schönen Tag bei ziemlich guten Wetter. Rund zehn Fahrzeuge samt Ihrer Besitzer haben den Freitag mit uns verbracht, wir feierten bis spät in die Nacht und am Samstag Morgen staunen wir nicht schlecht. Offenbar wurde heftig gesoffen – so recht erinnere ich mich nicht daran, aber klar ist: Das Bier ist fast leer. Der Schnaps auch.
Den Samstag verbringen wir ähnlich – die Vorräte sind wieder aufgestockt und der Platz füllt sich zunehmend. Mit Benzingesprächen, Alkohol, Grillgut und lauter Musik schwindet der Tag nur so dahin. Es dürften in Summe irgendwas zwischen 50 und 70 Leute dagewesen sein und der Samstag endet dann auch erst am Sonntag Morgen gegen 05.00 Uhr. Selbst Nachschub mussten wir in der Nacht immer wieder holen – man könnte meinen dass unsere Gäste lange keine Gelegenheit für eine fette Party hatten.
Wenig ausgeschlafen verabschieden sich am Sonntag Morgen die letzten Gäste, wir räumen auf und vertrödeln den Tag bis zum Nachmittag, sind begeistert von der tollen Feier und ich versuche zu rekonstruieren, was für Fahrzeuge denn da waren. Wie zu erwarten war es ziemlich Opel-lastig, aber auch viele Fremdmarken haben zu uns gefunden, ein toller Mix aus Alltagsyoungtimern, verlebten Verbrauchtkisten und gepflegten Oldtimern. Mit Sicherheit nicht unser letztes Treffen und auch in Zukunft: Lass deinen Impfausweis zuhause & bring Bier mit!
Der Herrn J. hatte die blendende Idee einen alten Mistkarren in den Untiefen Polens zu kaufen und so sitzen wir nun im Kadett, brettern die Autobahnen entlang, fliegen an Dresden vorbei und landen schließlich in Polen. Zu meiner Freude sind auch hier die Grenzen unbewacht – ganz praktisch wo doch neulich beschlossen wurde, dass man zur Wiedereinreise einen Test benötigt.
Nach zehn Stunden Fahrt kommen wir nahe Konin an, es ist gerade noch so hell und wir schauen uns den Golf etwas genauer an. Massig Kilometer, unzählige Vorbesitzer, schmutziger Diesel und eine handvoll Mängel. Dafür scheint der Preis recht fair zu sein. Man wird sich einig, Geld wechselt den Besitzer und schon sind wir auf dem Weg zur nächsten Tankstelle.
Irgendein polnisches Gesetz besagt, dass man dringend Trinken muss, wenn man ein neues Auto kauft & das Auto erst vernünftig läuft, wenn ausgetrunken wurde. Also tanken wir die Autos voll, kippen uns Bier hinter die Binde und plündern im Anschluss noch einen Supermarkt.
Die Dunkelheit ist durch ganz Polen unser Begleiter, die Grenze zum Glück immer noch unbewacht und in Sachsen geht dann auch die Sonne auf. Abgesehen von eifrigen Funkenschlag aus dem Auspuff und einer völlig ausgeschlagenen Lenkung lief der Golf bisher recht tadellos und so kommen wir pünktlich nach exakt 24 Stunden und 1.900km in der Heimat an, wo ich mir ernsthaft Gedanken um ein neues Umfeld mache.
Wir verbringen den restlichen Tag bei den Katzen, vergnügen uns im Pool und unternehmen einen kleinen Spaziergang über das riesige Grundstück. Am Abend gibt es wieder fantastisches Essen und dann packen wir schließlich zusammen. Pünktlich zum Sonnenuntergang startet der Kadett und nun soll es nachhause gehen.
Bei milden Temperaturen und ganz ohne brennende Sonne geht es nach Kroatien, Stunde um Stunde fliegen wir am Meer entlang und sind zum Sonnenaufgang in Slowenien. Nach rund 19 Stunden haben wir es geschafft und haben noch ein paar ruhige Tage in der Heimat.
Wir sind etwas mehr als 4.000km gefahren, haben zehn Länder durchfahren und offenbar ein glückliches Pandemie-Timing erwischt. Denn nirgends südlich von Österreich gab es eine Pandemie. Keine Regeln, keine Masken, kein Firlefanz. Auch wollte niemand einen Test sehen, in Quarantäne müssen wir bestimmt jetzt auch nicht und wenn, ist mir das auch wieder vollkommen egal. Schade ist nur, dass wir nun in diesem komischen Deutschland sind – voller Regeln, Inzidenzen und Verboten wohin das Auge blickt.