das nächste paradies

Heute verlassen wir unser kleines Paradies und kleines Stück weiter gen Norden. In Angouleme machen wir einen ausgiebigen Stopp und schlendern hungrig durch die Gassen. Bei einem Inder schließlich werden wir pappsatt und setzen dann unsere kleine Touristentour durch die Stadt fort. Auch hier ist erschreckend wenig los, die Straßen wie leergefegt und auch die Stadt selbst scheint mir an vielen Ecken wie ausgestorben.

Nachdem wir genug von Angouleme haben, zieht es uns weiter auf die Schnellstraße. Es ist nicht mehr weit bis zu unserem nächsten Paradies. In einem winzigen Dorf mitten im Nirgendwo liegt das Château de Nieuil. Ein wunderschönes Schloss, das seit einiger Zeit als Hotel dient. Wir konnten gestern noch ganz spontan eines der letzten Zimmer buchen und nächtigen erneut fernab des Dachzeltes – fürstlich wie wir es verdient haben.

Für heute haben wir nichts mehr geplant, sondern sehen uns nur ausgiebig im Schloss um, schlendern durch den Schlosspark, liebäugeln mit dem Pool und machen eine kleine Wanderung an einen nahegelegenen See. Hier muss es früher einmal viele Ausflügler hinverschlagen haben. Verlassene Imbissbuden und Cafés erzählen von einer besseren Zeit.

dune du pyla

Den heutigen Tag versuchen wir nun nicht gänzlich auf dem Campingplatz zu verbringen und fahren nun zur Dune du Pilat. Mit über 100m Höhe ist sie die größte Wanderdüne Europas und es strengt tierisch an diese zu überqueren. Schweißgebadet kommen wir am Meer an, gehen ein bisschen ins Nass und spazieren auf der Düne umher.

Die Zeit hier auf der Düne vergeht wie im Flug und am Nachmittag gehen wir ins nächste Dorf, essen zu Mittag und gehen anschließend wieder einkaufen.

Zurück an unserem Platz ist es schon reichlich spät, sodass wir lediglich kochen und dann erschöpft ins Bett fallen, um anschließend den neuen Tag wieder am Pool zu verbringen. Den ganzen Tag schwimmen wir um die Wette, lesen viel und unterbrechen den Gammel hin und wieder für eine Partie Federball.

poolgammel

Heute gehen wir unsere Vorräte auffüllen, kaufen einigen Wein und verschwinden dann im Pool des Campingplatzes. Wir sind nach wie vor die einzigen Gäste, ziehen viele Bahnen durch den Pool und bewaffnen uns dann mit einem Besen um den hauseigenen Minigolfplatz aufzuhübschen. Frisch durchgefegt spielen wir eine Runde auf den Bahnen, versuchen uns im Federball und Tischtennis, verbummeln so den ganzen Tag, bis wir diesen wieder mit Kochen & Wein beenden.

Am nächsten Morgen machen wir eine Wanderung durch die angrenzenden Wälder und Felder und verbringen dann wieder den ganzen Tag am Pool und treiben wieder einigen Sport.

Die Betreiber des Platzes sind furchtbar nett, es ist himmlisch ruhig und wirklich schön hier, sodass wir noch etwas bleiben werden.

flucht nach aquitanien

Hier ist nun also Risikogebiet, das Wetter schimmelt so vor sich hin und eigentlich täte uns Sonne ganz gut stehen. Also fällt der Entschluss wieder rüber nach Frankreich zu fahren. Bei eventuellen Grenzschließungen oder dergleichen können wir relativ einfach wieder nach Deutschland fahren und das Wetter an der Atlantikküste scheint perfekt zu sein.

So fahren wir halbwegs planlos rüber nach Aquitanien und schauen vor Ort nach Hotels, Campingplätzen und anderen Möglichkeiten, finden dann schließlich einen schönen Campingplatz mit einigen Mobilheimen. So buchen wir direkt eines, fahren hin und sind entzückt. Für dieses Jahr sind wir die ersten und bisher einzigen Gäste, der Platz ist wunderschön und unser Mobilheim passt auch soweit.

So treiben wir ein wenig Sport, kochen und verbringen den restlichen Abend mit Wein und genießen endlich den wunderbaren Sommer.