gentlemen drive #5

Nach einer unglaublich kurzen Nacht erwache ich und schwanke zum Frühstück. Hunger habe ich nicht wirklich, aber ein paar Liter Wasser schaden ganz sicher nicht. Die Truppe berät sich derweil wo es heute hingehen soll – ich habe einige mögliche Programmpunkte zusammengefasst und so wird es schließlich London. Mit den Öffentlichen ist es rund eine Stunde in die Innenstadt und ich weiß ganz genau – da habe ich keine Lust zu. Blackfriday, London, Adventswochenende – das ist mir alles dann doch zu viel.

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So kuscheln Herr M. und Ich uns in unsere Betten und bis auf zwei weitere Teilnehmer verschwindet der Rest im Londoner Gewusel. Wir möchten derweil noch etwas ausschlafen um Mittags in den Colchester Zoo zu gehen. Nach einem Mittagessen im Hotel geht dann plötzlich die Sonne wieder unter, der Zoo schließt und wir liegen schon wieder im Bett. Das haben wir ja fabelhaft hinbekommen. Um nicht den gesamten Tag im Bett verbracht zu haben fahren wir dann in ein Spielzeuggeschäft und finden leider keinen groben Unrat, sodass wir noch eben Essen gehen, dann in einem Pub Bier trinken und dann wieder eine Party auf dem Hotelzimmer anleiern. Es dauert auch nicht lange bis unser Zimmer wieder randgefüllt ist und wir rufen erneut einige Taxis.

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In Colchester gehen wir Essen – diesmal sogar richtig gut – und steuern dann wieder die Disco vom Vorabend an. Wir feiern mal wieder stark ausgelassen und wie am Vorabend auch fliegen wir nach ein paar Stunden wieder raus. Die Security zeigt auf zwei meiner Mitstreiter und meint nur „Sorry, but they’re so toxicated!“
Dem kann ich nur beipflichten und draußen lass ich mir von ein paar Engländer Taxis organisieren und so geht die Party im Hotel weiter. In der Lobby trinken wir die Bar leer und sitzen noch bis in die frühen Morgenstunden.

gentlemen drive #4

Zusammen mit Herrn M. bewohne ich eines der Zimmer in unserem Hotel – es handelt sich um ein Vier-Sterne Best Western, könnte aber durchaus noch einige Sterne mehr gebrauchen. Es ist zwar halbwegs sauber, aber schon ziemlich abgelebt.
Nun schmeißen wir auf unserem Zimmer eine kleine Party und langsam füllt sich der Raum, bis wir endlich beschließen unseren Magen auch feste Nahrung zu gönnen. Zu Fuß geht es zu einem Imbissrestaurant und was wir da serviert bekommen, lässt so manchen bleich werden. Hier gibt es Burger, Pizza und anderen Kram – aber nichts davon mag schmecken. Ihrem schlechten Ruf wird die englische Küche hier gerecht und so ziehen wir unendlich traurig von dannen und lassen den Hotelportier eine Handvoll Taxis bestellen.

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Ich konnte uns nämlich in Colchester keine Unterkunft finden, die bereit war eine so große Horde Deutsche aufzunehmen, sodass wir nun rund 5km außerhalb Colchesters wohnen.
In einer abgespeckten Truppe landen wir schließlich in einem Pub mit Punkkonzert – gehen aber schnell wieder, da es uns überhaupt nicht gefällt. Ein paar Augenblicke später finden wir uns in einer Disco wieder. Es ist noch reichlich früh am Abend, aber das tut unserer Stimmung keinen Abbruch. Wir trinken, wir tanzen und treiben wie gewohnt Unfug, bis der erste Rallyepilot am Tisch einpennt und uns die Security kurzerhand rauswirft.

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Zurück an unserem Hotel crashen wir dann die dortige Party. Irgendeine Firma hält dort gerade eine Weihnachtsfeier ab und wir tun einfach so, also gehören wir dazu und feiern noch bis spät in die Nacht.

gentlemen drive #3

Nun ist es nicht mehr weit bis nach Calais – nach einigen Kilometern habe ich Grund zu feiern, denn der Kilometerstand meines Kadetts springt mal wieder auf null. 400.000 ist er nun gelaufen und es wird wirklich Zeit, den Kadett nächstes Jahr wieder mehr Freigang zu gönnen. Sonst wird das nichts mehr mit der Million.

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In Calais fahren wir direkt in den Fährhafen. Vorab konnte ich bei P&O Ferries unsere Truppe als Rallyeveranstaltung anmelden und so bekamen wir einen sehr guten Preis. Nun sind wir aber fast drei Stunden zu früh vor Ort. Dem Mann am Schalter erkläre ich fix, dass er doch auch nicht will, dass wir nun hier mit 20 Leuten Bier trinken und auf unsere gebuchte Fähre warten, sodass er uns tatsächlich noch umbuchen kann auf die frühere Fähre. Bier trinken wir natürlich trotzdem und dann heißt es warten. Das Schiff kalbt unermüdlich Fahrzeuge aus seinem Rumpf bis wir schließlich dran sind uns hinein zu begeben.

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In der Fähre wuseln wir umher, machen die Kneipen unsicher und beschließen schon bald, dass wir auf direktem Wege in unser Hotel fahren. Wir sind nun schon ein langes Weilchen unterwegs und keiner hat so recht Lust die Fahrt unnötig zu verlängern. Als die Kreidefelsen von Dover erscheinen ist Aufbruchstimmung. Aus dem Hafen raus sammeln wir uns an einem Restplatz und manch einer schimpft über den Linksverkehr. Ich genoss ihn schon des Öfteren und weiß – man gewöhnt sich nach kürzester Zeit an diesen Unfug.
Die Fahrt von Dover nach Colchester in unser Hotel verläuft nun recht trist. Wir umfahren den Dunstkreis von London, verkehren ein wenig durch die Staus und sind pünktlich zum Sonnenuntergang an unserem Hotel. Die Truppe darf man betreut auf dem Parkplatz trinken, ich kümmere mich derweil um unsere Zimmer und freue mich dann auch, gleich ein Kaltgetränk öffnen zu dürfen.

gentlemen drive #2

In Kolonne fahren wir gemütlich über die A7, die A6 an Heilbronn vorbei und dann schließlich Richtung Trier. Unser erster Stopp soll in Merzig sein. Dort treffen wir auf die anderen drei Fahrzeuge und schmeißen bei Herrn P. in der heimeligen Garage eine furiose Grillparty. Es ist unter der Woche, mitten in der Nacht und so wundert es mich, dass sich die Nachbarschaft erst recht spät beschwert. Kommt uns aber gelegen, denn irgendwann müssen wir aufbrechen.

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Wir haben nun 14 Stunden Zeit um nach Calais zu kommen, dort erwartet uns dann die Fähre und bringt uns rüber nach England. Für 600km ist das reichlich Zeit – nicht aber wenn man mit zehn schrottreifen Fahrzeugen und einer Menge Chaoten unterwegs ist.
Nachdem wir aufgebrochen sind, gibt es schnell schon wieder Grund für einen Halt – Tanken! Luxembourg! Angenehme Preise erfreuen uns sehr und dann geht es schließlich stinklangweilig durch Luxembourg & Belgien bis in die frühen Morgenstunden.
Wir sind gut vorangekommen und so machen wir nun rund 100km vor Calais ein wenig Nachtruhe. So fahren wir durch Oostende und lassen uns mit zehn Fahrzeugen an der Promenade direkt am Meer nieder. Um diese Uhrzeit wird das sicher keinen stören & es sieht halt auch wahnsinnig gut aus.

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Für zwei Stündchen konnte ich die Augen schließen und fahre dann noch ein bisschen durch Oostende um mich umzusehen. Ich war vor vielen Jahren als Führerscheinneuling schon einmal hier, erkenne aber tatsächlich nichts wieder. Als die anderen dann auch alle wach sind steuern wir den erstbesten McDonald’s an. Frühstück, Morgentoilette, Unfug.

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